Karlszepter - Pedicularis sceptrum-carolinum

Familie: Sommerwurzgewächse - Orobanchaceae

Kategorie: Staude  Halbschmarotzer  Alpenpflanze  Hummelblume  Giftpflanze  

Karlszepter Info

Pedicularis: lat. pediculus = Laus (Mittel gegen Läuse); "Läu­se­kraut"

andere Namen: Moorkönig

Das Karlsszepter ist ein Halbschmarotzer. Das heißt, die Pflanze schmarotzt an Wurzeln von benachbarten Pflanzen . Läusekräuter sind so genannte Halbschmarotzer. Vollschmarotzer wie die Sommerwurz beziehen Wasser und sämtliche Nährstoffe aus den Wurzeln benachbarter sogenannter Wirtspflanzen. Halbschmarotzer betreiben eigenständig Fotosynthese, gewinnen also mittels Blattgrün (Chlorophyll) aus Wasser und Kohlendioxid unter Zuhilfenahme des Sonnenlichts Sauerstoff und Zucker. Halbschmarotzer haben deshalb immer auch grüne Blätter, während Vollschmarotzer ohne Blattgrün auskommen.

Das Karlszepter (Pedicularis sceptrum-carolinum), auch Moorkönig genannt, gehört zur Gattung Läusekraut (Pedicularis). Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 100 Zentimetern. Die Laubblätter sind fiederspaltig. Die rosettenständigen Grundblätter erreichen Längen von 30 cm. Die Blüten stehen in einen dichten vielblütigen Traube. Die weißlich gelbe Krone wird bis 30 mm lang. Die Oberlippe ist ungespalten, die Unterlippe zeigt einen rötlichen Rand.
Blütezeit ist von Juni bis August.


Standort

Die Art bevorzugt Flachmoore und Moorwiesen. Aber auch in Verlandungsbeständen und an Ufern kommt sie vor.

Verbreitung/Vorkommen

In Deutschland ist die Pflanze sehr selten und fast ausschließlich im Alpenvorland anzutreffen. Sie ist streng geschützt. In Österreich kommt das Karlszepter nur noch im Edlacher Moor in der Nähe von Trieben vor.

Giftigkeit

Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen. Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen.

Inhaltsstoffe

Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig. Aucubin ist ein häufiger sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Iridoide. Es ist ein Glykosid des Aglykons Aucubigenin mit einer Einheit Glucose. Wie andere Monoterpene wird das Aglykon aus zwei Isopreneinheiten mit je fünf Kohlenstoffatomen in der Pflanze synthetisiert. Im Gegensatz zu dem C10-Grundkörper der Iridoide besitzt das Aucubingrundgerüst nur neun Kohlenstoffatome, da eine Methylgruppe während der Biosynthese zur Carbonsäuregruppe oxidiert und dann als Kohlenstoffdioxid abgespaltet wird.

Karlszepter Steckbrief

Blütenfarbe: gelb; weiß;
Höhe/Länge von 20cm bis 1m
Blütezeit von Juni bis August
Lebensraum: Gewässer, Feuchtgebiete; Ufer, Dämme;
Blütenstand: Ähre oder Quirl
Blattstellung: Blätter quirlständig, wirtelförmig (z. B.: Galium odoratum = Waldmeister)
Blattspreite: geteilt
Blattrand: gekerbt; gesägt; gewellt;
Besonderheiten Blatt/Pflanze: Stengel rankend;
Behaarung: ganze Pflanze nicht oder nur wenig behaart
Verholzungsgrad: Stängel krautig
Häufigkeit: sehr selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 300m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1000m
Bestäubungsart: Hummelbestäubung;
Lichtbedarf: Licht;
Nährstoffbedarf: basenreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: neutral;
Bodenfeuchte: nass; wechselfeucht;

Karlszepter Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: neutral;
Boden Feuchte: nass; wechselfeucht;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;
Spasmo-Entoxin®D.-B.-Entoxin® NAdenolin-Entoxin® NN
Erkältungs-Entoxin®

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 2 (stark gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie 2 (stark gefährdet)





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