Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus penicillatus

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Wasserpflanze

<b>Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß - <i>Ranunculus penicillatus</i></b>
Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus penicillatus
Bildquelle: Wikipedia User Huku; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ranunculus_penicillatus_k1.jpg


Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"
penicillatus: pinselhaarig


Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus penicillatus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Grzegorz Wysocki">Wikipedia User Grzegorz Wysocki</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Pinselblättrige Wasserhahnenfuß ist eine einjährige oder ausdauernde, wintergrüne Wasserpflanze. Die mit Luftkammern versehenen, kahlen, flutenden Stängel wachsen aufrecht oder liegend. Die Pflanze bildet drei- bis fünflappige, am Grund keilförmig verschmälerte, halbkreisförmige Schwimmblätter aus. Die Schwimmblätter können aber auch fehlen. Angepasst an das Leben unter Wasser hat die Pflanze fein zerteilte, haarförmige Wasserblätter. Außerhalb des Wassers fallen diese pinselförmig zusammen.

Am oberen Teil der Stängel entspringen wenige Blüten und ragen über die Wasseroberfläche. Die langen Blütenstiele entspringen gegenüber dem Blattansatz. Die Blüten sind mit bis zu 3 Zentimeter Durchmesser recht groß im Vergleich zu anderen Wasserhahnenfüßen. Die Blüte ist fünfzählig. Die fünf grünen, abstehenden Kelchblätter sind 3 bis 7 Millimeter lang. Die fünf weißen, am Grund gelben, verkehrt-eiförmig mit abgerundeter Spitze Kronblätter überlappen sich meistens und weisen eine Länge von etwa 10 bis 15, in Ausnahmefällen auch bis 20 Millimeter, auf. Die Blüte entwickelt in der Regel zwischen 8 bis 20, manchmal auch bis 40 Staubblätter, dabei werden auch Nektarblätter ausgebildet.

Die Blütezeit ist Mai bis September. Aus den Blüten bildet sich ein kugelförmiger Fruchtkopf mit 50 bis 80, manchmal auch nur 15 kahlen oder behaarten Nüsschen.


Standort

Er wächst vor allem in nährstoffreichen fließenden Gewässern. Dabei kann die Fließgeschwindigkeit von langsam bis rasch variieren. Die Art benötigt sonnige bis halbschattige Plätze und meidet sauere Böden.

Verbreitung/Vorkommen

Der Pinselblättriger Wasserhahnenfuß ist in den gemäßigten Breiten Europas bis in Höhenlagen von etwa 700 Meter beheimatet. Nach den ökologische Zeigerwerte von Ellenberg markiert die Wasserpflanze warmes bis mäßig warmes mitteleuropäisches Seeklima.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die sehr effektive Wasserausbreitung.

Insbesondere die Unterart Ranunculus penicillatus subsp. pseudofluitans kann sich in manchen Flüssen so stark ausbreiten, dass dies starke Auswirkungen auf die Ökologie des Fluss hat. So kann er die Durchflussmenge als auch den Sauerstoffgehalt stark beeinträchtigen. Er wird dann zur dominierenden Pflanze in diesem Gebiet. Das hat dazu geführt, dass in manchen Gebieten die zuständigen Verwaltung die Pflanze ernten lassen um Überflutungen zu vermeiden. Doch bereits bei leicht verändernden Bedingungen verändert sich auch die Ausbreitung des Pinselblättrigen Hahnenfußes nachhaltig.

Giftigkeit

Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie vom Vieh gemieden. Die Giftstoffe werden jedoch durch Trocknen abgebaut, so dass Heu, welches getrockneten Hahnenfuß enthält, unschädlich ist. Abgemähte Stängel können bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen (Wiesendermatitis). Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll Gemmoextrakt: Abies pectinata – EdeltanneDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - Olive

Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden PH-Wert: neutral;
Boden Feuchte: nass;

Pinselblättriger Wasser-Hahnenfuß in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ranunculus

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Sonstiges

Ökologie

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die sehr effektive Wasserausbreitung.

Insbesondere die Unterart Ranunculus penicillatus subsp. pseudofluitans kann sich in manchen Flüssen so stark ausbreiten, dass dies starke Auswirkungen auf die Ökologie des Fluss hat. So kann er die Durchflussmenge als auch den Sauerstoffgehalt stark beeinträchtigen. Er wird dann zur dominierenden Pflanze in diesem Gebiet. Das hat dazu geführt, dass in manchen Gebieten die zuständigen Verwaltung die Pflanze ernten lassen um Überflutungen zu vermeiden. Doch bereits bei leicht verändernden Bedingungen verändert sich auch die Ausbreitung des Pinselblättrigen Hahnenfußes nachhaltig.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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