Graue Skabiose - Scabiosa canescens

Familie: Geißblattgewächse

Kategorie: Alpenpflanze  

Graue Skabiose Info

Scabiosa: lat. scabis = Krätze (alte Heilpflanze gegen Haut­aus­schlag); "Skabiose"
canescens: weißgrau werdend

andere Namen: Duft-Scabiose

Die Duft-Skabiose ist eine hemikryptophytische, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 50 cm erreicht. Ihre Grundblätter sind ungeteilt und fast ganzrandig. Die gegenständigen Laubblätter sind fiederschnittig, wobei die seitlichen Zipfel der mittleren Stängelblätter eine Breite von 1 bis 3 mm aufweisen.

Der Blütenstand ist ein Köpfchen das 1,5 bis 2,5 cm im Durchmesser misst und von Hochblättern umgeben ist. Der Korbboden des Köpfchens weist Spreublätter sowie zahlreiche - am Rand strahlende - Blüten auf. Jede der zwittrigen, zygomorphen Blüten besteht aus Krone, Kelch und Außenkelch. Die Krone ist fünfspaltig, hellblau und weist 4 Staubblätter und einen unterständigen Fruchtknoten mit einem Griffel auf. Der Kelch besitzt fünf hellgelbe, 1-3 mm lange, am Grund 0,1 - 0,2 mm breite Kelchborsten, welche ein- bis zweimal so lang wie der Saum des Außenkelchs sind. Dieser besitzt oben einen mehr oder weniger abstehenden, rund 1 mm breiten, ungegliederten Hautsaum. Die Blüte duftet stark orchideenähnlich, deren Blütezeit reicht von Juli bis Oktober.

Die Frucht ist eine Nuss.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.


Standort

Die kalkliebende Duft-Skabiose wächst auf Trockenrasen, in lichten Föhrenwäldern und auf steinigen Hängen der collinen bis submontanen (vielleicht auch bis zur untermontanen) Höhenstufe. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Geranio-Anemonetum sylvestris aus dem Verband Geranion sanguinei, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Festucetalia valesiacae oder der Verbände Cytiso-Pinion oder Erico-Pinion vor.

Verbreitung/Vorkommen

Sie tritt in folgenden Ländern auf: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, in Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, Österreich, Polen, Rumänien (unsicher), Schweden, Schweiz, Tschechien und/oder Slowakei und Ungarn.

Die in Deutschland gefährdete Art kommt in den trocken-warmen Gebieten, wie Thüringen und südliches Sachsen-Anhalt vor. Sie ist hier als eine nationale Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft.

In Österreich tritt die Art im pannonischen Gebiet zerstreut, sonst sehr selten auf. Die Vorkommen erstrecken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich. Die Spezies gilt als gefährdet, im nördlichen Alpenvorland als stark gefährdet.

Graue Skabiose Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett;
Höhe/Länge von 20cm bis 50cm
Blütezeit von Juli bis August
Lebensraum: Steinrasen, Steinschuttfluren; Trockenrasen;
Blütenstand: Köpfchen, Körbchen
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig; gesägt;
Trockenfrüchte: Nüßchen
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 300m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1200m
Bodenart: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Bodenfeuchte: trocken;

Graue Skabiose Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Asteridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Tubiflorae - Röhrenblütige
Ordnung:
Dipsacales - Kardenartige
Familie:
Caprifoliaceae
Gattung:
Scabiosa
Art:
canescens

Graue Skabiose Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: trocken;
Viscum-Entoxin® ND.-B.-Entoxin® NBroncho-Entoxin® NFella-Entoxin®

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 2 (stark gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie 3 (gefährdet)


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