Gewöhnliches Rispengras - Poa trivialis

Familie: Süßgräser - Poaceae

Kategorie: Alpenpflanze  Süßgräser  

Gewöhnliches Rispengras Info

Poa: gr. poa = Kraut, Futtergras; "Rispengras"
trivialis: gewöhnlich

Das Gewöhnliche Rispengras (Poa trivialis) ist ein Vertreter der Rispengräser (Poa), dessen natürliches Verbreitungsgebiet sich von Westeuropa bis Japan erstreckt. Durch den Menschen wurde es auch in Afrika, Amerika und Australien verbreitet. Es wird mitunter zum Anlegen von Rasen verwendet, da es gut an feuchten und schattigen Standorten gedeiht.

Das Gewöhnliche Rispengras bildet ausdauernde, gras- bis gelbgrüne, lockere Horste mit Halmen von 20 bis 80 Zentimetern, selten auch bis 100 Zentimetern Höhe. Die Halme sind meist am Grunde niederliegend und gekniet aufsteigend, haben drei bis fünf Knoten und stielrunde Internodien. Sie sind unter der Rispe meist rau, und sterben nach der Reife der Rispe früh ab. Die Blattscheiden sind rau, gekielt und meist etwas zusammengedrückt. Das Blatthäutchen der Halmblätter ist ein häutiger Saum, wird 5 bis 10 Millimeter lang und läuft spitz aus. Außerhalb der untersten Blattscheiden wachsen lange, oberirdische und beblätterte Kriechsprossen, die an den Knospen wurzeln. Die Blattscheiden dieser Erneuerungssprossen sind fast bis oben geschlossen und mit einer tiefen Längsfurche versehen. Das dazugehörige Blatthäutchen wird etwa 4 Millimeter lang. Die flach-ausgebreiteten Blattspreiten werden 5 bis 20 Zentimeter lang und 2 bis 5 Millimeter breit. Sie sind am oberen Ende plötzlich zugespitzt, kapuzenförmig und ziemlich dünn. Die Unterseite ist glatt, kahl und glänzend, die Oberseite oft rau.

Die Ährchen sind in dichten Rispen angeordnet, die 10 bis 25 Zentimeter lang und ausgebreitet oder zusammengezogen sind. Von der Hauptachse gehen drei bis sieben, selten bis elf Seitenäste ab. Die 3 bis 4 Millimeter langen Ährchen sind zwei– bis vierblütig und grün, aber häufig braun oder violett angehaucht. Die Hüllspelzen sind kahl, häutig, auf dem Kiel rau und mit weißlichen Rändern versehen. Die untere Hüllspelze ist einnervig, wird 2 bis 3 Millimeter lang und ist zugespitzt und von der Seite gesehen lanzettlich. Die obere Hüllspelze ist dreinervig, 2,5 bis 3,5 Millimeter lang, zugespitzt und breit-lanzettlich. Die Deckspelzen sind fünfnervig, 2,5 bis 3,5 Millimeter lang, lang-eiförmig und zugespitzt. Sie sind häutig, haben weißliche Ränder und die untere Hälfte des Kiels ist kurz behaart. Die Blütchen sind am Grund mit langen Wollhaaren besetzt. Die Vorspelzen sind zweinervig, 2,2 bis 3,3 Millimeter lang und lanzettlich. Die Kiele sind mit sehr kurzen, spitzen Borstenhaaren besetzt. Die Staubbeutel werden 1,5 bis 2 Millimeter lang, die Früchte sind 1,3 bis 1,6 Millimeter groß. Die Blütezeit ist von Juni bis Juli.


Standort

Es wächst in der Ebene bis in die subalpine Stufe. Dort gedeiht es in feuchten Wiesen, in Gärten, als Unkraut in Klee- und Luzernfeldern, an Fluss-, Wald- und Wegrändern und in Straßengräben. Es bevorzugt sickerfeuchte bis nasse, nährstoffreiche, mild bis schwach saure Lehm- und Tonböden. Es verträgt lange Überstauungen, aber keine häufig austrocknenden Böden.

Verbreitung/Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Rispengrases erstreckt sich von Westeuropa bis nach Indien und Japan. In Nord- und Südamerika, Afrika, Australien und Neuseeland wurde es durch den Menschen verbreitet.

Sonstige Verwendung

Das Gewöhnliche Rispengras wird gelegentlich auf Weiden und Rasen gesät, wo es besonders gut an kühlen, feuchten und schattigen Standorten gedeiht.

Gewöhnliches Rispengras Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 20cm bis 1m
Blütezeit von Juni bis Juli
Lebensraum: (Fett-) Wiesen und Weiden; Äcker, Getreidefelder, Brachen; Ebene; Gebirge; Mittelgebirge;
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: verbreitet
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2400m
Lichtbedarf: Halbschatten; Licht;
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; mild;
Bodenfeuchte: feucht; nass;

Gewöhnliches Rispengras Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: feucht; nass;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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