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Gestutztes Läusekraut

Pedicularis recutita L.

Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 60 Zentimeter. Außer den Kelchzähne ist sie völlig kahl. Der Stängel ist aufrecht. Bei den fiederschnittigen Laubblätter sind die oberen oft violett überlaufen. Die unteren Blätter sind lang gestielt. Die Blüten stehen in einer anfangs dichten vielblütigen Traube, die sich später verlängert. Die Tragblätter sind kürzer als die Blüten; die unteren sind fiederschnittig, die oberen dreilappig oder ungeteilt. Die braunroten bis blutroten Krone sind 15 bis 20 mm lang. Sie besitzt eine gerade, ungeschnabelte Oberlippe, die viel länger ist als die Unterlippe. Die Fruchtkapsel ist eiförmig, aber mit einer Spitze und fast doppelt so lang wie der Kelch.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 16.

Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen. Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilSamen
GiftstoffeIridoidglykoside

Folgesymptome

Durchfall, Koliken, Blut im Urin (Hämurie), Blutungsneigung, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken

Standort

Die kalkliebende Pflanzenart bevorzugt feuchte Rasen, Hochstauden- und Quellfluren, Grünerlengebüsche, nährstoff- und basenreiche Lehmböden von der obermontanen bis subalpinen Höhenstufe (etwa 1000 bis 2700 m NN).

Verbreitung & Vorkommen

Sie kommt nur in den Alpen von Europa vor, ist aber nicht sehr häufig. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Länder Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien und Slowenien. In Österreich kommt sie zerstreut bis auf Wien und Burgenland vor. Sie kommt in Mitteleuropa vor allem in Caricion-ferrugineae-Gesellschaften vor aber auch in feuchten Deschampsia-cespitosa-Gesellschaften aus dem Verband Cardamino-Montion.

In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil am Gumpensattel bei der Rothornspitze bis zu 2250 m Meereshöhe auf.

Inhaltsstoffe

Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Aucubin ist ein häufiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Iridoide. Es ist ein Glykosid des Aglykons Aucubigenin mit einer Einheit Glucose. Wie andere Monoterpene wird das Aglykon aus zwei Isopreneinheiten mit je fünf Kohlenstoffatomen in der Pflanze synthetisiert. Im Gegensatz zu dem C10-Grundkörper der Iridoide besitzt das Aucubingrundgerüst nur neun Kohlenstoffatome, da eine Methylgruppe während der Biosynthese zur Carbonsäuregruppe oxidiert und dann als Kohlenstoffdioxid abgespaltet wird.

Aus derselben Gattung (Pedicularis)

Alle Pflanzen der Gattung Pedicularis

Aus derselben Familie (Sommerwurzgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Sommerwurzgewächse