Großer Breitsame - Orlaya grandiflora

Familie: Apiáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Archäophyt Alpenpflanze

<b>Großer Breitsame - <i>Orlaya grandiflora</i></b>
Großer Breitsame - Orlaya grandiflora
Bildquelle: Wikipedia User Don Manfredo; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Orlaya: n. d. russ. Arzt Joh.Orlay (18./19. Jhd.); "Breit­same"
grandiflorus: großblumig

andere Namen: Orlaya grandiflora, Caucalis grandiflora, Strahlen-Breitsame, Großblütige Strahldolde, Großblütiger Breitsame, Ackerklette, Ackerlaus (Eifel), Breitsame, Klemm (Württemberg bei Baer), Klettenkörfel und Waldkletten.

Orlaya grandiflora wurzelt bis zu 70 cm tief.

Großer Breitsame - Orlaya grandiflora; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Großer Breitsame - Orlaya grandiflora; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Pipi69e">Wikipedia User Pipi69e</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Vegetative Merkmale

Der Strahlen-Breitsame ist eine aufrechte, oft stark verzweigte, einjährige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 30 (gelegentlich bis 70) Zentimetern erreicht. Der Stängel ist kahl und kantig-gefurcht. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert. Sie sind kahl oder auf der Unterseite zerstreut borstig und am Rand gewimpert. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen auf ihren Blattscheiden sitzend. Die Blattzipfel letzter Ordnung sind schmal und meist nicht mehr als 1 Millimeter breit.
Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt meist im Juni und Juli. Der doppeldoldige Blütenstand ist fünf- bis zwölfstrahlig. Er hat einen Durchmesser von etwa fünf Zentimeter. Die Zahl der breit weiß-hautrandigen Hüllblätter ist meist fünf. Sie sind fast so lang wie die Doldenstrahlen. Die Hüllchenblätter sind elliptisch-lanzettlich, plötzlich zugespitzt und meist länger als die Döldchenstrahlen. Die Döldchen bestehen aus zwei bis vier weiblichen und einer größeren Anzahl männlicher Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die äußeren Kronblätter der am Rand gelegenen Blüten sind auffällig gegenüber den Kronblättern der inneren Blüten vergrößert und tief zweilappig. Sie können bis zu 18 Millimeter lang werden und sind fast bis zum Grunde zweispaltig. Sie sind damit fast zehnmal so lang wie die anderen Kronblätter.

Es werden Doppelachänen gebildet. Die Einzelfrüchte sind bei einer Länge von 6 bis 8 Millimetern eiförmig und dicht mit etwa 3 Millimeter langen Stacheln besetzt, was der Ausbreitung durch Tiere dient (Epichorie). Die Fruchthalter sind bis zur Mitte zweispaltig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.


Standort

Der ursprünglich im Mittelmeergebiet verbreitete Strahlen-Breitsame ist als Archäophyt erst durch den Menschen auch ins zentrale Mitteleuropa gelangt. Dort war er in den vergangenen Jahrhunderten gebietsweise häufig in Äckern, Weinbergen, Ödland und Trockenwiesen auf kalkhaltigen, eher trockenen Böden zu finden. Er ist bzw. war in Mitteleuropa eine Charakterart des Caucalido-Scandicetum aus dem Caucalidion lappulae-Verband.

Verbreitung/Vorkommen

Die Strahlen-Breitsame hat in folgenden Ländern ursprüngliche Vorkommen: Algerien, Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Italien, Sizilien, Schweiz, Österreich, Slowenien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kroatien, Tschechien, Albanien, Griechenland, Mazedonien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Kreta, Türkei, Georgien, Ukraine, Jordanien und Israel.


Die Vorkommen in Deutschland sind vielfach erloschen und der Strahlen-Breitsame ist derzeit nur noch in Thüringen und vereinzelt zwischen Main und Donau nachgewiesen. Eine größere Anzahl der Pflanzen findet sich in Heidenheim an der Brenz unterhalb des dortigen Schloss Hellenstein und ist unter dem Namen „Heidenheimer Schlossblume“ bekannt. In der gesamtdeutschen Roten Liste gefährdeter Gefäßpflanzen wie auch in den Roten Listen für Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen wird er daher als vom Aussterben bedroht geführt.

In Österreich tritt der Strahlen-Breitsame selten bis sehr selten in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Kärnten (bei der Burgruine Federaun) und in Tirol (bei Innsbruck und Landeck) auf der collinen bis submontanen Höhenstufe auf. Die Vorkommen konzentrieren sich dabei auf das pannonische Gebiet. Der Strahlen-Breitsame gilt als stark gefährdet, in den Kärntner Becken- und Tallandschaften und im Vorland nördlich der Alpen als vom Aussterben bedroht.

Heimat

Mittelmeergebiet
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Großer Breitsame - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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