Rosenwurz - Rhodiola rosea

Familie: Crassulaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Sukkulente Alpenpflanze

<b>Rosenwurz - <i>Rhodiola rosea</i></b>
Rosenwurz - Rhodiola rosea
Bildquelle: Wikipedia User Alpsdake; Bildlizenz: CC BY 4.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rhodiola_rosea_(male).JPG


Rhodiola: Deminutiv zu gr. rhodon = Rose (wg. des Rosengeruches der Wurzel); "Rosenwurz"
roseus: rosenrot


Rosenwurz - Rhodiola rosea; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Alinja">Wikipedia User Alinja</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Rosenwurz - Rhodiola rosea; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Ghislain118">Wikipedia User Ghislain118</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Erscheinungsbild

Rosenwurz wächst als ausdauernde sukkulente Pflanze und erreicht Wuchshöhen meist zwischen 5 und 20, selten bis 35 Zentimetern. Es werden Pfahlwurzeln gebildet. Als Überdauerungsorgan wird ein horizontaler oder vertikaler und oft verzweigter, 1 bis 5 Zentimeter dicker, knolliger, unterirdischer Stamm ausgebildet, der einen charakteristisch rosenartigen Geruch aufweist (darum der deutsche Trivialname). Aus diesem unterirdischen Stamm werden mehrere oberirdische Stängel gebildet, die dick, fleischig sowie kahl sind und Schuppen besitzen; wenn sie abgeschnitten oder verletzt werden, ist der charakteristisch rosenartige Geruch wahrnehmbar.

Laubblätter

Die wechselständig, manchmal pseudo-quirlig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend und sind höchstens eine Vegetationsperiode haltbar. Die dicke, sukkulente, blaugrüne, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 40 Millimetern und einer Breite von 2 bis 10 Millimetern verkehrt-lanzettlich bis etwas löffelförmig. Beide Blattflächen sind kahl. Die Blattreihe vor dem Blütenstand ist ganzrandig oder leicht gezähnt.
Mehrere rote Balgfrüchte stehen zusammen

Blütenstand und Blüte

Rosenwurz ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), es gibt also männliche und weibliche Exemplare. Die Blüten stehen in dichten, bündeligen Blütenständen zusammen.

Die gut duftenden, eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die meist vier, selten drei oder fünf Kelchblätter sind frei. Die 1,5 bis 2,5 Millimeter langen, freien Kronblätter sind bei den weiblichen Blüten gelb, im Verblühen rot-orangefarbenen und bei den männlichen Blüten purpurfarben. In den männlichen Blüten sind sechs bis zehn oder mehr Staubblätter vorhanden. In den weiblichen Blüten sind drei bis sechs freie (apokarpe), oberständige Fruchtblätter vorhanden. Jedes Fruchtblatt enthält nur eine bis einige Samenanlagen.

Frucht und Samen

Es stehen drei bis sechs aufrechte Balgfrüchte zusammen. Die behaarte, fleischige Balgfrucht ist bei einer Länge von 4 bis 6 Millimetern und einem Durchmesser von 3 bis 5 Millimetern länglich-zylindrisch. Die bei Reife rote bis hellrote Balgfrucht öffnet sich von oben ausgehend. Die Samen sind 0,5 bis 1 Millimeter lang.

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 36.


Standort

Rosenwurz wächst in Bergschluchten, auf feuchten Klippenabsätzen, auf Feuchtwiesen und Moorböden. Er kommt auch auf trockenen, sandigen Böden in höheren Gebirgslagen vor

Verbreitung/Vorkommen

Rosenwurz besitzt eine holarktische Verbreitung. Das Verbreitungsgebiet umfasst die arktischen Gebiete und die Gebirgsregionen Eurasiens und Nordamerikas.
Rosenwurz gedeiht auf feuchten Böden der gesamten Fjellregion bis hoch in die obere alpine Zone auf Höhenlagen von rund 2280 Meter; wächst in Bergschluchten, auf feuchten Klippenabsätzen, auf Feuchtwiesen und Moorböden. Er kommt jedoch auch auf trockenen, sandigen Böden in höheren Gebirgslagen in den arktischen Gebieten von Europa bis Asien vor. Sonstige Verbreitung: Nordeuropa, Nordasien, nördliches Nordamerika.

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe der Wurzeldroge sind vor allem phenolische Glycoside wie z. B. Salidrosid, Tyrosol und Rosavin. Eine pharmakologische Wirksamkeit bestimmter Inhaltsstoffe ist aber nicht genau belegt, und sie werden vor allem als Marker-Substanzen für die Identifizierung der Rohdroge und Extrakten herangezogen.

Extrakte des Rosenwurz verlängern die Lebensspanne von Fruchtfliegen um bis zu 24 %.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In Sibirien wird der Rosenwurz „Goldene Wurzel“ (??????? ??????, Solotoy Koren) genannt, denn der Wurzelextrakt soll Erinnerungsvermögen, Konzentration und Aufnahmevermögen steigern. Zudem wird er bei Problemen mit Potenzstörungen angewandt. Rosenwurz ist eine adaptogene Heilpflanze, die seit langem medizinische Verwendung in russischen, baltischen und skandinavischen Ländern findet, sowohl als Tee als auch in Form von Extrakten. Auch in anderen Ländern verbreitet sich die traditionell begründete oder volksheilkundliche Anwendung von Zubereitungen des Rosenwurzrhizoms zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und zum Stressabbau.

Die Wirkungen werden möglicherweise durch Änderungen des Serotonin- und Dopamin-Niveaus vermittelt: etwa über eine Hemmung der Monoamin-Oxidase, eine bessere Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für Neurotransmittervorstufen und einen Einfluss auf Opioidpeptide (z. B. Endorphine), auch eine verminderte Ausschüttung von Stresshormonen wird diskutiert. Zu möglichen Wechselwirkungen liegen keine ausreichenden Daten vor.

In einem Beurteilungsbericht wertete die europäische Arzneimittelagentur (EMA) Studien zu folgenden Anwendungsgebieten aus: stressbedingte Erschöpfung/Müdigkeit, physische Leistungsfähigkeit, mentale/kognitive Leistungsfähigkeit, nachtschichtbedingte Müdigkeit, Schlafarchitektur, Episoden leichter bis mittelschwerer Depressionen, generalisierte Angststörung. Sie kam zu dem Schluss, dass die Studien in ihrer Qualität sehr stark schwanken und daher keine ausreichenden Beweise für eine therapeutische Wirksamkeit vorlägen. Da aber die Ergebnisse der klinischen Studien den Gebrauch in bestimmten Anwendungsgebieten plausibel mache und Rosenwurz in der Naturmedizin seit langem zum Einsatz komme, wird bei gleichzeitigem Fehlen gravierender Nebenwirkungen das Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Anwendung zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Erschöpfung und Schwächegefühl als positiv beurteilt..
Dr. Koll Gemmoextrakt: Juniperus communis - WacholderDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - HaselnussGemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze Johannisbeere

Rosenwurz - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; sandiger Boden / Sandboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: feucht; nass;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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