Alpen-Heckenrose - Rosa pendulina

Familie: Rosengewächse

Kategorie: Heilpflanze  Alpenpflanze  Dornen-Stacheln  

Alpen-Heckenrose Info

Rosa: lat. Pflanzenname nach gr. rhodon = Rose; "Rose"
pendulinus: lang herabhängend

andere Namen: Gebirgs-Heckenrose

Die Gebirgs-Rose wächst als sommergrüner, gedrungener Strauch mit locker verzweigten Ästen und erreicht Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Metern. Die Zweige sind meist stachellos, nur im unteren Teil und an jungen Zweigen finden sich gerade, borstenartige Stacheln. Rosa pendulina ist winterhart bis -33 °C (USDA-Zone 4).
Hagebutte im Spätherbst
Rosa pendulina

Die 10 bis 12 Zentimeter langen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die unpaarig gefiederte Blattspreite bestehen aus sieben bis elf dünnen, 2 bis 6 Zentimeter langen Blättchen. Zur Blattspitze hin nimmt die Größe der einzelnen Blättchen deutlich zu. Der Blattrand ist zweifach drüsig gesägt. Die Blattoberseite ist matt bläulich grün, die -unterseite heller und spärlich behaart.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die Blüten stehen fast immer einzeln. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die einfachen Kelchblätter sind nach dem Blühen (Anthese) auffällig aufgerichtet und fallen nicht vor der Fruchtreife ab. Die fünf rosafarbenen bis leuchtend dunkel-purpurroten Kronblätter sind in der Mitte heller.

Die hängende Frucht (Hagebutte) ist bei einer Länge von bis zu 2,5 Zentimeter eiförmig bis länglich-flaschenförmig, selten kugelförmig und sie reift rot-orangefarben ab. Die Fruchtreife tritt ab August ein. Die Hagebutten werden von Kolkraben, Krähen, Seidenschwänzen, Tannenhähern, Birkhühnern und Füchsen gefressen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.


Standort

Die Alpen-Rose bevorzugt als Standort offene Gebüsche in sonniger Lage, Felsflure, Hochstaudenflure, Zwergstrauchheiden sowie alpine Grasmatten. Sie kommt besonders im Alnetum viridis, aber auch in anderen Gesellschaften etwa der Verbände Calamagrostion, Tilio-Acerion, Erico-Pinion oder Berberidion vor.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gebirge in Mittel- und Südeuropa sowie den Balkan bis Nord-Griechenland. In den Alpen steigt sie bis in etwa 2000 Meter Höhe in den Bereich der Baumgrenze.

Inhaltsstoffe

Sie enthält Flavonoide, die Vitamine B1 und B2 sowie C (Ascorbinsäure), Gerbsäuren, Gerbstoffe, Pektin, Saccharose, Carotinoide (?-Carotin, wirksam als Provitamin A), Geraniol, Saponine, bis zu 0,02 % ätherisches Öl, Flavonolglykoside, Anthocyane, Vanillin und Chinasäure.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Hagebutten von Rosa pendulina finden in der Volksheilkunde ähnliche Verwendung wie die Scheinfrüchte von Hundsrose, Kartoffelrose und Weinrose. Sie werden als Nahrungsergänzungsmittel bei Vitamin-C-Mangel oder bei erhöhtem Bedarf, z. B. bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Die Kommission E hat aufgrund des schnell abnehmenden Vitamin-C-Anteils in der Droge eine negative Monographie veröffentlicht, das Europäische Arzneibuch fordert einen Mindestgehalt an Ascorbinsäure. Bei vorhandenen Nierensteinen sollten höhere Dosen vermieden werden.

Alpen-Heckenrose Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn;
Höhe/Länge von 50cm bis 3m
Blütezeit von Mai bis Juli
Lebensraum: Gebirge; Heide; Staudenfluren, mont. und alp. Hochstaudenfluren; Steinrasen, Steinschuttfluren;
Blütenstand: Endständige Einzelblüte
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: gesägt;
Lebensdauer: Holzgewächs;
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 500m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2500m
Bodenart: kalkhaltiger / kalkreicher Boden;

Alpen-Heckenrose Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Rosidae - Rosenähnliche
Ordnungsgruppe:
Rosiflorae - Rosenblütige
Ordnung:
Rosales - Rosenartige
Familie:
Rosaceae
Gattung:
Rosa
Art:
pendulina

Alpen-Heckenrose Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden;
Adenolin-Entoxin® NN
D.-B.-Entoxin® NSpasmo-Entoxin®Erkältungs-Entoxin®

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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