Krautfinder Krautfinder — Pflanzen bestimmen

Die Kleine Traubenhyazinthe ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Zwiebeln als Überdauerungsorgane ausbildet. Aus den Zwiebeln entwickeln sich meistens zwei lineare und fleischige Laubblätter. In ihrer Mitte wächst ein bis zu 20 Zentimeter hoher Stängel, an dessen Ende sich ein kurzer und dichter traubenförmiger Blütenstand befindet.

Die nickenden Blüten sind dreizähligen, 3 bis 4 Millimeter lang und blau; sie strömen keinen Geruch aus. Die Blütenhülle besteht aus sechs miteinander verwachsenen Blütenhüllblättern. Dies ist eines der Merkmale, die auf die Zugehörigkeit zu den Lilienähnlichen verweist. Es ist ein dreikammeriger Fruchtknoten vorhanden. In zwei Kreisen stehen je drei Staubblätter.

Aus bestäubten Fruchtknoten entwickeln sich scharfe, dreikantige und geflügelte Spaltkapseln. Diese trocknen mit zunehmender Reife aus und werden dann pergamentartig. Voll ausgereifte Kapseln öffnen sich fachweise mit einem Längsriss entlang der jeweiligen Mittelrippe. In jedem Fach der Kapselfrucht befinden sich ein bis zwei schwarze und bis zu 2,5 Millimeter lange und eiförmige Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36 oder 48.

Wasserbedarf normal

Verbreitung & Vorkommen

Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet ist der Raum zwischen Frankreich und der Ukraine, wo sie in Bergwiesen, in Magerrasen, und in krautreichen Eichenwäldern vorkommt. Sie gedeiht in tieferen Lagen im Galio-Carpinetum aus dem Verband Carpinion, in höheren Lagen aber im Geranio-Trisetetum aus dem Verband Polygono-Trisetion, in Arrhenathereten, im Gentiano-Brometum und in Gesellschaften der Verbände Seslerio-Mesobromion, Violion oder Molinion. In Vorarlberg steigt sie bis 1200 Meter Meereshöhe auf. Sie steht in Deutschland wegen ihrer seltenen und bedrohten Vorkommen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Als Gartenflüchtling hat sie in einigen warmen Regionen Mitteleuropas verwildert und wächst nun stellenweise in Obst- und Weingärten sowie entlang von Bahn- und Straßenböschungen sowie auf Trockenrasen. Aufgrund ihrer späten Einführung zählt sie zwar zu den Neophyten, sie steht in Deutschland wegen ihres seltenen Vorkommens jedoch auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

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