Essig-Rose - Rosa gallica

Familie: Rosáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Duftpflanze Heckenpflanze winterhart Dornen-Stacheln Bauerngarten Beerenpflanze Bienenblume Strauch Alpenpflanze

<b>Essig-Rose - <i>Rosa gallica</i></b>
Essig-Rose - Rosa gallica
Bildquelle: Wikipedia User Topjabot; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Rosa: lat. Pflanzenname nach gr. rhodon = Rose; "Rose"
gallicus: gallisch, keltisch

Die Essig-Rose ist die Stammpflanze der europäischen Gartenrosen.

Essig-Rose - Rosa gallica; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Adolphus Ypey 1813">Adolphus Ypey 1813</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Essig-Rose (Rosa gallica), auch Gallica-Rose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rosen (Rosa) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist eine robuste Wildrose, die seit vielen Jahrhunderten kultiviert wird und von der viele unserer heutigen Garten-Rosen abstammen; sie wird zu den Alten Rosen gezählt.

Die Essig-Rose wächst als sommergrüner, gedrungener, aufrechter Strauch und erreicht Wuchshöhen von etwa 1 Meter. Es werden weithin kriechenden Ausläufer gebildet. Die Zweige sind grün oder stumpfgrün. Die Stacheln sind sehr ungleich, meist gekrümmt, aber auch gerade und oft mit zahlreichen mehr oder weniger geraden Stachelborsten und Stieldrüsen besetzt.

Die 2 bis 6 Zentimeter langen Laubblätter sind unpaarig gefiedert mit meist drei oder fünf, selten sieben Fiederblättchen. Der Blattstiel und -spindel sind durch Drüsen und Haken rau. Die ledrigen Fiederblättchen sind bei einer Breite von 2 bis 6 Zentimetern breit elliptisch oder eiförmig mit abgerundeter bis herzförmiger Basis und stumpfem oder plötzlich zugespitztem oberen Ende. Die Oberseite der Fiederblättchen ist dunkelgrün sowie rau und die Unterseits heller sowie oft leicht behaart Die Sommerblätter bleiben bis in den Winter am Strauch. Die Nebenblätter sind schmal.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die Blüten stehen meist einzeln auf dicken, drüsigen Blütenstielen. Tragblätter sind vorhanden. Die Blütenstiele, Blütenbecher und die Kelchblätter sind meist stieldrüsig. Die duftenden, zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 4 bis 6 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die äußeren Kelchblätter sind stark gefiedert, nach der Blüte straff zurückgeschlagen und hinfällig. Die fünf Kronblätter sind ausgerandet, hellrot bis dunkelpurpurn, sie haben einen hellen Nagel. Die kurzen Griffel sind frei.

Die Hagebutten sind bei einer Länge von etwa 1,5 Zentimetern kugelig oder birnenförmig, wenig fleischig, vor der Reife drüsenborstig und färben sich bei Reife braunrot.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 21 oder 28.

Bei der Essig-Rose handelt es sich um einen Nanophanerophyten. Die vegetative Vermehrung geschieht durch unterirdische Ausläufer.


Standort

Die wärmeliebende Essig-Rose braucht Frühjahrsnässe und Sommertrockenheit in Licht- bis Halbschattenlage. Sie gedeiht am besten auf nährstoffreichen aber kalkarme, schwere Lehm- oder Tonböden. Sie besiedelt Waldränder und Wegraine im Hügel- und im Bergland.

Verbreitung/Vorkommen

In Mitteleuropa fehlt die Essig-Rose nördlich von Main und Mosel (mit Ausnahme der südlichen Eifel, der Rhön und der Haßberge). In den Mittelgebirgen mit kalkhaltigem Gestein ist sie selten, sie bildet dort aber oft lockere Bestände; in den Alpen fehlt sie.

Die Gallica-Rose wächst wild in Laubwäldern und auf trockenen Wiesen in Mitteleuropa und Südeuropa. Sie wurde schon von den Römern als Heilpflanze, zur Herstellung von Parfüm und Rosenessig in Plantagen angebaut. Als Heilpflanze wurde sie nach Untergang des römischen Reiches in Klostergärten, später auch als Zierpflanze in privaten Gärten angepflanzt. Sie kann wurzelecht vermehrt werden und treibt Ausläufer, die im Garten schwer wieder zu entfernen sind.

Inhaltsstoffe

Das Fruchtfleisch der im Spätherbst geernteten Früchte entsteht aus dem fleischigen Blütenboden, ist süßsauer und reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin C (Ascorbinsäure), aber auch Vitamin A, B1 und B2.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Der Auszug der Blüten wirkt adstringierend und wird zur Heilung im Mund- und Rachenbereich, zum Gurgeln, sowie zur Behandlung schlecht heilender Wunden verwendet.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Vitis vinifera - WeinrebeDr. Koll Gemmoextrakt: Rosmarinus officinalis - RosmarinDr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - OliveDr. Koll Gemmoextrakt: Ficus carica - Feige

Essig-Rose - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: mäßig trocken; wechseltrocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Neben ihrem Duft und ihrer Zierde für Gärten wird die Rosa gallica schon seit dem Altertum für die Herstellung von Rosenöl, Rosenwasser, Rosenessig und ihre Blütenblätter als Tee von Apothekern genutzt.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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