Mastixstrauch - Pistacia lentiscus

Familie: Sumachgewächse

Kategorie: Heilpflanze  Laubbaum  immergrün  Baustoff  landwirtschaftliche Kulturpflanze  mediterrane Pflanze  

Mastixstrauch Info

andere Namen: Wilde Pistazie, Sperberbaum, Sporapfel, Spierapfel, Spreigel.

Mastix, das Harz des Mastixstrauchs wird bereits in der Bibel erwähnt (Gen 37,25 EU, Gen 43,11 EU). Wie wertvoll Mastix früher war, zeigt die Geschichte von Chios: Die Insel war wegen der Kultivierung der Mastixsträucher bereits in der frühen Neuzeit wohlhabend und bevölkerungsreich. Obwohl sich die Einwohner dem Osmanischen Reich gegenüber loyal zeigten, wurde während des Unabhängigkeitskriegs Griechenlands (1821–1829) die Bevölkerung von den Osmanen tyrannisiert. Beim Massaker von Chios wurden ca. 25.000 Inselbewohner getötet und geschätzte 45.000 Griechen als Sklaven verkauft. Die Mastix-Bauern blieben, wenn auch nur kurzzeitig, davon verschont.

Der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), auch Wilde Pistazie genannt, gehört wie die echte Pistazie zu der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae).

Der Mastixstrauch wächst als Strauch, seltener als kleiner Baum, und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3 Meter, selten bis 8 Meter. Die immergrünen Blätter sind paarig gefiedert, wobei die acht bis zwölf einzelnen Fiedern bis 5 Zentimeter lang werden. Die Fiedern sind stumpf mit einer aufgesetzten Spitze. Die Blattspindel ist breit geflügelt. Die zweihäusigen Blüten stehen in einem kurzen, dichten Blütenstand in den Blattachseln. Die männlichen Blüten besitzen auffällig dunkelrote Staubbeutel. Die weiblichen Blüten sind grünlich. Die etwa 4 mm großen Früchte sind anfangs rot, später schwarz.

Blütezeit ist von März bis Juni.


Standort

Offene Wälder, Maccien, Garigues

Verbreitung/Vorkommen

Die Pflanze ist im Mittelmeergebiet sowie auf den Kanaren heimisch und stellt einen typischen Vertreter der Macchienvegetation dar.

Verwendung in der Küche

Mastix wurde früher in Süßspeisen wie beispielsweise dem griechischen Loukoumia und dem türkischen Lokum, auch international bekannt als Turkish Delight (süße aromatisierte Gelee-Würfel, dem Deutschen als "Türkischer Honig" geläufig) und historisch als Würzmittel für conditum paradoxum, siehe Esskultur im Römischen Reich.

Inhaltsstoffe

Mastix enthält etwa 40 % Harzsäuren, etwa 50 % Harze und 2 % ätherische Öle. Mastix beginnt bei 80° C zu erweichen, bei etwa 100° C schmilzt es.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Mastix wird in Südosteuropa als Kauharz (türk. Damla Sakizi, dt. übersetzt „Tropfenkaugummi“) zur Desinfektion von Mund und Zähnen verwendet.
Außerdem zur Zubereitung eines Raki oder Mastika genannten Schnapses (innerlich gegen Magenbeschwerden, äußerlich bei Rheuma oder zur Wundbehandlung)

Verwendung als Baustoff

Mastix wurde historisch als Klebstoff für Glas, Porzellan oder Pietra dura

Sonstige Verwendung

Genutzt wird vor allem das getrocknete Harz, der Mastix. Im Juni wird die Rinde der Pistazien angeritzt, so dass das Harz auslaufen kann. Es ist ein im Bruch klares, tropfenförmiges und in der Qualität sehr unterschiedliches Weichharz. In den Handel kommt Mastix als

Mastix electa (hellgelb, erbsengroß)
Mastix naturell (bräunlich)
Mastix Bombay (sehr dunkel)

Der größte europäische Mastixproduzent ist die griechische Insel Chios. Um ein Kilogramm des begehrten Harzes zu gewinnen, muss man etwa zehn Bäume (Pistacia lentiscus L. var. chia Desf.) ritzen. 2004 erzielte ein Kilogramm Mastix auf dem Markt etwa 85 Euro. Die Qualität des Chios-Mastix und der von der Levante ist für die Ölmalerei die beste. Er wird schon bei knapp 40 °C weich und ist in Terpentinöl und Alkohol ganz, in Benzin mit Rückständen lösbar. Er trocknet härter aus als Dammarfirnis und wird wie dieser verwendet. Schlechte Qualität vergilbt.

Mastix wird auch verwendet:
als Klebstoff für Maskenbildner (künstliche Bärte, Warzen, etc.),
als Schlussfirnis bei Ölgemälden,
in der Temperamalerei als Emulsionsbestandteil,
als Bestandteil des Geigenlackes (Geigenbau),
als säurefestes Medium bei der Radierung,
als Räucherwerk, wobei es dann auch leicht nach Pistazien duftet,
als Aroma in Kosmetikprodukten,
und als Fixativ in Parfüm-Basisnoten.

Mastixstrauch Steckbrief

Blütenfarbe: gelb; grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 1m bis 8m
Blütezeit von März bis Juni
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: ganzrandig;
Fleischige Früchte: Beeren
Fruchtfarbe: rot; schwarz;
Häufigkeit: häufig
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude); Holzgewächs;
Lichtbedarf: Schatten;
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenart: kalkhaltiger / kalkreicher Boden;

Mastixstrauch Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Rosidae - Rosenähnliche
Ordnungsgruppe:
Pinnatae - Fiederblättrige
Ordnung:
Rutales - Rautenartige
Familie:
Anacarciaceae
Gattung:
Pistacia
Art:
lentiscus

Mastixstrauch Garten / Anbau

Lichtanspruch: Schatten;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
Uresin-Entoxin®Adenolin-Entoxin® NN
D.-B.-Entoxin® NViscum-Entoxin® N

Literatur

Bildquellenverzeichnis


 

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