Gewöhnliches Seifenkraut - Saponaria officinalis

Familie: Caryophyllaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze

<b>Gewöhnliches Seifenkraut - <i>Saponaria officinalis</i></b>
Gewöhnliches Seifenkraut - Saponaria officinalis
Bildquelle: Wikipedia User Lomita; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis.jpg


Saponaria: lat. sapo = Seife (Wurzeln wurden als Waschmittel ver­wendet); "Seifenkraut"
officinalis: arzneilich, gebräuchlich

andere Namen: Echtes Seifenkraut, Seifenwurz, Wachwurz


Gewöhnliches Seifenkraut - Saponaria officinalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User AfroBrazilian">Wikipedia User AfroBrazilian</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis_05.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis_05.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis_05.JPG</a>Gewöhnliches Seifenkraut - Saponaria officinalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Kirisame">Wikipedia User Kirisame</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saponaria_officinalis.JPG</a>

Das Gewöhnliche Seifenkraut ist ein Hemikryptophyt (Schaftpflanze) mit stark verzweigten, unterirdischen Ausläufern, die zu fingerdicken Rhizomen auswachsen. Die Primärwurzel ist dabei rübenartig verdickt. Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 bis 80 Zentimetern. Die Pflanze hat einen aufrechten, weich behaarten Stängel der meist unverzweigt ist. Am dicht belaubten Stängel befinden sich die drei- bis fünfnervigen, breiten, fünf bis zehn Zentimeter langen, lazettlichen Blätter. Sie sitzen kreuzend gegenständig am Stängel.
Die schwach duftenden Blüten stehen in dichten Trugdolden (Dichasium), die aus den Achseln der Stängelblätter wachsen. Die Kelchblätter sind zu einer 20 bis 25 Millimeter langen Kelchröhre verwachsen. Die fünf ungeteilten blassrosa bis weißen Kronblätter bilden einen Kreis von gut zwei Zentimetern Durchmesser und eine kleinen Nebenkrone am Schlundeingang. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Die Früchte sind trockene vierzähnig oben aufspringende Kapseln, sie enthalten kleine schwarzbraune, rundliche, nierenförmige, raue Samen von etwa 1,5 Millimetern Länge. Die Fruchtreife tritt von September bis Oktober ein.

Die Chromosomenzahl beträgt n = 8

ie Blüten sind vormännliche „Stieltellerblumen mit (wenig) herausragenden Staubbeuteln und Narben“. Zuerst blühen die äußeren Staubblätter auf, dann die inneren, zuletzt der Griffel. Der Blütenduft ist abends und nachts am stärksten. Besucher sind besonders Nachtfalter, außerdem Pollen fressende Bienen und Schwebfliegen. Der Nektar wird am Grunde der 2 cm langen, durch den Kelch eingeschlossenen Kronblattnägel abgegeben.

Die Art verbreitet sich als Wind- und Tierstreuer, wobei der Kelch als Windfang dient. Vegetative Vermehrung erfolgt durch weithin kriechende Rhizome, so dass sich, z.B. im Schotter von Gleisanlagen auf Brachland, größere Bestände bilden können.


Standort

Man findet das Gewöhnliche Seifenkraut ziemlich häufig in Unkrautfluren vor allem in Auen-Landschaften (Stromtalpflanze), an Flussufern, Dämmen, Kiesbänken, auch an Wegen und Schuttplätzen. Es liebt nährstoffreichen, meist frischen Stein-, Sand- oder Kiesboden.
Nach den ökologische Zeigerwerte von Ellenberg ist es eine Halblichtpflanze, ein Frischezeiger, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger auf mäßig stickstoffreichen Standorten und eine Verbandscharakterart Halbruderaler Pionier- und Lockerrasen-Gesellschaften (Convolvulo-Elymion (= Agropyrion) repentis).

Verbreitung/Vorkommen

Das Gewöhnliche Seifenkraut ist in den Gemäßigten Breiten Europas, auf Madeira und West-Sibiriens bis in Höhen bis ca. 700 Meter NN. heimisch. In Nordamerika wurde es im 19. Jahrhundert durch die Einwanderer eingebürgert.

Inhaltsstoffe

Die ganze Pflanze enthält (im Rhizom 2 bis 5 %) Triterpensaponine mit dem Aglykon Quillajasäure. Als Hauptkomponenten finden sich dabei Saponariosid A und B neben weiteren Saponariosiden.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Als Arzneidrogen dienen die getrockneten Wurzeln und Rhizome, seltener das Kraut. Traditionell werden die Pflanzenteile als Expektorans bei Bronchitiden mit zähem, trockenem Sekret eingesetzt. Hierfür gibt es auch Fertigpräparate. Hierbei ist zu beachten, dass das Seifenkraut wie alle Saponindrogen in höheren Dosen Erbrechen auslösen kann und demnach schwach giftig ist. In der Tumorbehandlung wird das ebenfalls aus dem Seifenkraut gewonnene pflanzliche Proteintoxin Saporin bereits in Tests angewendet.
Ekzem-Entoxin® NMagen-Darm-Entoxin® NErkältungs-Entoxin®D.-B.-Entoxin® N

Gewöhnliches Seifenkraut - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Sonstige Verwendung

Die Pflanze ist ein Kulturbegleiter und wurde vermutlich seit der Jungsteinzeit gepflanzt. Wegen ihres Saponingehalts dienten Auszüge aus Rhizom und Wurzeln früher als Seifenersatz (Pflanzenname). Deshalb wurde die Pflanze auch in Europa noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts angebaut. In der Slowakei werden noch heute Wäschestücke mit angeschnittenen Rhizomstückchen „eingeseift“. Die Art ist für Wildpflanzengärten zu empfehlen. In Gärten kann man auch eine Form mit gefüllten Blüten finden.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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