Fichte - Picea abies Pumila Glauca

Familie: Pináceae - Kieferngewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Energiepflanze Nadelbaum winterhart immergrün Baustoff Alpenpflanze

Fichte - Picea abies
Fichte - Picea abies
Bildquelle: Wikipedia User Speifensender; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Picea: lat pix, picis = Pech (Verwendung); "Fichte"

Die Gemeine Fichte kann bis 600 Jahre alt werden; die forstliche Umtriebszeit beträgt dagegen nur 80 bis 100 Jahre. 2008 wurde unter einer Fichte in der Provinz Dalarna in Schweden Wurzelholz gefunden, das auf ein Alter von 9.550 Jahre datiert wurde und genetisch identisch mit dem darüber wachsenden Baum sein soll.

Fichte - Picea abies; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Fichte - Picea abies; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Yelm">Wikipedia User Yelm</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Fichte - Picea abies; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Daderot">Wikipedia User Daderot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Fichte - Picea abies; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Speifensender">Wikipedia User Speifensender</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Picea_abies-Schwarzerden-Bahnhof-20080530-07.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Picea_abies-Schwarzerden-Bahnhof-20080530-07.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Picea_abies-Schwarzerden-Bahnhof-20080530-07.jpg</a>Fichte - Picea abies; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User File Upload Bot Magnus Manske">Wikipedia User File Upload Bot Magnus Manske</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Gemeine Fichte (Picea abies) ist eine in Europa heimische Nadelbaum-Art; sie ist der einzige in Mitteleuropa natürlich vorkommende Vertreter der Gattung der Fichten und ein forstwirtschaftlich bedeutsamer Holzlieferant.


Standort

Die Fichte stellt nur hinsichtlich der Wasserversorgung hohe Anforderungen. Die Böden müssen gut durchlüftet bleiben. Der Standortkundler bezeichnet diese Böden als frisch bis mäßig frisch, das heißt ganzjährig (mit Ausnahme sehr heißer Sommermonate) ist eine gute bis ausreichende Wasserversorgung gewährleistet. Bezüglich der Nährstoffansprüche ist die Fichte eher anspruchslos. Klimatisch bevorzugt die Fichte winterkaltes Kontinental- und Gebirgsklima.

Verbreitung/Vorkommen

Die Heimat der Gemeinen Fichte erstreckt sich über fast ganz Europa mit Ausnahme der Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel bis weit in das kontinentale Asien. Sie kommt vor allem in Mittel-, Ost- und Nordeuropa vor. Sie ist von den Alpen bis auf den Balkan verbreitet, kommt in den Mittelgebirgen und den Karpaten vor, und weiter nach Norden und Osten in Polen, Russland und Skandinavien. Sie zieht feuchtes und kühles Klima vor, und ist daher in ihrem südlichen Bereich ihres Verbreitungsgebietes ein Gebirgsbaum. Ihre obere Höhengrenze liegt zwischen 950 Meter im Harz und 2200 Meter im Wallis.

Nur aufgrund menschlicher Anpflanzungen kommt sie in tieferen Lagen vor, etwa in Aufforstungen oder als Zierbaum. Als Nutzbaum der Forstwirtschaft ist die Gemeine Fichte heute unter anderem in Nordamerika eingebürgert worden.

Zwischen dem Ural und Finnland findet eine Hybridisierung zwischen der Gemeinen Fichte und Picea obovata statt. Manchmal wird jene als Unterart der Gemeinen Fichte angesehen; die entstehenden Hybride werden als Picea × fennica bezeichnet.

In naturnahen Wäldern in Deutschland nimmt der Bergfichtenwald flächenmäßig mit 46 % von 14.500 ha den größten Anteil ein.

Wegen ihres im Vergleich zu anderen Baumarten schnelleren Wachstums und der Möglichkeit, bereits in jüngeren Beständen Holz kostendeckend zu ernten, wurde die Fichte früher als „Brotbaum“ der Forstwirtschaft bezeichnet. Heute ist sie in Deutschland mit über 28 % Flächenanteil am Wald die häufigste Baumart. Noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden weite Flächen mit Fichtenreinbeständen aufgeforstet. Hierbei wurden auch suboptimale Standorte bepflanzt, da die Wüchsigkeit oft vor Bestandessicherheit ging. Heute werden zahlreiche Fichtenbestände wieder umgewandelt. Einerseits sind standörtliche Gegebenheiten hierfür der Anlass, andererseits aber auch im wirtschaftlichen Bereich die Konkurrenz mit der noch besser wüchsigen Douglasie.

Nach Ellenberg ist die Fichte eine Halbschatten-Pflanze, ein Kühlezeiger, mit subkontinentalem Verbreitungsgebiet und eine Klassencharakterart Bodensaurer Nadelwälder (Vaccinio-Piceetea). Der hohe Säuregehalt des Bodens wird durch die schlecht zersetzbare Nadelstreu hervorgerufen, deren Abbau bei einem pH-Wert von 4,1 erfolgt. So sind in reinen Fichtenbeständen Moderhumus-Böden vorherrschend. Mit zunehmendem Alter benötigen Fichten mehr Licht.

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle. Die jungen Zweige enthalten allgemein viel Vitamin C.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Bereits in mittelalterlichen Kräuterbüchern wurden medizinische Anwendungsmöglichkeiten der Fichte beschrieben: So sollten Abkochungen von Fichtenzapfen Warzen beseitigen und das Harz des Baumes bei Steinleiden, Hüftschmerzen und Wunden Linderung bringen. In der Volksmedizin galt ein Tee aus Fichtensprossen als probates Blutreinigungsmittel, das bei Gicht, Rheumatismus, Magenkrämpfen und Hautleiden Anwendung fand.

Da nachgewiesen werden konnte, dass die ätherischen Öle der gemeinen Fichte eine auswurffördernde Wirkung haben, wird das Fichtenöl in der modernen Medizin eingesetzt. Als Bestandteil von Bronchialbalsam und Inhalationen dient es zur Behandlung von Bronchitis und festsitzendem Husten.

Als Beigabe in Badezusätzen fördert es die Durchblutung und unterstützt die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Erschöpfungszuständen.

Verwendung als Baustoff

Die Gemeine Fichte liefert ein wichtiges Nutzholz für den Bau von Gebäuden (Balken, Bohlen, Bretter, Kanthölzer, Dickholz; früher auch Gerüstbau), für den Möbelbau (als Material für Korpusse, Türen usw., Furnier, Leimholz, Mittellagen für Tischlerplatten, Unterkonstruktionen), für den Musikinstrumentenbau (alte, langsam gewachsene, zu bestimmten Jahreszeiten geschlagene Fichten) sowie für viele weitere konstruktive Zwecke (Pfähle, Pfosten) auch in der Landwirtschaft (z. Bsp. Weinbau: Stickel).

Sonstige Verwendung

Als Ausgangsstoff für die Produktion von z. B. Brauerpech hat sie große Bedeutung; die Rinde wird zur Herstellung von Gerberlohe verwendet.

Die Fichte ist der Wirtsbaum einiger Honigtau erzeugender Schild- und Rindenläuse. Hierbei tritt in manchen Jahren, während der Austriebsphase, in welcher der Saft der Leitungsbahnen des Baums besonders zuckerhaltig ist, eine Massenvermehrung dieser Insekten auf. In der Folge kann dies zu einem guten Honigertrag (Waldhonig) von im Wald aufgestellten Bienenvölkern führen.

Aus den Baumnadeln gewinnt die Parfümindustrie das Fichtennadelöl, welches durch Wasserdampfdestillation aus frischen Tannennadeln, den nadeltragenden Zweigen und kleinen Ästen gewonnen wird. Um 1 kg Fichtennadelöl herzustellen, werden etwa 500 kg Fichtennadeln benötigt. Der Duft ist spezifisch, harzig-würzig und kräftig-ausstrahlend.
Aus dem Saft heimischer Fichten synthetisierte Wilhelm Haarmann im Jahr 1874 erstmals das Vanillin.

Obwohl die Gemeine Fichte ihre Nadeln nach Einschlag schnell verliert, ist sie auch ein verbreiteter Weihnachtsbaum.

Literatur




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Alte und neue Apfelsorten


Preis: EUR 19,90

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