Mäuseschwänzchen - Myosurus minimus

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik

<b>Mäuseschwänzchen - <i>Myosurus minimus</i></b>
Mäuseschwänzchen - Myosurus minimus
Bildquelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany; Bildlizenz: Public Domain;

Myosurus: gr. mys = Maus, ourus = Schwanz (Blütenstandsform); "Mäu­seschwänzchen"
minimus: kleinster (Superlativ von parvus)

andere Namen: Kleine Mäuseschwanz, (Kleines) Mäuseschwänzchen, Zwergmäuseschwanz


Mäuseschwänzchen - Myosurus minimus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Der Kleine Mäuseschwanz wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 5 bis 12 Zentimeter. Alle Pflanzenteile sind gänzlich kahl. Alle Laubblätter stehen in grundständigen Rosetten zusammen. Die grasartigen Blattspreiten sind bis 6 Zentimeter lang und kaum über 2 Millimeter breit, schmal linealisch und mit stumpfer Spitze und glattem Blattrand.

Je Exemplar werden ein oder meist mehrere aufrechte Blütenschäfte gebildet, die länger als die Laubblätter sind und die in einer einzelnen endständigen Blüte enden. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Der kahle Blütenboden oder Blütenachse ist zylindrisch geformt und wächst nach der Anthese auf etwa das sechsfache zur bis zu 6 Zentimeter langen Fruchtachse weiter. Die fünf hellgrünen Kelchblätter sind 3 bis 4 Millimeter lang und oval. Am Grund besitzen sie einen etwa 2 Millimeter langen, dem Blütenstiel anliegenden Sporn. Die fünf gelblich-grünen Honigblätter sind etwa so lang wie die Kelchblätter und fadenförmig mit zungenförmig verbreiterter Spitze. Es sind fünf bis zehn gelbe Staubblätter vorhanden. Die über 50 Fruchtblätter sind schraubig angeordnet.

Die einsamigen Früchte sind etwa 1 Millimeter lange und nur 0,06 mg schwere Nüsschen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Der Kleine Mäuseschwanz wächst als Therophyt in Herden. Die Laubblättern werden meist ab März gebildet.

Die Blütezeit liegt vorwiegend im Mai und Juni. Blütenökologisch handelt es sich um homogame „Nektar führende Scheibenblumen“. Bestäuber sind winzige Zweiflügler, Käfer und Schlupfwespen. Auch spontane Selbstbestäubung ist möglich, wenn während der Streckung der Blütenachse die Narben an den Staubbeuteln vorbeistreifen.

Es handelt sich um einen Windstreuer; daneben unterliegen die Früchte der Schwerkraftausbreitung, der Haftausbreitung mit Erde und der Ausbreitung als Regenschwemmlinge. Neuerdings werden die Früchte auch verschiedentlich durch Weidevieh ausgebreitet. Die Samen sind langlebig. Fruchtreife ist von Mai bis Oktober.


Standort

Der Kleine Mäuseschwanz ist auf Pionier- und Zwergbinsengesellschaften auf feuchten bis wechselnassen (periodisch überschwemmten), mäßig nährstoff- und basenreichen, manchmal schlammigen Sand- und Lehmböden konzentriert. Solche Standorte finden sich beispielsweise auf Viehweiden an Tritt- und Tränkestellen, auf Äckern und in Fahrspuren unbefestigter Feldwege, gelegentlich auch am Ufer von Gewässern. Er ist in Mitteleuropa zusammen mit Ranunculus sardous eine Charakterart des Myosuro-Ranunculetum sardoi aus dem Verband Agropyro-Rumicion.

Verbreitung/Vorkommen

Myosurus minimus kommt von Skandinavien bis ins südliche Europa und Nordafrika vor. Ferner ist er in Vorderasien und dem östlichen Nordamerika zu finden. Er ist ein eurasisch-submediterranes Florenelement. In Mitteleuropa ist er nur gebietsweise verbreitet.

In Österreich ist der Kleine Mäuseschwanz selten und gebietsweise stark gefährdet, während er in der Schweiz möglicherweise inzwischen ausgestorben ist. Der Kleine Mäuseschwanz ist in Nord- und Ostdeutschland zerstreut bis ziemlich verbreitet zu finden. Nach Westen und Süden wird er zunehmend seltener und fehlt vielerorts ganz.

Giftigkeit

Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Uresin-Entoxin®Erkältungs-Entoxin®Neolin-Entoxin®
Viscum-Entoxin® N

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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