Wald-Läusekraut - Pedicularis sylvatica

Familie: Orobanchaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Halbschmarotzer Hummelblume Giftpflanze Alpenpflanze

<b>Wald-Läusekraut - <i>Pedicularis sylvatica</i></b>
Wald-Läusekraut - Pedicularis sylvatica
Bildquelle: Wikipedia User BerndH; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Pedicularis: lat. pediculus = Laus (Mittel gegen Läuse); "Läu­se­kraut"
sylvaticus: waldbewohnend

Das Wald-Läusekraut ist durch seinen Gehalt an Aucubin giftig und wurde früher gegen Läuse verwendet, daher stammt auch der deutsche Name. Läusekräuter sind so genannte Halbschmarotzer. Vollschmarotzer wie die Sommerwurz beziehen Wasser und sämtliche Nährstoffe aus den Wurzeln benachbarter sogenannter Wirtspflanzen. Halbschmarotzer betreiben eigenständig Fotosynthese, gewinnen also mittels Blattgrün (Chlorophyll) aus Wasser und Kohlendioxid unter Zuhilfenahme des Sonnenlichts Sauerstoff und Zucker. Halbschmarotzer haben deshalb immer auch grüne Blätter, während Vollschmarotzer ohne Blattgrün auskommen.

Wald-Läusekraut - Pedicularis sylvatica; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Wald-Läusekraut - Pedicularis sylvatica; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Konrad Lackerbeck">Wikipedia User Konrad Lackerbeck</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die zweijährige Pflanze ist ein Hemikryptophyt. Das Wald-Läusekraut wird nicht größer als 20 cm und besitzt mehrere, dafür meist einfache Stängel, wovon die seitlichen häufig niederliegen, während der mittlere aufsteigt und fast vom Grund an Blüten trägt.

Die deutlich gestielten, rosa gefärbten Blüten sind in einen 5-zähligen, ordentlich ausgebildeten Kelch, der gezähnelte Abschnitte besitzt, und in eine verwachsene Krone geteilt. Diese ragt mit ihrer Röhre über den Kelch hinaus und bildet eine Ober- und Unterlippe aus. Die Oberlippe ist meist mit einem relativ kurzen Schnabel versehen und ihr Vorderteil, der als Helm bezeichnet wird, ist steil abfallend und weist zwei nach unten gerichtete Zähnchen auf. Die Unterlippe ist kahl.

Die homogamen Blüten stehen schief, was von den bestäubenden Insekten eine hohe Lernfähigkeit erfordert. Um an den vom Diskus abgesonderten Nektar zu gelangen, müssen die Insekten eine nur etwa 0,5 mm große Öffnung in der Kronröhre auseinander drücken. Einige Hummeln können nur durch das Anbeißen der seitlichen Abschnitte der Kronröhre an den Nektar gelangen, da ihr Rüssel zu kurz ist. Deshalb erscheinen viele Blüten auch angefressen. Der hellbraun gefärbte Samen befindet sich in zweisamigen Kapselfrüchten, die durch den Wind ausgebreitet werden.


Standort

Das Wald-Läusekraut findet man zwar auch auf Feuchtwiesen in Wäldern, es kommt jedoch häufiger in Flach- und Quellmooren und an Grabenrändern vor.

Verbreitung/Vorkommen

In Deutschland ist seine Verbreitung zerstreut bis selten. Derzeit gehen seine Bestände jedoch stark zurück, was vor allem daran liegt, dass extensiv genutzte Frisch- und Feuchtwiesen brachliegen, Feuchtwiesen trockengelegt und solche Gebiete zunehmend intensiv beweidet werden. Deshalb befindet sich die Pflanze auch auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands und ist dort momentan als Gefährdet (Klasse 3) eingestuft. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist die Pflanze sogar vom Aussterben bedroht (Klasse 1). Das Wald-Läusekraut kommt in den submeridionalen bis nördlich temperaten Klimazonen vom Flach- bis in das Hügelland vor. Es ist sonst nur in Europa verbreitet.

Giftigkeit

Läusekrautpflanzen schmecken brennend scharf und riechen unangenehm, daher werden sie vom Weidevieh gemieden. Der Verzehr soll Darmentzündungen und Blutharnen verursachen.

Inhaltsstoffe

Alle Pflanzenteile, vor allem die Samen, sind durch Aucubin giftig.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Rosmarinus officinalis - RosmarinGemmoextrakt: Vaccinium myrtillus - HeidelbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Rosa canina - HeckenroseGemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - Preiselbeere

Wald-Läusekraut - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: nass; wechselfeucht;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm; nährstoffarm;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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