Flutender Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus fluitans

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Wasserpflanze

<b>Flutender Wasser-Hahnenfuß - <i>Ranunculus fluitans</i></b>
Flutender Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus fluitans
Bildquelle: Wikipedia User Rasbak; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"
fluitans: fließend, schwimmend


Der Flutende Wasserhahnenfuß ist eine mehrjährige, hellgrüne Wasserpflanze. Er zeichnet sich durch stark geteilte Wasserblätter aus, die länger sind als der bis zu 35 Zentimetern große Abstand zwischen den Stängelknoten. Unter Wasser erreicht die hellgrüne Wasserpflanze eine Länge von bis zu sechs Metern. Schwimmblätter werden von dieser Art nur selten entwickelt. Die Blattform ist völlig anders gestaltet als bei Pflanzen die an Land leben und den Bedingungen im fließenden Wasser angepasst. Die derben, gestielten Unterwasserblätter sind in lange, parallel gerichtete fadenförmige Blattzipfel aufgelöst. Sie sind mehrfach gabelförmig fein zerteilt, haben eine Länge von mindestens acht Zentimetern und eiförmige Nebenblätter die zu dreiviertel ihrer Länge mit dem Blattstiel verwachsen sind. Diese Wuchsform wird auch als Seegras bezeichnet.

Zwischen Juni und August blühen über Wasser die bis zu zwei Zentimeter großen Blüten, die aus fünf grünen Kelchblättern und weißen, am Grund gelben, Kelchblättern bestehen. Die Kelchblätter sind abstehend und zwischen vier und sechs Millimeter lang, während die ungeteilten Kelchblätter Längen zwischen sechs und 13 Millimeter erreichen. Die Blüte bildet zwischen 20 und 35 Staubblätter aus wobei die Nektarblätter ei- bis birnenförmig sind. Aus der Blüte bilden sich ein Früchtekopf mit 34-63 teilige spärlich behaarte oder kahle Nüsschen. Diese ragen auf kräftigen Stielen etwas über die Wasseroberfläche. Die etwa einen Millimeter großen, ovalen Samen sind meist glatt mit zwei Nasen an den seitlichen Enden.


Verbreitung/Vorkommen

Diese Pflanzenart ist in Süd- und Mitteleuropa sowie Großbritannien verbreitet. Sie ist ein submeridionales bis nördlich temperates Florenelement. Besonders angepasst ist sie an schwankende Wasserbestände. Bei Austrocknung des Gewässers kann sie auch eine Landform entwickeln. Der Lebensraum des Flutenden Wasserhahnenfuß ist strömendes, sauerstoffreiches und kühles Wasser. Diese Art ist deshalb in Bächen und Flüssen von der Ebene bis in die mittlere Gebirgslagen zu finden. In nährstoffreichen Fließgewässern kann es ganze Flussabschnitte bis an die Oberfläche dicht bewachsen, und ist dort häufig bestandsbildend.
Als ökologische Zeigerwerte nach Ellenberg wird die Art als ozeanische Lichtpflanze für mäßigwarme bis warme Unterwasser-Standorte angegeben.
Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die sehr effektive Wasserausbreitung.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile von Ranunculus-Arten sind durch Protoanemonin giftg, besonders die Wurzeln.
Hauptwirkstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin, das sich beim Trocknen sehr rasch zu dem weniger aktiven Anemonin dimerisiert und dann in Anemoninsäure übergeht.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, oder gar Blasenbildung auf der Haut
Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Rötung, Juckreiz, Schwellung und Blasenbildung (Hahnenfußdermatitis). Geschwür- und Gangränartige Reaktionen können auftreten. Es handelt sich dabei um eine irritative, d. h. nicht allergische Erscheinung. Entzündungen an den Schleimhäuten der Nase und der Augen sind dagegen durch die Pollen des Scharfen Hahnenfußes verursacht, sie bewirken Heuschnupfen als eine inhalative Allergie vom Soforttyp.

Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Protoanemonin und Anemonin sind vermizid, und sie besitzen antibiotische Wirksamkeit. Anemonin wirkt spasmolytisch (krampflösend). Vergiftungen sind beim Menschen relativ selten. Eingenommen verursacht der Saft Brennen im Mund, Brechen, Magen- und Leibschmerzen, Durchfall, allgemeine Körperschmerzen, konvulsivische Anfälle, Betäubung, Schwindel Abnahme der Herzleistung und Dyspnoe.
Protoanemonin ist wirksam gegenüber Pilzen.
Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie meist vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Beim Vieh treten Vergiftungen gewöhnlich nur bei massenhaftem Auftreten des Scharfen Hahnenfußes im Weidegras oder durch Verfütterung von hahnenfußreichem Gras in frischem Zustand auf. Die getrocknete Pflanze (beispielsweise Heu) ist durch die Dimerisation des Protoanemonins praktisch unwirksam und daher auch in großen Mengen für das Vieh unschädlich.

Inhaltsstoffe

Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.
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Flutender Wasser-Hahnenfuß - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: sandiger Boden / Sandboden; Schlammboden / Schlickboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: nass;
Boden Nährstoffgehalt: basenarm; mäßig nährstoffreich; nährstoffreich;

Flutender Wasser-Hahnenfuß in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ranunculus

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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