Schopfige Traubenhyazinthe
Die Schopfige Traubenhyazinthe ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 70, teilweise bis 100 Zentimeter erreicht. Dieser Geophyt besitzt eine Zwiebel mit einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter. Gelegentlich bilden sich auch Nebenzwiebeln aus. Die Zwiebelhülle ist braun. Die Wurzeln sind dünn und höchstens einjährig.
Die drei bis sechs Rosettenblätter sind breit-linealisch (etwa 10 Millimeter breit und 40 Zentimeter lang) oft gebogen und am Rand rauh.
Die Blüten stehen in reichblütigen, lang gestreckten eher lockeren traubigen Blütenständen. Am oberen Traubenende befindet sich ein auffälliger Schopf zahlreicher blauvioletter, aufwärtsgerichteter, steriler Blüten (einige Sorten bilden nur diesen Schopf aus). Darunter die blassbraunen oft etwas grünlichen fertilen Blüten. Diese sind röhrig-glockenförmig und stehen waagrecht ab. Das Perigon hat keine Nebenkrone unter den Perigonzipfeln. Die Kronzipfel werden 0,5 bis 1 Millimeter lang und sind gelblich bis beige. Die Kapselfrucht wird 10 bis 15 Millimeter lang. Sie fällt zur Fruchtreife nicht ab, sondern ist am Stängel geöffnet.
Verwendung in der Heilkunde
Früher wurde sie als Heilpflanze verwendet.
Verwendung in der Küche
Die Zwiebeln sind essbar, und sind eine typische Spezialität der italienischen Region Apulien (Lampascioni). Diese Art wird seit dem Altertum kultiviert.
Die Schopfige Traubenhyazinthe wird zerstreut als Zierpflanze in Rabatten und Steingärten genutzt.
| Wasserbedarf | normal |
Standort
Als Standort werden Garigues, Macchien, Felsheiden, felsig-kiesige Halbtrockenrasen, Äcker, Weinberge und trockene Waldränder bevorzugt. Diese Art ist im Süden bis in Höhenlagen von 2200 Meter zu finden.
Verbreitung & Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der mediterranen Art erstreckt sich von den Kanarischen Inseln über das Mittelmeergebiet und die West-, Zentral- und Süd-Türkei bis zum Nord-Irak, Nord-Arabien, West-Syrien und Nordägypten. Im Norden strahlt die Art in wärmeren Gebieten auch bis ins südliche Mitteleuropa aus. In Großbritannien und Dänemark wurde sie eingebürgert. In Österreich tritt die Art in der collinen bis montanen Höhenstufe in den Bundesländern Burgenland, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten auf. Im pannonischen Gebiet kommt sie zerstreut und im restlichen Gebiet selten auf Ackerrändern, in Weingärten, auf Halbtrockenrasen und in lichten Gebüschen besonders über Löss vor. Sie gilt als gefährdet, im nördlichen Voralpengebiet als stark gefährdet.
In Deutschland steht die Art unter Naturschutz.
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