Wilde Sumpfkresse - Rorippa sylvestris

Familie: Kreuzblütler - Brassicaceae


Wilde Sumpfkresse Info

Rorippa: niederdtsch. Pflanzenname (Rorippen); "Sumpfkresse"
sylvestris: wild

Die Wilde Sumpfkresse wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Es handelt sich um eine mit Blattrosetten überwinternde Art, die unterirdische, verzweigte, dünne Ausläufer treibt. Der niederlegende, aufrechte bis aufsteigende Stängel ist verzweigt, kahl oder schwach mit sehr kurzen Haaren besetzt.

Die Laubblätter sind meist in Blattstiel sowie Blattspreite gegliedert und nicht stängelumfassend. Die unteren Laubblätter sind gefiedert bis fiederteilig und besitzen vier bis sieben Paare gezähnte bis fiederteilige Abschnitte auf jeder Seite. Die oberen Laubblätter können sitzend sein und haben oft schmälere und ungeteilte Abschnitte.

Die Blütezeit reicht vorwiegend von Juni bis Oktober. Die traubigen Blütenstände sind selten über 10 Zentimeter lang.

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter sind bei einer Länge von 2 bis 3 Millimetern elliptisch bis länglich. Die vier goldgelben, freien Kronblätter sind bei einer Länge von 4 bis 5 Millimetern verkehrt-eiförmig. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Im Kronengrund sind zwischen je zwei Staubfäden je zwei Nektarien inseriert.

Die waagerechten oder leicht nach oben abstehenden Fruchtstiele sind bis zu 12 Millimeter lang. Die Schoten sind bei einer Länge von 8 bis 18 Millimetern sowie einer Breite von etwa 1 Millimetern linealisch, spitz und gerade oder leicht gekrümmt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32, seltener 40 oder 48.
Die Wilde Sumpfkresse ist ein Hemikryptophyt und Schaftpflanze. Mit den bis zu 0,75 Meter tiefen Wurzeln und als Kriechpionier kann die Wilde Sumpfkresse zur Uferbefestigung genutzt werden. Es erfolgt vegetative Vermehrung als rasenbildender Kriechpionier und durch Wurzelsprosse bzw. durch Blattknospen. Ganze Pflanzen können durch Hochwasser ausgebreitet werden.

Blütenökologisch handelt es sich um „Kleine Trichterblumen“, deren goldgelbe Blütenkronblätter den Kelch überragen. Die Narben und die Staubbeutel der vier längeren Staubblätter stehen in gleicher Höhe, so dass Besucher mit dem Kopf beides berühren, wobei Selbst- und Fremdbestäubung erfolgt. Bei Regenwetter öffnet sich die Blütenkrone nur halb, und es findet durch die längeren Staubblätter spontane Selbstbestäubung statt. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, wie Hummeln, Bienen und Schwebfliegen.

Es erfolgt Wasserausbreitung der Samen und Früchte, sowie Menschenausbreitung.


Standort

Die Wilde Sumpfkresse wächst auf Flutrasen- und in Schuttunkraut-Gesellschaften. Man findet sie vor allem an Ufern, in Gräben, auf Äckern und in Forstbaumschulen. Sie gedeiht am besten auf meist feuchten, nährstoffreichen, stickstoffhaltigen, humosen Böden

Nach Heinz Ellenberg ist sie eine Verbandscharakterart der Flussufer-Röhrichte (Phalaridion arundinaceae). Nach Erich Oberdorfer ist sie eine Charakterart des Rorippo-Agrostietum stoloniferi aus dem Verband Agropyro-Rumicion.

Verbreitung/Vorkommen

Rorippa sylvestris ist von Europa bis Nordafrika, Klein- und Westasien verbreitet. Sie ist ein eurasisch-subozeanisch-submediterranes Florenelement.

In Österreich ist sie häufig zu finden. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Vorarlberg am Fuß des Walmendinger Horns am Oberen Heuberghaus bis zu einer Höhenlage von 1440 Metern auf. In der Schweiz kommt sie nur stellenweise vor. Die Wilde Sumpfkresse kommt in Deutschland meist verbreitet vor; nur in West- und Nordostdeutschland ist sie selten zu finden.

Inhaltsstoffe

Die Wurzeln enthalten das Senföl Hirsutin.

Wilde Sumpfkresse Steckbrief

Blütenfarbe: gelb;
Höhe/Länge von 20cm bis 60cm
Blütezeit von Mai bis September
Lebensraum: Äcker, Getreidefelder, Brachen; gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.; Gewässer, Feuchtgebiete;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: gezähnt;
Trockenfrüchte: Schote
Häufigkeit: sehr häufig
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Zeigerpflanze: Nässezeiger; Verdichtungszeiger;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 900m
Bestäubungsart: Bienenbestäubung; Hummelbestäubung; Insektenbestäubung; Selbstbestäubung;
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenart: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: mild; neutral;
Bodenfeuchte: feucht; nass;

Wilde Sumpfkresse Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: feucht; nass;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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