Eselsdistel - Onopordum acanthium

Familie: Asteráceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Ölpflanze Wildgemüse Bienenblume verwildernde Zierpflanze

<b>Eselsdistel - <i>Onopordum acanthium</i></b>
Eselsdistel - Onopordum acanthium
Bildquelle: Wikipedia User Llez; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Onopordum: gr. onos = Esel, porde = Wind, Blähung (Wirkung); "Esel­distel"

andere Namen: Krebsdistel, Wolldistel, Krampfdistel


Eselsdistel - Onopordum acanthium; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Jan Kops, Flora Batava, Volume 2 1807">Jan Kops, Flora Batava, Volume 2 1807</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Eselsdistel - Onopordum acanthium; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Penarc">Wikipedia User Penarc</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Eselsdistel - Onopordum acanthium; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Ralph Bayer">Ralph Bayer</a> - <b>All rights reserved</b>

Es ist eine zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr wird eine Rosette gebildet. Im zweiten Jahr wächst sie zu imposanten Wuchshöhen von 0,5 bis 3 Metern und Pflanzendurchmessern von 1,5 Metern. Sie ist mit lockeren und spinnwebigen Haaren bedeckt. Die Laubblätter sind kurz gezahnt oder fiederteilig, wellig und stachelig. Ihre breiten herablaufenden Ränder bilden am Stängel stachelige Flügel.

Die körbchenförmigen Blütenstände sind groß, kugelig. Es sind nur Röhrenblüten vorhanden, die purpurrot sind. Nach dem Abblühen schwillt der Blütenkorb an und produziert 8.500 bis 40.000 Samen.

Die Gewöhnliche Eselsdistel ist ein zweijähriger Hemikryptophyt und bildet im 1. Jahr eine bis 1 m breite Rosette mit tiefreichendem Wurzelwerk aus. Die ganze Pflanze erscheint durch Totalreflexion des Lichts dicht grau-weißfilzig. Die bis über einen Meter langen, ovalen Blätter sind wie ihre, am ganzen Stängel herablaufenden, breiten Blattspreitenbasen am Rande stachelig. Der Stängel erscheint dadurch geflügelt; die Flügel dienen der Stabilisierung der großen Pflanze im Sturm und auch der Wasserableitung direkt in den Wurzelbereich. Die Stacheln halten Paarhufer vom Fressen ab. Alle diese Merkmale können als xerophytische Anpassungen an trockene Standorte gedeutet werden. Die Blüten stehen oft in über 5 cm breiten, von stacheligen Hüllblättern umgebenen, reichblütigen Köpfchen („Korbblumen-Typ“) am Ende bestachelter Seitenzweige. Die Scheibenblüten sind hellpupurn. Wegen ihrer bis 12 mm langen Kronröhre können nur langrüsselige Besucher an den Nektar gelangen. Die bis 5 mm langen Griffeläste spreizen nicht, sondern wenden zur Reife allein ihre mit Papillen besetzten Außenränder. Dieses abweichende Verhalten einer Asteracee führt zu geringerer Verdunstung im Narbenbereich. Besucher sind neben Bienen-Verwandten, Wespen und Schmetterlingen auch Schwebfliegen, die den Pollen von den aus der Blütenkrone ragenden Staubbeuteln sammeln. Die Früchte sind ölreiche Achänen, sie tragen einen wenigreihigen, gefiederten und hygroskopischen (nur bei Trockenheit spreizenden) Pappus und verbreiten sich deshalb als Schirmchenflieger. Dazu findet Adhäsionsausbreitung bei feuchtem Wetter statt, sowie Ausbreitung durch Ameisen und Ausbreitung als Kulturflüchter durch den Menschen. Die Samen sind langlebig.


Standort

Sie bevorzugt trockene Sommer auf sandigen Lehm- und Kalkböden. So kommt sie in Deutschland und angrenzenden Ländern als Ruderalflora z. B. am Wegrand (daher „Wegdistel“ im Niederländischen), auf Verkehrsinseln, Trockenwiesen und Feldern vor. In Teilen ihres Lebensraumes ist sie eine gefährdete Pflanze. Nach Ellenberg ist sie eine Volllichtpflanze, ein Wärmezeiger, subkontinental verbreitet, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, ein ausgesprochener Stickstoffzeiger, und eine Verbandscharakterart Wärmebedürftiger Distelgesellschaften (Onopordion acanthii).

Verbreitung/Vorkommen

Die Eselsdistel stammt aus submediterranen, kontinentalen Gebieten in Europa und Kleinasien (Mittelmeerländern, asiatischen Regionen Russlands) und kommt neben ihren Ursprungsländern vereinzelt in ganz Europa vor. In den Vereinigten Staaten gilt die eingeschleppte (invasive Pflanze) Pflanze als „Unkraut“.

Verwendung in der Küche

Teile der Pflanze sind für den Menschen verwertbar, wie z. B. die Blütenkörbchen und deren Böden artischockenähnlich als Gemüse, die Stiele (geschält) wie Spargel oder Rhabarber in Wasser gekocht. Der Samen (25 % ölhaltig) lässt sich zu essbarem Öl (auch lampengeeignet) pressen.

Inhaltsstoffe

Die Blüten enthalten Onopordopikrin, Flavonglykoside und Gerbstoffe.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Onopordum acanthium wurde bereits in der Antike als Heilmittel verwendet. Ein Tee aus Wurzel und Blättern wurde bei Krämpfen der Rückenmuskulatur und zur Stärkung des Herzens und Kreislaufs eingesetzt. Auch heute noch wird die Eselsdistel beiegen Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen und Kreislaufbeschwerden
Dr. Koll Gemmoextrakt: Quercus pedunculata - EicheDr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia MacaDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Gemmoextrakt: Juglans regia - Walnussbaum

Eselsdistel - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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