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Arznei-Mohn

Papaver bracteatum

Diese Pflanzenart mit den riesigen, tiefroten Blüten ist im Iran und im Kaukasus beheimatet. In Europa ist sie inzwischen auch als Zierpflanze im Gebrauch. Züchtungen aus dieser Art werden als Arzneipflanze kultiviert.

Die ausdauernde, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen bis 120 Zentimeter. Aus der grundständigen Blattrosette wachsen mehrere aufrechte oder aufsteigende, robuste Stängel mit 3 bis 5 mm Durchmesser und Blättern an 5 bis 8 Knoten. Die graugrünen Blätter sind gestielt, in der Rosette 15 bis 30 cm lang, am Stängel sind sie kürzer. Die fiederspaltigen Blätter sind in lanzettische parallele Segmente unterteilt und sind gesägt. Die Stängel und Blätter sind mit langen weißen Borsten behaart.

Unterhalb der Blüte wachsen ein bis vier kelchblattartige, 2 bis 5 cm lange, ovale Blätter. Am Ende der Stängel befinden sich aufrecht sitzend, die schüsselförmigen Blüten mit einem Durchmesser von 10 bis 18 Zentimetern. Die breiten, in der Regel fünf, verkehrt-eiförmigen, tiefroten Kronblätter werden zwischen 7 und 12 Zentimeter lang. Am Grund besitzen sie einen schwarzen Fleck, der „länger als breit“ ist. Um den oberständigen Fruchtknoten sitzen dicht die dunklen Staubblätter mit den violett-schwärzlichen Staubbeuteln. Die Blütezeit ist Mai bis Juni.

Aus den Öffnungen, unter dem Deckel der kugel- bis eiförmigen, 2 bis 4 cm lange Porenkapsel entweichen die Samen, wenn die Pflanze im Wind schwankt. Die Samen reifen im Juli.

Der Arznei-Mohn ist dem Orientalischen Mohn (Papaver orientale) sehr ähnlich, er unterscheidet sich aber deutlich durch seine robusten Stiele und die 5 bis 8 mit Blättern besetzte Knoten.

Verwendung in der Heilkunde

Der Milchsaft der Kapselfrucht enthält um die 6 % Alkaloide, deren wichtigste Vertreter das Oripavin und das Thebain sind. Beide sind strukturell mit Morphin verwandt, das aber selbst in der Pflanze nicht nachgewiesen werden konnte. Aus dem Alkaloid Thebain lassen sich auf industriellem Weg Codein und andere Analgetika herstellen. Bei gezüchteten Kultursorten des Arznei-Mohns bestehen bis zu 98 % der Alkaloide aus Thebain.

Zur Morphingewinnung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Anbau von Arznei-Mohn. Im Gegensatz zum Schlafmohn (Papaver somniferum) kann das medizinisch notwendige Morphin aus dieser Mohn-Art nur mit Hilfe industrieller Verfahren gewonnen werden. Missbrauch soll auf diese Weise erschwert werden. Von einer erfolgreichen Umsetzung dieser Maßnahme ist man heute aber weit entfernt.

Das Betäubungsmittelgesetz verbietet den ungenehmigten Anbau und Vertrieb aller Teile der Pflanze. Mit der zweiten Verordnung (2. BtMÄndV) wurde 1986 die Nutzung als Zierpflanze und der freie Vertrieb der Samen zugelassen.

Die dekorativen Sorten werden weltweit als Zierpflanze genutzt, oft auch Kreuzungen mit dem sehr ähnlichen Orientalischen Mohn (Papaver orientale). An sonnigen Plätzen ist der Arznei-Mohn sehr einfach zu kultivieren.

Verbreitung & Vorkommen

Der Arznei-Mohn ist im Nordosten der Türkei, Nordiran, Armenien und Aserbaidschan beheimatet. Er wächst in trockenen Steppen und Gebirgen in Höhenlagen zwischen 500 und 2000 Metern. Dabei bevorzugt er Böden vulkanischen Ursprungs.

Inhaltsstoffe

Der Milchsaft der Kapsel enthält um die 6 % Alkaloide, deren wichtigste Vertreter das Oripavin und das Thebain sind. Beide sind strukturell mit Morphin verwandt, das aber selbst in der Pflanze nicht nachgewiesen werden konnte. Aus dem Alkaloid Thebain lassen sich auf industriellem Weg Codein und andere Analgetika herstellen. Bei gezüchteten Kultursorten des Arznei-Mohns bestehen bis zu 98 % der Alkaloide aus Thebain. Bei der hier beschriebenen Art wird aufgrund der nahen Verwandtschaft zu Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas) von der Möglichkeit des Vorhandenseins der Giftstoffe des Klatsch-Mohns ausgegangen, da genaue Daten zur Art nicht vorliegen.

Aus derselben Gattung (Papaver)

Alle Pflanzen der Gattung Papaver

Aus derselben Familie (Mohngewächse)

Alle Pflanzen der Familie Mohngewächse