Spreizender Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus circinatus

Familie: Ranunculáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Wasserpflanze

<b>Spreizender Wasser-Hahnenfuß - <i>Ranunculus circinatus</i></b>
Spreizender Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus circinatus
Bildquelle: Wikipedia User LC-de; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"


Spreizender Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus circinatus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Spreizender Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus circinatus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Fabelfroh">Wikipedia User Fabelfroh</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Spreizende Wasserhahnenfuß ist eine wintergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die 5 bis 300 Zentimeter lange, kahle Stängel ausbildet. Es handelt sich um eine flutende Unterwasserpflanze. Die Laubblätter sind am Stängel verteilt angeordnet. Die Blattzipfel sind in einer Ebene angeordnet. Der Umriss der in haarfeine Segmente geteilten Blattspreite ist kreisrund. Sie bleiben auch außerhalb des Wassers gespreizt und fallen nicht schlaff in sich zusammen wie die Tauchblätter anderer Wasserhahnenfußarten.

Die sich über die Wasseroberfläche erhebenden Blüten sind zwittrig und radiärsymmetrisch. Die fünf abstehende Kelchblätter besitzen eine Länge von 3 bis 6 Millimeter. Die fünf freien weißen, ausdauernden Kronblätter besitzen eine Länge von bis 10 zu Millimeter und halbmondförmige Nektardrüsen. Es sind meist 20 bis 25 (5 bis 27) Staubblätter vorhanden. Der Blütenboden ist behaart. Die meist 42 bis 48 (30 bis 60) Nüsschen sind lang behaart und verkahlend; die Griffel sitzen seitlich an.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.


Standort

Die Art siedelt hier in Laichkraut- und Seerosengesellschaften eutropher, schlammiger Flüsse, Altwässer, Gräben, Seen und Tümpel, die basenreich und oft kalkhaltig, in Küstenmarschen auch schwach salzhaltig sind. Saure Gewässer werden gemieden.

Verbreitung/Vorkommen

Die Nominatform ist in klimatisch gemäßigten Zonen Europas und Asiens verbreitet. In Deutschland kommt der Spreizende Wasserhahnenfuß stetig im südlichen und mittleren Bayern (ausgenommen die Alpen), zerstreut in Nordbayern, Baden-Württemberg, dem nördlichen Nordrhein-Westfalen, in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie selten in Rheinland-Pfalz, dem südlichen Nordrhein-Westfalen, in Hessen und Sachsen vor. Verbreitungsschwerpunkte sind vor allem Flusstäler.

Giftigkeit

Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie vom Vieh gemieden. Die Giftstoffe werden jedoch durch Trocknen abgebaut, so dass Heu, welches getrockneten Hahnenfuß enthält, unschädlich ist. Abgemähte Stängel können bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen (Wiesendermatitis). Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Ekzem-Entoxin® NMatrix-Entoxin®Broncho-Entoxin® NFella-Entoxin®

Spreizender Wasser-Hahnenfuß - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; Schlammboden / Schlickboden;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Spreizender Wasser-Hahnenfuß in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ranunculus

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz