Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß
Ranunculus penicillatus (Dumort.) Bab.Der Pinselblättrige Wasserhahnenfuß ist eine einjährige oder ausdauernde, wintergrüne Wasserpflanze. Die mit Luftkammern versehenen, kahlen, flutenden Stängel wachsen aufrecht oder liegend. Die Pflanze bildet drei- bis fünflappige, am Grund keilförmig verschmälerte, halbkreisförmige Schwimmblätter aus. Die Schwimmblätter können aber auch fehlen. Angepasst an das Leben unter Wasser hat die Pflanze fein zerteilte, haarförmige Wasserblätter. Außerhalb des Wassers fallen diese pinselförmig zusammen.
Am oberen Teil der Stängel entspringen wenige Blüten und ragen über die Wasseroberfläche. Die langen Blütenstiele entspringen gegenüber dem Blattansatz. Die Blüten sind mit bis zu 3 Zentimeter Durchmesser recht groß im Vergleich zu anderen Wasserhahnenfüßen. Die Blüte ist fünfzählig. Die fünf grünen, abstehenden Kelchblätter sind 3 bis 7 Millimeter lang. Die fünf weißen, am Grund gelben, verkehrt-eiförmig mit abgerundeter Spitze Kronblätter überlappen sich meistens und weisen eine Länge von etwa 10 bis 15, in Ausnahmefällen auch bis 20 Millimeter, auf. Die Blüte entwickelt in der Regel zwischen 8 bis 20, manchmal auch bis 40 Staubblätter, dabei werden auch Nektarblätter ausgebildet.
Die Blütezeit ist Mai bis September. Aus den Blüten bildet sich ein kugelförmiger Fruchtkopf mit 50 bis 80, manchmal auch nur 15 kahlen oder behaarten Nüsschen.
Ökologie
Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die sehr effektive Wasserausbreitung.
Insbesondere die Unterart Ranunculus penicillatus subsp. pseudofluitans kann sich in manchen Flüssen so stark ausbreiten, dass dies starke Auswirkungen auf die Ökologie des Fluss hat. So kann er die Durchflussmenge als auch den Sauerstoffgehalt stark beeinträchtigen. Er wird dann zur dominierenden Pflanze in diesem Gebiet. Das hat dazu geführt, dass in manchen Gebieten die zuständigen Verwaltung die Pflanze ernten lassen um Überflutungen zu vermeiden. Doch bereits bei leicht verändernden Bedingungen verändert sich auch die Ausbreitung des Pinselblättrigen Hahnenfußes nachhaltig.
Alle Pflanzenteile von Ranunculus-Arten sind durch Protoanemonin giftg, besonders die Wurzeln.
Hauptwirkstoffe sind Ranunculin und Protoanemonin, das sich beim Trocknen sehr rasch zu dem weniger aktiven Anemonin dimerisiert und dann in Anemoninsäure übergeht.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, oder gar Blasenbildung auf der Haut
Der Pflanzensaft verursacht auf der Haut Rötung, Juckreiz, Schwellung und Blasenbildung (Hahnenfußdermatitis). Geschwür- und Gangränartige Reaktionen können auftreten. Es handelt sich dabei um eine irritative, d. h. nicht allergische Erscheinung. Entzündungen an den Schleimhäuten der Nase und der Augen sind dagegen durch die Pollen des Scharfen Hahnenfußes verursacht, sie bewirken Heuschnupfen als eine inhalative Allergie vom Soforttyp.
Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Protoanemonin und Anemonin sind vermizid, und sie besitzen antibiotische Wirksamkeit. Anemonin wirkt spasmolytisch (krampflösend). Vergiftungen sind beim Menschen relativ selten. Eingenommen verursacht der Saft Brennen im Mund, Brechen, Magen- und Leibschmerzen, Durchfall, allgemeine Körperschmerzen, konvulsivische Anfälle, Betäubung, Schwindel Abnahme der Herzleistung und Dyspnoe.
Protoanemonin ist wirksam gegenüber Pilzen.
Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie meist vom Vieh gemieden.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Beim Vieh treten Vergiftungen gewöhnlich nur bei massenhaftem Auftreten des Scharfen Hahnenfußes im Weidegras oder durch Verfütterung von hahnenfußreichem Gras in frischem Zustand auf. Die getrocknete Pflanze (beispielsweise Heu) ist durch die Dimerisation des Protoanemonins praktisch unwirksam und daher auch in großen Mengen für das Vieh unschädlich.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Glykoside (Glycoside), Protoanemonin |
Erste Symptome
Erbrechen, Brennen im Mund /Rachenraum
Folgesymptome
Durchfall, Bauchschmerzen, Schwindel, Atmungsstörungen, Gliederschmerzen, Leibschmerzen, Schmerzen, Konvulsionen (Schüttelkrampf), narkotische Wirkung, Muskelzuckungen
Symptome bei Hautkontakt
Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut, Kontaktdermatitis, Augenreizung, Hautirritationen
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken
Standort
Er wächst vor allem in nährstoffreichen fließenden Gewässern. Dabei kann die Fließgeschwindigkeit von langsam bis rasch variieren. Die Art benötigt sonnige bis halbschattige Plätze und meidet sauere Böden.
Verbreitung & Vorkommen
Der Pinselblättriger Wasserhahnenfuß ist in den gemäßigten Breiten Europas bis in Höhenlagen von etwa 700 Meter beheimatet. Nach den ökologische Zeigerwerte von Ellenberg markiert die Wasserpflanze warmes bis mäßig warmes mitteleuropäisches Seeklima.
Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die sehr effektive Wasserausbreitung.
Insbesondere die Unterart Ranunculus penicillatus subsp. pseudofluitans kann sich in manchen Flüssen so stark ausbreiten, dass dies starke Auswirkungen auf die Ökologie des Fluss hat. So kann er die Durchflussmenge als auch den Sauerstoffgehalt stark beeinträchtigen. Er wird dann zur dominierenden Pflanze in diesem Gebiet. Das hat dazu geführt, dass in manchen Gebieten die zuständigen Verwaltung die Pflanze ernten lassen um Überflutungen zu vermeiden. Doch bereits bei leicht verändernden Bedingungen verändert sich auch die Ausbreitung des Pinselblättrigen Hahnenfußes nachhaltig.
Inhaltsstoffe
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol). Protoanemonin ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es wandelt sich beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um.
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