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Sand-Mohn

Papaver argemone L.
Giftpflanze Ackerwildkraut Giftig ⚠️

Der Sand-Mohn (Papaver argemone) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Die ein-, selten auch zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 cm. Der Stängel ist aufrecht oder aufsteigend, beblättert und anliegend mit etwa 1,5 bis 3 mm langen, borstigen Haaren besetzt. Die Laubblätter sind ein- bis dreifach fiederteilig und besitzen bis zu 3 mm breite, meist zerstreut behaarte, spitze Zipfel und sind etwa 12 (bis 20) cm lang. Die unteren Blätter sind gestielt, die mittleren und oberen mit schmalem Grund sitzend.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind vierzählig. Die zwei Kelchblätter fallen beim Öffnen der Blütenknospen ab. Die Kronblätter sind dunkelrot, etwa 1,2 bis 2,5 cm lang und besitzen am Grund einen schwarzen Fleck. Die Staubbeutel sind dunkelviolett gefärbt. Er blüht von Mai bis Juli.

Die Kapselfrucht ist keulenförmig, allmählich in den Stiel verschmälert und mit hellen, borstenförmigen, etwa 1,5 bis 3 mm langen Haaren besetzt. Es sind meist vier bis acht Narbenstrahlen vorhanden. Der Deckel der Frucht ist zur Reifezeit gewölbt.

Aussaat Apr–Jun
Saatort Direktsaat
Saattiefe 1 cm
Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilSaft / Milchsaft
GiftstoffeAlkaloide

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Unruhe / Erregung, Bewusstseinsstörungen, Atemlähmung, Schläfrigkeit, Pupillenerweiterung, Krämpfe, verlangsamter Puls (Bradykardie), Temperaturabfall (Hypothermie), Euphorie, Kreislaufkollaps, bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose), Koordinationsstörungen (Ataxie), Lähmung der Darmmuskulatur, Ödeme, langsame, tiefe Atmung, Pupillenverengung

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Augenkontakt: Augen mit Spritzflasche ausspülen

Standort

Der Sand-Mohn wächst in Getreideunkrautgesellschaften, seltener auch in Schuttunkrautgesellschaften. Er bevorzugt mäßig saure, kalkfreie, auch sandige Lehmböden.
Er ist in Mitteleuropa Kennart der Assoziation Papaveretum argemonis (Sandmohn-Gesellschaft) aus dem Verband Aperion spicae-venti.

Verbreitung & Vorkommen

Papaver argemone ist ein mediterranes bis submediterranes Florenelement. Die ursprüngliche Heimat ist der Mittelmeerraum. Nordwärts ist sie bis Mittelschweden eingebürgert oder verschleppt.

Der Sand-Mohn ist im Norden und in der Mitte Deutschlands verbreitet, nach Süden jedoch selten vorkommend. In Österreich ist er selten und gefährdet, in der Schweiz kommt er zerstreut vor. Der Sand-Mohn ist wohl während der Jungsteinzeit mit dem Getreideanbau nach Mitteleuropa gelangt.

Der Sand-Mohn wächst in Getreideunkrautgesellschaften, seltener auch in Schuttunkrautgesellschaften. Er ist in Mitteleuropa Kennart der Assoziation Papaveretum argemonis (Sandmohn-Gesellschaft) aus dem Verband Aperion spicae-venti. Der Sand-Mohn gedeiht am besten auf mäßig sauren, kalkfreien, auch sandigen Lehmböden.

Inhaltsstoffe

Bei der hier beschriebenen Art wird aufgrund der nahen Verwandtschaft zu Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) von der Möglichkeit des Vorhandenseins der Giftstoffe des Klatsch-Mohns ausgegangen, da genaue Daten zur Art nicht vorliegen.

Aus derselben Gattung (Papaver)

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