Erbse - Pisum sativum

Familie: Fabáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Futterpflanze Gemüsepflanze Gründüngung-Bodenverbesserer Bauerngarten landwirtschaftliche Kulturpflanze Mischkultur Hummelblume verwildernde Zierpflanze Alpenpflanze

<b>Erbse - <i>Pisum sativum</i></b>
Erbse - Pisum sativum
Bildquelle: Wikipedia User Dyorkey; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

sativus: gesät, angepflanzt

andere Namen: Gartenerbse, Speiseerbse

Ab etwa 8000 v. Chr. ist der Anbau von Erbsen durch archäologische Funde belegt.
2005 wurden weltweit ca 9 Mio. Tonnen grüne Erbsen und 11 Mio. Tonnen Trockenerbsen geerntet.


Erbse - Pisum sativum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Erbse - Pisum sativum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Rasbak">Wikipedia User Rasbak</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Erbse - Pisum sativum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Przykuta">Wikipedia User Przykuta</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Erbse ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die Wurzel reicht bis einen Meter tief. An den Seitenwurzeln befinden sich die Wurzelknöllchen. Die Erbse geht nur mit der Knöllchenbakterien-Art Rhizobium leguminosarum Symbiosen ein.

Die Stängel sind niederliegend oder kletternd. Sie werden einen halben bis zwei Meter lang. Sie sind einfach oder am Grund verzweigt, hohl, kantig und kahl. Die Farbe ist bläulichgrün.

Die Laubblätter besitzen ein bis drei Fiederpaare und verzweigte Blattranken. Die Fiederblättchen sind eiförmig bis breit-elliptisch, abgerundet, ganzrandig (oder entfernt gezähnt). Sie sind zwei bis sieben Zentimeter lang und eineinhalb bis vier Zentimeter breit. Die Nebenblätter sind groß (vier bis zehn Zentimeter) und breit halbherzförmig. Am unteren Rand sind die Nebenblätter entfernt gezähnt bis ausgebuchtet. Am Grund haben sie meist einen violetten Punkt.


Blütenstand, Blüten und Früchte:

Der Blütenstand ist ein- bis dreiblütig, die Traubenachse endet oft in einer Granne.
Blütenstände einer Erbse, mit Blütenknospen und Blüten.

Die Blüten haben einen fünf bis zehn Millimeter langen Stiel. Der Kelch ist glockig und am Rücken ausgesackt. Die Kelchzähne sind eiförmig-lanzettlich. Die unteren Zähne sind rund dreimal so lang wie die Röhre, sowie schmaler und länger als die oberen. Die Krone ist 15 bis 36 Millimeter lang. Bei der Unterart Pisum sativum ssp. sativum ist die Fahne weiß, bei der Unterart Pisum sativum ssp. elatius ist die Fahne blasslila und die Flügel sind dunkelpurpur.

Die Blüten führen Nektar und duften nach Honig. Der Bestäubungsmechanismus stellt eine Kombination aus Pump- und Bürstenmechanismus dar. In Mitteleuropa wird die Erbse nur von wenigen Bienen besucht. Die Kronblätter schließen so stark, dass nur wenige in Mitteleuropa heimische Arten den Mechanismus auslösen können und an den Nektar gelangen. Zumindest in Mitteleuropa ist die Erbse vorwiegend autogam.

Blütezeit ist Mai und Juni, wobei eine Blüte rund drei Tage blüht, eine Pflanze zehn bis 21 Tage.
Erbsenpflanze, zu erkennen sind die Blätter, die großen Nebenblätter und die Hülsenfrüchte.

Die Hülsenfrüchte sind drei bis zwölf Zentimeter lang, ein bis zweieinhalb Zentimeter dick und je nach Sorte gelb oder bräunlich, selten schwarz. Sie enthalten vier bis zehn Samen, die wie die Pflanze Erbsen genannt werden. Die Samen sind drei bis neun Millimeter groß und je nach Sorte unterschiedlich gefärbt. Der Nabel (Hilum) ist rund zwei Millimeter lang und elliptisch bis kreisrund.


Verwendung in der Küche

Der größte Teil der Trockenerbsen wird in der Tierernährung als Erbsenschrot verfüttert, ebenso Erbsenfuttermehl aus der Nahrungsmittelproduktion und Erbsenkleie als Rückstand in der Schälmüllerei. Auch Erbsenstroh wird wegen seines hohen Nährstoffgehalts verfüttert. Weiters wird die Erbse als Grünfutter und als Gründünger verwendet.

Für die menschliche Ernährung wurden ursprünglich ebenfalls Trockenerbsen verwendet, die hauptsächlich als Mus zubereitet wurden. Heute noch verbreitet ist die Erbsensuppe. Im 19. Jahrhundert entstand die Erbswurst. Getrocknete Erbsen werden als ganze Erbsen (mit Samenschale) oder als halbe Erbsen (deren Samenschale entfernt wurde) benutzt.

Heute werden Erbsen in Mitteleuropa hauptsächlich grün zubereitet. Seltener frisch, da Erbsen nicht besonders lange haltbar sind und rasch an Geschmack verlieren. Häufiger finden Erbsen in Form von Konserven und tiefgekühlt Verwendung. Im Gegensatz zu früher wird sie als Gemüsebeilage verwendet, weniger als Hauptnahrungsmittel.

Inhaltsstoffe

Grüne, unreife Erbsen enthalten 18 bis 20 Prozent Trockensubstanz, die sich folgendermaßen verteilt: 5-8 % Protein, 0,5 % Fett, 10-15 % Kohlenhydrate. Reife Samen enthalten 20-25 % Eiweiß, 1-3 % Fett und 60 % Kohlenhydrate. Marquard gibt folgende Prozentzahlen, bezogen auf das Trockengewicht, an: 25,7 % Rohprotein, 1,4 % Rohfett, 53,7 % Kohlenhydrate, 18,7 % Ballaststoffe und 2,9 % Mineralstoffe.

Die für den Menschen essentiellen Aminosäuren sind in Erbsen wie folgt vorhanden (in Gramm pro 16 Gramm Stickstoff): (Cystein 1,0), Methionin 0,9, Lysin 7,3, Isoleucin 4,2, Leucin 7,0, Phenylalanin 4,4, (Tyrosin 3,1), Threonin 3,8, Tryptophan 1,5, Valin 4,7.

Der durchschnittliche Mineralstoffgehalt beträgt:

* Makroelemente (in Prozent der Trockenmasse): Calcium 0,06, Phosphor 0,42, Natrium 0,03, Kalium 1,06, Magnesium 0,13.
* Mikroelemente (in mg pro kg): Eisen 56, Zink 39, Mangan 14, Kupfer 8.

Trockenspeiseerbsen besitzen einen Tanningehalt von 0,9 bis 1,4 %, der Tanningehalt von Futtererbsen liegt zwischen 1,5 und 2,5 %.

Erbsen enthalten wie die meisten Leguminosen Phytoöstrogene, die die Fruchtbarkeit von Säugetieren reduzieren. In Indien verwendeten Frauen Suppe aus Erbsenhülsen zur Verzögerung der Empfängnis.

Erbsensamen enthalten in geringem Ausmaß auch cyanogene Glycoside (Linamarin), etwa 2,3 mg HCN pro 100 g.
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Erbse - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
Gute Nachbarn: Dill - Fenchel - Gurke - Karotte - Gemüsekohl - Blumenkohl - Weißkraut - Rotkohl - Wirsing - Chinakohl - Speiserübe - Kohlrabi - Kopfsalat - Riesen Kürbis - Mais - Garten-Petunie - Radieschen - Rübe - Echter Salbei - Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe - Tagetes -
Schlechte Nachbarn: Blumenkohl - Kartoffel - Knoblauch - Porree - Tomate - Speisezwiebel -

Die Erbse gedeiht am besten auf Lehmböden mit ausreichend Humus und Kalk, ausgeglichener Wasserführung und guter Durchlüftung, etwa Löß- und tiefgründigen Kalkböden. Die Bodenreaktion soll im neutralen bis schwach basischen Bereich liegen. Nicht geeignet sind schwere Tonböden, Sand- und Moorböden. Hauptanbaugebiet in Deutschland ist Sachsen-Anhalt.

Die Erbse hat eine starke Unverträglichkeit zu sich selbst, daher müssen Anbaupausen von sechs bis acht Jahren eingehalten werden. Sie gilt aufgrund des frühen Erntetermins und der positiven Beeinflussung der Bodenstruktur als gute Vorfrucht für Raps und Wintergetreide.

Sonstiges

Als uralte Kulturpflanze spielt die Erbse auch in Sagen und Märchen eine große Rolle. Als Beispiel diene nur das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, oder auch Aschenputtel. Erbsenmus galt auch als Lieblingsspeise von Zwergen und Heinzelmännchen. Absichtlich ausgestreute Erbsen verrieten aber Letztere, woraufhin sie Köln verließen.

Erbsen galten auch als Totenspeise. Die erste Erwähnung diesbezüglich stammt aus dem Ägypten der 12. Dynastie (1900 v. Chr.). Auch in Mitteleuropa war die Erbse eine Totenspeise. Wer in der Karwoche Erbsen aß, sollte bald eine Leiche im Haus haben. Auch das Verspeisen von Erbsen während der zwölf Rauhnächte sollte zu verschiedenen Unglücksfällen führen. In Böhmen war es Brauch, am Heiligen Abend in die Ecken der Stuben kreuzweise Erbsenmus zu streuen, wohl ein Relikt aus der Verehrung der Totengeister, später diente als Erklärung für die Mäuse. In manchen Gegenden ist Erbsensuppe fixer Bestandteil des Leichenschmauses, so in Mecklenburg. In Freiburg im Breisgau wurde sie bei der Totenwache gereicht.

Erbsen galten auch als Fruchtbarkeitsbringer, da die verstorbenen Ahnen auch die Fruchtbarkeit brachten. Einige Bräuche in diesem Zusammenhang waren/sind: Erbsen als erstes Futter für die Schweine an Neujahr (Ostpreußen); Schlagen eines Sackes mit Erbsen an Obstbäume, damit sie soviel Früchte wie Erbsen im Sack tragen; Erbsen als Hochzeitsspeise; Erbsen zum Bewerfen des Brautpaares. Als Fruchtbarkeitsbringer sei auch der Erbsenbär erwähnt, der etwa im rheinländischen Karneval oder im alemannischen Raum vorkommt, oder in Ostdeutschland bis ins 20. Jahrhundert Bestandteil des Brautzugs war. Der Erbsenbär in germanischer Zeit als Verkörperung des Gewittergottes Thor (Donar), von daher kommt auch der Brauch in manchen Gebieten Deutschlands, am Donnerstag Erbsensuppe zu essen (z. B. Schwaben).

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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