Dreiteiliger Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus tripartitus

Familie: Ranunculáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze

<b>Dreiteiliger Wasser-Hahnenfuß - <i>Ranunculus tripartitus</i></b>
Dreiteiliger Wasser-Hahnenfuß - Ranunculus tripartitus
Bildquelle: Wikipedia User Martin Reith; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ranunculus_tripartitus.JPG


Ranunculus: Deminutiv zu lat. rana = Frosch (Standort); "Hah­nen­fuß"
tripartitus: dreiteilig


Der Dreiteilige Wasserhahnenfuß ist eine einjährige oder mehrjährige sommergrüne Wasserpflanze mit kleinen weißen Blüten. Die Pflanze bildet dunkelgrüne, drei- bis fünflappige, keilförmige, tiefgespaltene Schwimmblätter aus. Diese können aber auch fehlen. In tieferem Wasser bildet sie fein zerteilte, haarförmige Wasserblätter. Die Wasserblätter sind stark gegliedert und sehr viel kürzer als die Abstände der Stängelknoten. Die Nebenblätter sind zu mehr als 2/3 mit dem Blattstiel verwachsen.

Am oberen Teil der Stängel entspringen wenige Blüten und ragen über die Wasseroberfläche. Die langen Blütenstiele entspringen gegenüber dem Blattansatz. Die Blüten sind sehr klein. Die Kelchblätter sind nur wenig kürzer als die Kronblätter und behaart. Die weißen Kronblätter sind in der Regel weniger als 5 Millimeter lang (1,25 bis 4,5 mm) und nicht verwachsen. Die Blüte entwickelt zahlreiche Staubblätter, dabei werden auch Nektarblätter ausgebildet.

Die Blütezeit ist März bis Mai. Aus den Blüten bildet sich ein kugelförmiger Fruchtkopf mit 10 bis 15 kahlen Nüsschen.

Die Art ist hexaploid, ihre Chromosomenzahl ist 2n = 48.

Die Art tritt in kleineren bis größeren Gruppen auf. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten oder durch Selbstbestäubung der zwittrigen Blüten. Zu ihrer Vermehrung nützt die Pflanze die Wasserausbreitung.


Standort

Die lichtliebende Pflanze wächst in saisonalen Wasserstellen, flachen Teichen und Gräben mit leicht sauren Lehm- und Sandböden. Bevorzugt findet man sie in Heidegebieten. Nach den ökologischen Zeigerwerten von Ellenberg markiert die Wasserpflanze warmes bis mäßig warmes, extremes Seeklima. Sie weist auf stark wechselnde Wasserstände und schwach basische oder saure, stickstoffarme Böden hin. Sie ist eine Charakterart des Ranunculetum peltati, kommt aber in der Landform auch in Gesellschaften des Verbands Nanocyperion vor.

Verbreitung/Vorkommen

Der Dreiteilige Wasserhahnenfuß tritt sporadisch in den warm gemäßigten Breiten Nordwesteuropas und im Mittelmeerraum bis in Höhenlagen von etwa 700 Meter auf. Außerhalb Europas kommt er nur noch in Marokko vor.

Giftigkeit

Alle Ranunculus-Arten sind giftig (Protoanemonin). Aufgrund ihres beißenden Geschmacks werden sie vom Vieh gemieden. Die Giftstoffe werden jedoch durch Trocknen abgebaut, so dass Heu, welches getrockneten Hahnenfuß enthält, unschädlich ist. Abgemähte Stängel können bei Kontakt Hautreizungen hervorrufen (Wiesendermatitis). Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.

Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.
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Dreiteiliger Wasser-Hahnenfuß - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; Schlammboden / Schlickboden;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffarm;

Dreiteiliger Wasser-Hahnenfuß in
Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "TABERNAEMONTANUS" anno 1664


Auszug aus "New vollkommenlich Kräuter-Buch : mit schönen und künstlichen Figuren aller Gewächs der Baümen, Stauden und Kräutern...:das erste [-das ander und dritte] Theil darinn viel und mancherley heilsamer Artzeney vor allerley innerlichen und eusserlichen Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehes sampt ihrem nützlichen Gebrauch beschrieben werden.../ durch Iacobum Theodorum Tabernaemontanum... ; das ander und dritte Theil...verbessert durch Hieronymum Bauhinum... ; mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, newen Registern und anderm vermehret durch Hieronymum Bauhinum..."

Tabernaemontanus M.DC.LXIV (1664): Das Erste Buch Von Kraeutern Ranunculus

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus anno 1664; Foto: Arnulf Schultes 1999

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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