Wie alle Läusekräuter ist Kerners Läusekraut ein Halbschmarotzer. Kerners Läusekraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 cm erreicht. Sie bildet einen kurzen, walzlichen „Wurzelstock“ und aufsteigende Stängel. Die in einer grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter bestehen aus einem langen Blattstiel und einer einfach gefiederten Blattspreite. Die bis zu 7 cm lange und 1 cm breite Blattspreite besitzt tief gezähnte und stachelspitzige Blattfiedern.
Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Der Blütenstand enthält fiederteilige Tragblätter und eine bis wenige Blüten. Die zygomorphe Blüte besitzt eine doppelte Blütenhülle. Der Kelch ist bis zu 9 mm lang und meist flaumig behaart mit gezähnten Kelchzipfeln. Die Krone ist bis zu 20 mm lang und hell-purpurrot, selten weiß. Die Oberlippe ist in einen etwa 2 mm langen Schnabel vorgezogen. Die Unterlippe besitzt drei sehr breite Lappen, und ist nach rechts gekippt. Die beiden Staubblätter sind dicht flaumig behaart.
Die Kapselfrucht ist doppelt so lang wie der Kelch.
Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen. Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen |
| Giftstoffe | Iridoidglykoside |
Folgesymptome
Durchfall, Koliken, Blut im Urin (Hämurie), Blutungsneigung, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken
Standort
Kerners Läusekraut gedeiht in der alpinen Höhenstufe bis in Höhenlagen über 3200 Meter auf steinigen Wiesen, und auf Schutt vor. Kerners Läusekraut meidet Kalk.
Verbreitung & Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet liegt von den Pyrenäen bis in die Hohen Tauern.
Inhaltsstoffe
Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Aucubin ist ein häufiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Iridoide. Es ist ein Glykosid des Aglykons Aucubigenin mit einer Einheit Glucose. Wie andere Monoterpene wird das Aglykon aus zwei Isopreneinheiten mit je fünf Kohlenstoffatomen in der Pflanze synthetisiert. Im Gegensatz zu dem C10-Grundkörper der Iridoide besitzt das Aucubingrundgerüst nur neun Kohlenstoffatome, da eine Methylgruppe während der Biosynthese zur Carbonsäuregruppe oxidiert und dann als Kohlenstoffdioxid abgespaltet wird.
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