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Reinweißer Wasser-Hahnenfuß

Ranunculus ololeucos
Giftpflanze Giftig ⚠️

Der Reinweiße Wasserhahnenfuß (Ranunculus ololeucos) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Diese seltene Art gehört zur Artengruppe Wasser-Hahnenfuß (Ranunculus aquatilis aggr.) und ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Auch innerhalb Zentraleuropas gilt diese Art als gefährdet.

Der Reinweiße Wasser-Hahnenfuß ist eine mehrjährige, wintergrüne Wasserpflanze. Die Pflanze bildet am oberen Stängelteil etwa drei Zentimeter große, dreiteilige Schwimmblätter aus. Sie wurzelt in 30 bis 60 Zentimeter tiefen Flachwasser. Angepasst an das Leben unter Wasser, hat die Pflanze neben den Schwimmblättern robuste, fein zerteilte, haarförmige Wasserblätter. Die Blattzipfel befinden sich nicht auf einer Ebene sondern sitzen nieren- bis kreisförmig auf einem langen Stiel. Die Blätter sind länger als die Abstände der Stängelknoten und erreichen maximal 10 Zentimeter. Die Pflanze bildet etwa kreisförmige Nebenblätter die zu mehr als 2/3 mit dem Blattstiel verwachsen sind.

Die langen Blütenstiele entspringen den Achseln der Schwimmblätter. Die Kelchblätter sind 3,5 bis 4,5 Millimeter lang, zurückgebogen und haben zuweilen blaue Spitzen. Die länglich eiförmigen, 7 bis 15 Millimeter langen, rein weißen Kelchblätter wirken hinfällig. Die Blüte bildet im allgemeinen 15 bis 20 Staubblätter, es kommen aber auch zwischen 10 und 25 Staubblätter vor. Die Nektarblätter sind länger als 6 mm und die Nektardrüsen wirken halbmondförmig. Die Blütezeit ist Mai bis Juni.

Je Blüte werden 16 bis 30 dicht zusammenstehende kahle Nüsschen gebildet. Im unreifen Zustand sind die Früchtchen behaart.

Alle Pflanzenteile von Ranunculus-Arten sind durch Protoanemonin giftg, besonders die Wurzeln.
Hauptwirkstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin, das sich beim Trocknen sehr rasch zu dem weniger aktiven Anemonin dimerisiert und dann in Anemoninsäure übergeht.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, oder gar Blasenbildung auf der Haut
Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Rötung, Juckreiz, Schwellung und Blasenbildung (Hahnenfußdermatitis). Geschwür- und Gangränartige Reaktionen können auftreten. Es handelt sich dabei um eine irritative, d. h. nicht allergische Erscheinung. Entzündungen an den Schleimhäuten der Nase und der Augen sind dagegen durch die Pollen des Scharfen Hahnenfußes verursacht, sie bewirken Heuschnupfen als eine inhalative Allergie vom Soforttyp.

Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Protoanemonin und Anemonin sind vermizid, und sie besitzen antibiotische Wirksamkeit. Anemonin wirkt spasmolytisch (krampflösend). Vergiftungen sind beim Menschen relativ selten. Eingenommen verursacht der Saft Brennen im Mund, Brechen, Magen- und Leibschmerzen, Durchfall, allgemeine Körperschmerzen, konvulsivische Anfälle, Betäubung, Schwindel Abnahme der Herzleistung und Dyspnoe.
Protoanemonin ist wirksam gegenüber Pilzen.
Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie meist vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Beim Vieh treten Vergiftungen gewöhnlich nur bei massenhaftem Auftreten des Scharfen Hahnenfußes im Weidegras oder durch Verfütterung von hahnenfußreichem Gras in frischem Zustand auf. Die getrocknete Pflanze (beispielsweise Heu) ist durch die Dimerisation des Protoanemonins praktisch unwirksam und daher auch in großen Mengen für das Vieh unschädlich.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
GiftstoffeGlykoside (Glycoside), Protoanemonin

Erste Symptome

Erbrechen, Brennen im Mund /Rachenraum

Folgesymptome

Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel, Atmungsstörungen, Gliederschmerzen, Leibschmerzen, Schmerzen, Konvulsionen (Schüttelkrampf), narkotische Wirkung, Muskelzuckungen

Symptome bei Hautkontakt

Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut, Kontaktdermatitis, Augenreizung, Hautirritationen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken

Verbreitung & Vorkommen

Der Reinweiße Wasserhahnenfuß ist in den gemäßigten Breiten Europas bis in Höhenlagen von etwa 700 Meter beheimatet. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Süd- und Westeuropa. In Deutschland gibt es nur Bestände in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Hier findet man sie in Flachwasserbereich (30 bis 50 cm Tiefe) nährstoffarmer Klargewässer (Heideweiher) der pleistozänen Sandgebiete. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im restlichen Europa kommt er nur selten vor.

Diese Art benötigt sonnige bis halbschattige Plätze in mäßig warmen, nährstoffarmen Gewässern. Ihre Anwesenheit deutet auf extremes Seeklima bei häufig wechselnde Wasserständen, und stickstoffarme Böden hin. Man findet sie in Teichen und Gräben außerhalb von Städten, vorwiegend in den Uferregionen in kleinen bis größeren Gruppen.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die Wasserausbreitung.

Inhaltsstoffe

Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.

Aus derselben Gattung (Ranunculus)

Alle Pflanzen der Gattung Ranunculus

Aus derselben Familie (Hahnenfußgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Hahnenfußgewächse