Gebirgs-Hahnenfuß - Ranunculus oreophilus

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Alpenpflanze

<b>Gebirgs-Hahnenfuß - <i>Ranunculus oreophilus</i></b>
Gebirgs-Hahnenfuß - Ranunculus oreophilus
Bildquelle: Wikipedia User Selso; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"

andere Namen: Syn. Ranunculus hornschuchii Hoppe, Ranunculus breyninus Crantz, Vorland-Berg-Hahnenfuß


Gebirgs-Hahnenfuß - Ranunculus oreophilus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Selso">Wikipedia User Selso</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Gebirgs-Hahnenfuß wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen meist 5 und 15, selten bis zu 50 Zentimetern. Das dünne, walzenförmige Rhizom ist im oberen Teil büschelartig dicht behaart; die Wurzeln sind dünn. Der Stängel ist aufrecht, meist unverzweigt.
Blüte mit den vielen Staubblättern
Habitus, Laubblätter und Blüten

Die Laubblätter sind sowohl grundständig als auch am Stängel verteilt angeordnet. Die grundständigen Laubblätter besitzen eine bis fast bis zum Grund dreiteilige Blattspreite, die anfangs gefaltet sowie nach unten geknickt ist; sie ist matt, anliegend behaart und besitzt einen scharf zugespitzt gezähnten Blattrand. Die sitzenden, relativ kleinen Stängelblätter sind behaart und bis zum Grund in drei bis fünf schmal linealische, zipfelartige, höchstens 2 cm lange Abschnitte geteilt.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die runden Blütenstiele sind anliegend behaart. Die ein bis fünf Blüten besitzen einen Durchmesser von 12 bis 25 Millimetern. Der Blütenboden ist überall dicht behaart. Die kronblattähnlichen Nektarblätter sind gelb und 8 bis 15 Millimeter lang. Die Ansatzstellen der Staubfäden sind behaart.

Jede Sammelfrucht enthält 35 bis 70 Nüsschen, die einen kurzen, angedrückten Fruchtschnabel besitzen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.


Standort

Der Gebirgs-Hahnenfuß wächst in der alpinen und subalpinen Höhenstufe in sonnigen Steinrasen- und Steinschutt-Gesellschaften auf meist kalkhaltigen Steinschutt-Böden. Er ist eine Kennart des Verbands Thlaspion rotundifolii, gedeiht aber auch in Seslerio-Mesobromion-Gesellschaften, seltener auch im lichten Laubwald. In den Allgäuer Alpen steigt er am Gipfel des Kreuzeck in Bayern bis zu 2370 m Meereshöhe auf.

Verbreitung/Vorkommen

Der Gebirgs-Hahnenfuß ist eine mittel- und südeuropäische Gebirgspflanze. Sein Vorkommen umfasst den Kaukasus, die Krim, Transsilvanien, die Karpaten, Bosnien, Istrien, die Alpen einschließlich der Alpenvorland, den Jura, den Apennin, Korsika und die Pyrenäen.

Giftigkeit

Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie vom Vieh gemieden. Die Giftstoffe werden jedoch durch Trocknen abgebaut, so dass Heu, welches getrockneten Hahnenfuß enthält, unschädlich ist. Abgemähte Stängel können bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen (Wiesendermatitis). Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Vitis vinifera - WeinrebeDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Pflanzenextrakt: Darm aktiv - Dr. KollDr. Koll Gemmoextrakt: Rosa canina - Heckenrose

Gebirgs-Hahnenfuß - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden;

Gebirgs-Hahnenfuß in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ranunculus

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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