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Trauben-Holunder

Sambucus racemosa L.

Der Rote Holunder ist ein 1–3 m, selten bis zu 8 m hoher Strauch mit früh auftretenden gelblichgrünen Blütenrispen. Die Früchte sind leuchtend rot und werden im Juli bzw. August reif.
Sambucus racemosa hat Früchte, die sich ebenso wie die des Schwarzen Holunders verwerten lassen, allerdings sind die Beeren und Schirmrispen (oft fälschlich als Dolden bezeichnet) deutlich kleiner als die des Schwarzen Holunders. Diese scheinbaren Dolden sind kegelförmig ausgebildet und stehen aufrecht, während die des Schwarzen Holunders aufgrund ihres Eigengewichts in der Regel nach unten hängen.

Die Blätter des Roten Holunders sind gezähnt und unpaarig gefiedert.

Er ist bereits beim Austrieb leicht von Schwarzem Holunder zu unterscheiden, da seine Blätter anfangs bronzefarben bis rot sind und dann erst vergrünen. Außerdem zeigen sich seine Fruchtansätze bereits mit dem Blattaustrieb. Sie sind kegelig-rundlich und nicht wie bei S. nigra tellerförmig-flach.

Verwendung in der Heilkunde

Auch als Heilkraut findet der Rote Holunder Verwendung. Zu beachten ist der hohe Gehalt an Ölen, die auf Saft zu regelrechten gelblichen „Fettaugen“ führen können. Darüber hinaus enthält der Rote Holunder deutlich mehr Säure als S. nigra.

Verwendung in der Küche

Wie der Schwarze Holunder lassen sich die Früchte zu Gelee, Marmelade, Saft und ähnlichem verarbeiten. Sie sind jedoch nicht jedem zuträglich.
Die roten Früchte sind reich an Karotinoiden (beispielsweise an Provitamin A), Vitamin C und fettem Öl (trocken bis zu 35 %). Letzteres gibt ein gutes Speiseöl, wenn durch Raffination die harzigen, stark die Schleimhaut reizenden Wirkstoffe entfernt worden sind.

Auch als Heilkraut findet der Rote Holunder Verwendung.

Erntezeit Jul–Aug
Ernte Jul–Aug

Roh und unreif sind die Früchte des Roten Holunders wie die des Schwarzen Holunders leicht giftig. Sie führen zu Brechdurchfall und wurden deshalb früher volkstümlich auch als Brech- und Abführmittel eingesetzt. Auf jeden Fall müssen die Steinkerne entfernt werden, da das Gift der Samen nicht durch Kochen unschädlich gemacht wird.

Giftige Pflanzenteileunreife Frucht, Samen, Wurzel oder Knolle
Giftigstes PflanzenteilSamen
GiftstoffeAlkaloide, cyanogene Glykoside

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magen-Darm-Störungen, Obstipation / Darmlähmung

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken

Verbreitung & Vorkommen

Der Rote Holunder wächst gerne an schattigen Orten in Wäldern und Waldrändern in Europa und Westasien, auch in Gebüschen und auf Lichtungen ist er zu finden. In Mitteleuropa ist er vorwiegend in höheren Lagen zu finden. Er ist resistent gegen Kälte und Wind; Trockenheit oder Kalk schaden ihm. Er bevorzugt Standorte mit viel Stickstoff und wenig Salz.

Inhaltsstoffe

Der Schwarze Holunder, sowie der Rote Holunder enthält in den Blätter und zum Teil auch in seinen Früchten Sambunigrin. Roter Holunder enthält in seinen Wurzeln wahrscheinlich ähnliche oder gleiche Giftstoffe, darunter das Alkaloid Chelerythrin, während die Früchte außer im Samen kein Sambunigrin enthalten.

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