Zwerg-Schlüsselblume - Primula minima

Familie: Primulaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze

<b>Zwerg-Schlüsselblume - <i>Primula minima</i></b>
Zwerg-Schlüsselblume - Primula minima
Bildquelle: Wikipedia User Mathe94; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Primula: lat. prima = die erste, -ula = Deminutiv (wg. der frü­hen Blü­te­zeit); "Primel"
minimus: kleinster (Superlativ von parvus)


Zwerg-Schlüsselblume - Primula minima; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Aroche">Wikipedia User Aroche</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Zwerg-Schlüsselblume - Primula minima; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Tigerente">Wikipedia User Tigerente</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Zwerg-Primel ist eine rasig wachsende, ausdauernde krautige Pflanze und mit einer Wuchshöhe von bis zu 4 Zentimeter die kleinste heimische Primel-Art. Sie ist scheinbar kahl, jedoch fast überall mit etwa 0,03 bis 0,05 mm langen Drüsenhaaren bedeckt. Die glänzenden Laubblätter sind in kleinen gedrängten Rosetten angeordnet. Sie sind etwa 15 Millimeter, sind keilförmig und vorne abgestutzt. Die Seitenkanten sind ganzrandig, die Vorderkante mit drei bis neun groben, in eine Knorpelspitze verschmälerten Sägezähnen versehen.

Die Blüten stehen meist einzeln auf einem 2 bis 8 Millimeter langen Schaft und haben ein bis zwei lanzettliche Tragblätter. Der etwa 5 bis 8 Millimeter lange Kelch besitzt eiförmige Kelchzähne. Die leuchtend rote Krone ist mit 15 bis 30 Millimeter Durchmesser unverhältnismäßig groß für die kleinen Blattrosetten. Die Krone hat einen weißen, drüsenhaarigen Schlund und keilförmige, tief eingeschnittene Kronzipfel.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 66, (64, 67, 68, 69, 70, 73).

Die Zwerg-Primel bildet gelegentlich Hybriden mit der genetisch nahe verwandten Clusius-Primel (Primula clusiana), die in den Alpen etwa im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommt.


Standort

Als Standort werden kalkarme Böden, Frische (Silikat-) Magerrasen (Krummseggenrasen) und Schneeböden bevorzugt. Die Zwerg-Primel braucht sauren, kalkarmen oder kalkfreien, humos-modrigen und steinig-lehmigen Untergrund. Sie besiedelt Schneetälchen und ruhenden Schutt, sie geht aber auch auf windgefegte, gratnahe Rasen und in feinerdereiche Felsspalten. Sie ist eine Charakterart des Primulae-Caricetum curvulae aus der Klasse der Krummseggenrasen (Juncetea trifidi), kommt aber auch im Caricetum firmae, im Elynetum oder in Nardion-Gesellschaften vor.

Verbreitung/Vorkommen

Die Zwerg-Primel ist in den Gebirgen Mittel- und Osteuropas heimisch. In den Alpen kommt sie vom Brennerpass ostwärts bis zum Wiener Schneeberg, von Bayern bis zum Tonalepass in Höhenlagen von 1700 m bis 3000 Meter vor. Weitere Vorkommen sind das Riesengebirge (ab 1200 m), die Tatra, die Karpaten, Albanische Alpen, der Hohe Balkan und die Rhodopen in Bulgarien,.

In Österreich mäßig häufig in der (sub-)alpinen Höhenstufe. Sie fehlt in Wien, Burgenland und Vorarlberg. Die Zwerg-Primel ist eine typische Ostalpenpflanze.
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Zwerg-Schlüsselblume - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: frisch;

Sonstiges

Die Zwerg-Primel wurde erstmals von Clusius in seinem berühmten Buch Rariorum plantarum historia (1601) auf Seite 305 als Auricula ursi VIII minima beschrieben und abgebildet.
Alpenpflanzen, die unter solch extremen Umweltbedingungen (Temperatur, Wetter,...) wie die Zwerg-Primel leben, verwenden oft das Klonen zur Reproduktion. Reisch und Kellermeier untersuchten, ob sich die Zwerg-Primel in erster Linie durch Klonen oder durch sexuelle Reproduktion vermehrt. Ihre genetischen Untersuchungen belegen überraschenderweise, dass sich die Zwerg-Primel ist erster Linie sexuell reproduziert.

Die Zwerg-Primel ist unter anderem die Wappenpflanze des Riesengebirgsvereins.
Hoffmann von Fallersleben verfasste um 1848 das Gedicht "Das Koppenblümchen Habmichlieb" zur Ehren der Zwerg-Primel:

Laß uns auf die Koppe steigen, nun der Frühling ist erwacht! Will Dir dort ein Blümchen zeigen, das Dir froh entgegenlacht,

Was mein Herz noch nie gewagt, Dir das liebe Blümchen sagt. "Hab mich lieb!"

Wie´s auf ödem Felsgesteine zwischen Moos und Gräsern sprießt, und am warmen Sonnenscheine seinen ros´gen Kelch erschließt! Hab mich lieb, so spricht´s zu Dir, Liebchen, komm´ und pflück´ es mir. "Hab mich lieb!"

Blumen blüh´n an jedem Orte, Blumen blüh´n auf Berg und Tal, aber eine nur hat Worte, ein grüßt Dich tausendmal. Was mein Herz noch nie gewagt, Dir das liebe Blümchen sagt. "Hab mich lieb!"

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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