Die Alpen-Kuhschelle oder Alpen-Küchenschelle (Pulsatilla alpina, Syn.: Anemone alpina L.), auch Alpen-Anemone, ist eine Pflanzenart, die der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und der Gattung der Kuhschellen (Pulsatilla) angehört.
Auf die haarigen Fruchtköpfchen beziehen sich originelle Volksnamen: Petersbart, Teufelsbart, Haarige Männle, Wilde Männle, Grantiger Jager, Tschawau (Obersteiermark), Strublbuabn, Bocksbart, Hexenbesen.
Die Alpen-Kuhschelle ist eine dicht behaarte, mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Die Grundblätter sind am Beginn der Blütezeit noch wenig entwickelt, später sind diese langgestielt und doppelt 3teilig. In der oberen Stängelhälfte zeigen sich 3 hochblattartige Stängelblätter. Diese sind am Grund nicht verwachsen.
Die Blütezeit der einzelnen, endständigen Blüten erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Blüten haben bei der Großen Alpen-Kuhschelle (P. alpina subsp. alpina) und der Gelben Alpen-Kuhschelle (P. alpina subsp. apiifolia) 4 bis 6 cm Durchmesser, bei der Kleinen Alpen-Kuhschelle (P. alpina subsp. alba) sind sie nur 2 bis 4 cm breit. Die Blütenhülle besteht meist aus sechs ovalen, weißen oder gelben Blütenhüllblättern, die außen oft blau überlaufen sind.
Da sich die fedrig-behaarten Griffel im Zuge der Fruchtreife auf bis zu 5 cm verlängern, zeigt der Fruchtstand der Pflanze ein auffallend haarschopfartiges Erscheinungsbild – in der Schweiz „Haarmannli“ genannt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 für die Unterarten subsp. alpina, subsp. austriaca und subsp. apiifolia.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Es ist wirksam gegenüber Pilzen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
| Giftstoffe | Protoanemonin |
Folgesymptome
Übelkeit, Atemlähmung, Nierenschädigung, Lähmungen des zentralen Nervensystems, Schock, Benommenheit
Symptome bei Hautkontakt
Blasenbildung, Hautreizung, Juckreiz, Schleimhautreizung, Kontaktdermatitis
Standort
Als Standort werden magere Weiden und steinige Rasen bevorzugt. Die Große Alpen-Kuhschelle kommt auf kalkigem Untergrund vor, während die Kleine Alpen-Kuhschelle und die Gelbe Alpen-Kuhschelle kalkarme Böden bevorzugen.
Verbreitung & Vorkommen
Die Alpen-Kuhschelle ist in den Alpen und im Jura in Höhenlagen zwischen 1200 und 2700 Meter über dem Meeresspiegel beheimatet.
Inhaltsstoffe
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt. Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um. Die Wiesen-Kuhschelle enthält außerdem Saponine, Harze und Gerbstoffe.
Aus derselben Gattung (Pulsatilla)
Alle Pflanzen der Gattung Pulsatilla →
Krautfinder — Pflanzen bestimmen