Blumenbinse - Scheuchzeria palustris

Familie: Blasenbinsengewächse

Kategorie: Sauergräser  

Blumenbinse Info

Scheuchzeria: n. d. schweiz. Botaniker und Physiker Joh.Scheuch­zer (1672 - 1733); "Blumenbinse", "Blasenbinse"
palustris: sumpfig, moorig

andere Namen: Blasenbinse

Die Blumenbinse ist eine schlanke, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Diese Sumpfpflanze bildet kriechende Rhizome. Der aufrechte, unverzweigte Stängel verläuft zickzackförmig.

Die grundständigen Laubblätter sind wechselständig und zweizeilig angeordnet. Die binsenartigen Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspeite gegliedert. Im unteren Bereich ist der Stängel auch mit abgestorbenen Blattscheiden umgeben. Die offenen, 1,5 bis 10 cm langen Blattscheiden besitzen 2 bis 12 mm lange, häutige Öhrchen (Ligulae). Die aufrechten, einfachen Blattspreiten sind parallelnervig, linealisch, halbrund, rinnig, 2 bis 41 cm lang und 1 bis 3 mm breit. Die Stomata sind tetracytisch. Es sind kleine Poren an der Spitze der Blattspreite. In den Blattachseln sind viele haarförmige Schuppen vorhanden.

In endständigen, 3 bis 10 cm langen traubigen Blütenständen stehen drei bis zwölf Blüten und lange, laubblattähnliche Hochblätter zusammen. Die Blütenstandsachse verlängert sich nach der Befruchtung.

Die sternförmigen Blüten sind zwittrig und dreizählig. Es zwei Kreise mit je drei weißen bis gelb-grünen, freien, gleichgeformten Bütenhüllblättern vorhanden; sie sind häutig und 2 bis 3 mm lang. Es zwei Kreise mit je drei freien Staubblättern vorhanden. Die dreizelligen Pollenkörner besitzen keine Apertur. Die drei oder selten sechs oberständigen Fruchtblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Jedes Fruchtblatt besitzt an seiner Basis marginal ein bis drei anatrope Samenanlagen. Die Stempel sind 6 bis 7 mm lang und es ist kein Griffel ausgebildet; die papillösen Narben sind also sitzend. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).

Ihre hellgrünen bis braunen, 4 bis 10 mm langen, ledrigen, schief-eiförmigen und stark aufgeblasenen Balgfrüchtchen besitzen einen 0,5 bis 1 mm langen Schnabel. Jede Balgfrucht enthält ein bis drei Samen.

Die stärkereiche Samen sind braun bis schwarz, eiförmig, 4 bis 5 mm lang mit einer glatten und harten Schale. Es ist kein Endosperm vorhanden. Der Embryo ist grün. Das Keimblatt (Kotyledon) ist nicht photosynthetisch aktiv. Die Verbreitung der Diaspore erfolgt schwimmend.


Standort

Diese Art ist auf saure Zwischenmoore und Hochmoorschlenken beschränkt; sie gilt als Charakterart der Assoziation Caricetum limosae (Schlammseggen-Gesellschaft). Das Torfmoos-Schlammseggenried ist eine Pflanzengesellschaft, welche an oligotrophen Gewässern nicht betretbare Schwingrasen bildet. Vor allem Weißes Schnabelried (Rhynchospora alba), die Schlamm-Segge (Carex limosa) und die seltene Fadenwurzelige Segge (Carex chordorrhiza) bilden zusammen mit der Blasenbinse diese Gesellschaft.

Weltweit ist diese Art nicht gefährdet. In Mitteleuropa ist die Blumenbinse aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume (Abbau, Kultivierung und Entwässerung von Moorstandorten) nur noch sehr selten zu finden. Sie wird auf der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft. Lediglich im Alpenvorland und in Teilen Nordostdeutschlands ist diese Art noch etwas stetiger anzutreffen, sonst existieren nur mehr punktuelle Vorkommen.

Verbreitung/Vorkommen

Die Blumenbinse besitzt ein weites, circumpolares Verbreitungsgebiet vom den polaren bis in die gemäßigten Klimazonen (südlich temperat bis boreal) der Nordhalbkugel, also eine holarktische Verbreitung. Die Verbreitung ist subozeanisch bis subkontinental. Die Verbreitungszentren der Art konzentrieren sich auf in Nordosteuropa sowie in Nordamerika. Darüber hinaus sind teils isolierte Vorkommen in Mitteleuropa und Ostasien zu nennen.

Inhaltsstoffe

Als typischer Inhaltsstoff ist das Triglochinin zu nennen, das zu den Cyanogenen Glycosiden gehört. Es sind Calciumoxalat-Kristalle vorhanden.

Blumenbinse Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 10cm bis 30cm
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);

Blumenbinse Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Monocotyledoneae (Liliopsida) - Einkeimblättrige
Unterklasse:
Helobiae (Alismatidae) - Froschlöffelähnliche
Ordnung:
Potamogetonales - Laichkrautartige
Familie:
Scheuchzeriaceae
Gattung:
Scheuchzeria
Art:
palustris
Dr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - HaselnussDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosa

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie VU (Verletzlich)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 3 (gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie 2 (stark gefährdet)


 

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