Klebriger Salbei - Salvia glutinosa

Familie: Lamiáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Hummelblume

<b>Klebriger Salbei - <i>Salvia glutinosa</i></b>
Klebriger Salbei - Salvia glutinosa
Bildquelle: Wikipedia User Leo Michels; Bildlizenz: Public Domain;

Salvia: lat. salvus = gesund, salvare = heilen (alte Heil­pflan­ze); "Sal­bei"
glutinosus: klebrig

andere Namen: Gelber Salbei


Klebriger Salbei - Salvia glutinosa; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen 1796">Deutschlands Flora in Abbildungen 1796</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Klebriger Salbei - Salvia glutinosa; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Franz Xaver">Wikipedia User Franz Xaver</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Erscheinungsbild und Blatt

Der Klebrige Salbei wächst als sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 80, selten bis zu 120 Zentimetern. Stängel, Laubblättern und Kelchblätter sind klebrig behaart (Indument). Der aufrechte, einfache, kräftige und stumpf vierkantige Stängel ist im unteren Bereich mehr oder weniger kahl, nach oben hin ist er dicht klebrig und drüsig behaart.

Die gegenständig am Stängel verteilt angeordneten, 8 bis 15 Zentimeter langen Laubblätter sind im unteren und mittleren Stängelabschnitt lang gestielt, im oberen oft sitzend. Die blassgrünen Blattspreiten sind spießförmig-eiförmig und die oberen keilförmig; sie besitzen große spitze Öhrchen. Der Blattrand ist grob unregelmäßig gesägt.
Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Blütezeit erstreckt sich im Hochsommer von Juli bis September. Der Gesamtblütenstand besteht aus 6 bis 16 scheinquirligen Teilblütenständen mit je vier bis sechs Blüten. Die kleinen Tragblätter des Blütenstandes sind krautig mit oval-lanzettlicher Spreite. Der Blütenstiel weist eine drüsig flaumige Behaarung auf.
Hummel beim Bestäuben einer Blüte

Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen, drüsig behaarten Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen und die ungeteilte Oberlippe ist kurz sowie sehr breit. Die lebhaft gelb gefärbte und rotbraun punktierte oder gestreifte Blütenkrone ist 3 bis 4,5 Zentimeter lang. Die Kronröhre springt deutlich hervor. Die Oberlippe ist sichelförmig. Je Blüte sind nur zwei Staubblätter vorhanden.

Die Klausenfrucht zerfällt in vier Klausen. Die Klausen besitzen eine Länge von 3,5 bis 3,8 Millimetern, eine Breite von 1,8 bis 2,0 Millimetern sowie eine Dicke von 1,1 bis 1,2 Millimetern

Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 8; es liegt meist Diploidie vor, also 2n = 16.

Ökologie

Beim Klebrigen Salbei handelt es sich um einen mesomorphen bis hygromorphen Hemikryptophyten. Er besitzt eine Pleiokorm-Pfahlwurzel als Speicherorgan. Dies bedeutet, dass eine sprossbürtige Bewurzelung möglich ist, selbstständige Individuen im Sinne von vegetativer Ausbreitung jedoch nicht entstehen. Basale Achselknospen stellen die Innovation sicher. Die klebrigen Drüsenhaare erfüllen vermutlich eine Schutzfunktion gegen Fressfeinde und kleine Insekten, die nicht der Bestäubung dienen.

Blütenökologisch handelt es sich um vormännliche „eigentliche Lippenblumen“, die Nektar anbieten. Bestäuber sind Bienen und Hummeln, wobei Hummeln als Hauptbestäuber in Erscheinung treten.

Ausbreitungseinheiten (Diasporen) sind gewöhnlich die klebrigen Kelche mit den darin enthaltenen Klausen. Sie unterliegen der Schwerkraftausbreitung und fallen als Ganzes ab oder bleiben an vorbeistreifenden Tieren und Menschen haften (Klettausbreitung, Epichorie). Die Samen sind Kälte- und Dunkelkeimer. Die Fruchtreife ist von September bis November.
Synökologie
Die Eulenfalterraupen von Messingeule und Wasserdost-Goldeule nutzen die Blätter des Kleb-Salbeis als Futterquelle. Beide Arten leben polyphag von der Pflanze. Die Wasserdost-Goldeule steht auf der Vorwarnstufe der Roten Liste.


Standort

Er gedeiht vor allem im Schatten und Halbschatten. Er bevorzugt frische und sickerfeuchte Schlucht- und Auwälder, Waldränder und Waldschläge. Er gedeiht am besten auf meist kalkfreien Böden, die jedoch reich an basischen Kationen sind. Er ist in Mitteleuropa eine Fagetalia-Ordnungscharakterart.

Verbreitung/Vorkommen

Der Klebrige Salbei ist von Südwest- über Mittel-, Ost- und Südost- bis zu Kaukasusraum sowie Westasien verbreitet. Es gibt Fundortangaben für das nördliche Spanien, Frankreich (inklusive Korsika), Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Polen, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien, Albanien, Griechenland, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Ukraine, Krim, die Türkei, den nördlichen Iran.

In Deutschland liegt die Hauptvorkommen in den südbayrischen Alpen und dem dortigen Alpenvorland. In den Allgäuer Alpen steigt die Art im Tiroler Teil an der Rotwand bei Elbigenalp bis zu 1700 m Meereshöhe auf.

Der Klebrige Salbei gedeiht in Laub- und Mischwäldern der Gebirge Mittel- und Südeuropas.
Gemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze JohannisbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Quercus pedunculata - EicheDr. Koll Pflanzenextrakt: Gerstengras – Hordeum vulgareDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2

Klebriger Salbei - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Schatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild;
Boden Feuchte: feucht; frisch; mäßig feucht;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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