Kartoffel - Solanum tuberosum

Familie: Nachtschattengewächse - Solanaceae

Kategorie: Giftpflanze  Gemüsepflanze  Salatpflanze  Bauerngarten  landwirtschaftliche Kulturpflanze  Mischkultur  Biogarten  

Kartoffel Info

Solanum: gr. solamen = Trost (Rauschgift), Abl. nicht ge­si­chert; "Nacht­schatten"
tuberosus: knollig

andere Namen: Erdapfel

Weltweit werden jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Nachtschattenpflanze ist damit in großen Teilen der Welt, auch in Mitteleuropa, ein wichtiges Grundnahrungsmittel.

Kartoffeln sind aufrecht oder kletternd wachsende, krautige Pflanzen, die über 1 m hoch werden können. Die Sprossachse ist manchmal vierkantig, teilweise sogar geflügelt. Unterirdisch oder knapp über der Oberfläche bildet die Pflanze knollentragende Stolone aus.

Die wechselständig stehenden Blätter sind unpaarig gefiedert, kurzstielig und werden 10 bis 30 cm lang und 5 bis 15 cm breit. Die Teilblätter sind leicht bis stark behaart, stehen sich gegenüber oder sind wechselständig, oft von unterschiedlichster Form und Größe. Die größeren Teilblätter besitzen zum Teil eigene Blattstiele, sind zwischen 2 bis 10 cm lang und 1 bis 6 cm breit. Sie sind eiförmig bis länglich-eiförmig, an der Spitze zugespitzt bis stark zugespitzt. Die kleineren Teilblätter besitzen eine stumpfere Spitze, mit einer eher herzförmigen Basis, meist eiförmig bis kugelförmig und besitzen einen Durchmesser von 2 bis 15 mm.

Die Blüten stehen in trugdoldenförmigen Blütenständen. Die Blütenstandstiele sind 5 bis 15 cm lang und behaart, die Blütenstiele sind ebenfalls behaart und 3 bis 35 mm lang. Der Blütenkelch ist glockenförmig, 5-lappig und hat einen Durchmesser von 1,5 bis 2 cm. Die Kelchlappen sind spitz bis stark zugespitzt. Die Kronblätter sind weiß bis blau, die Krone ist doppelt so lang wie der Kelch und hat einen Durchmesser von 3,5 bis 4 cm. Die gelben Antheren stehen frei, aufrecht und porig. Die Frucht ist eine gelblich-grüne, zweikammerige Beere mit vielen Samen.

Die Keimung erfolgt epigäisch. Am Beginn treten nur die Wurzelanlage und das Hypokotyl aus der Samenschale hervor, während die Keimblätter zunächst noch in ihr verbleiben. Erst später verlassen auch sie die Samenschale, ergrünen und werden zu den ersten Assimilationsorganen. Die zunächst gebildeten Primärblätter sind noch einfacher gebaut als die später gefiederten Folgeblätter.

An den basalen Teilen des Sprosses treiben Achselknospen aus, die in den Boden eindringen und dort waagrecht (plagiotrop) ausläuferartig weiterwachsen und zu den Stolonen werden. Anstatt Laubblättern tragen sie Schuppenblätter. Die Enden dieser Ausläufer verdicken sich und wandeln sich in die Knollen um. Es handelt sich hierbei um ein primäres Dickenwachstum. Es sind also Sprossknollen. Die Knolle besitzt nur kleine, schuppenartige Blätter, die jedoch hinfällig sind, also früh abfallen. In den Achseln der Blattnarben sitzen die Knospen (hier Augen genannt), aus denen die Knolle nach der Ruhephase wieder austreibt. Die Knolle ist polar differenziert: Die Basis, das der Mutterpflanze zugewendete Ende, wird Nabelende genannt. Es ist die Ansatzstelle des Ausläufers, der nach Reifung der Knolle zugrunde geht. An der Spitze sitzt die Endknospe in einer grubenartigen Vertiefung. Beim Wiederaustrieb wächst bevorzugt die Endknospe aus, die dann senkrecht (orthotrop) wachsend einen Luftspross bildet.

In den grünen Pflanzenteilen der Kartoffel konzentrieren sich Alkaloide, unter anderen Solanin, die eine natürliche Abwehrbarriere zum Beispiel gegen Bakterien und Insekten bilden. Aus diesem Grund sind Kartoffeln, die im Licht gelagert grün geworden sind, nicht mehr genießbar.


Standort

Äcker

Heimat

Südamerika

Giftigkeit

Alle grünen Teile der Pflanze sind giftig. Besonders grüne Knollen (Kartoffeln) und Triebe.
Vergiftungssymptome sind starke Reizungen der Schleimhäute, Kratzen im Mund, Erbrechen, Durchfall und Entzündungen des Magen-, Darmbereichs, die 24 Stunden anhalten können. Das Solanin kann hämolytisch wirken, d.h. es kann die roten Blutkörperchen auflösen. Bei starken Vergiftung kommt es zu Krämpfen und Lähmungen und die Körpertemperatur sinkt. Tod durch Atemlähmung ist möglich. Das Solanin verursacht auch Hautausschläge. Starke Vergiftungen sind selten, da die Giftstoffe meist schnell erbrochen werden.

Inhaltsstoffe

Giftige Bestandteile in den grünen Teilen der Pflanze sind Nachtschattenalkaloide wie Solanin und andere Solanumalkaloide. Außerden Cholin und Acetylcholin.

Gepellte/geschälte Kartoffeln enthalten:
* ca. 15 Prozent Kohlenhydrate (Stärke)
* ca. 2 Prozent Eiweiß
* ca. 0,1 Prozent Fett
* ca. 2,1 Prozent Ballaststoffe
* ca. 78 Prozent Wasser
* ca. 1 Prozent Mineralstoffe und Spurenelemente wie Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen
* zahlreiche Vitamine, hauptsächlich Vitamin C, aber auch Vitamin A und Vitamine der B-Gruppe
* Stoffe, die für den Geschmack und den Geruch der Knolle verantwortlich sind; etwa 140 chemische Verbindungen wurden in rohen, gekochten oder dehydrierten Kartoffeln entdeckt. Die wichtigsten sind 1-Octen-3-ol, (E)-2-Octenol, (E)-2-Octanal und Geraniol, sowie 2-Isopropyl-3-methoxypyrazin, welches die erdige Note im Geruch und Geschmack hervorruft. Derivate des Pyrazin sind es auch, die das Aroma gebackener Kartoffeln ausmachen.

Hochwertiges Eiweiß liefert die Kartoffel zwar in bescheidener, dafür um so wertvollerer Menge. Von allen pflanzlichen Eiweißlieferanten hat sie den höchsten Anteil an verwertbarem Eiweiß, das Kartoffeleiweiß verfügt also über eine hohe biologische Wertigkeit. Besonders reich ist das Knollengewächs an den Vitaminen B1, B2 und C.

100 Gramm frische Kartoffeln entsprechen einer Energiemenge von etwa 298 Kilojoule, das entspricht 70 Kilokalorien.

Kartoffelschalen und grüne Kartoffeln enthalten gegenüber geschälten normalen Kartoffeln ein mehrfaches an Alkaloiden, allen voran das für die Gattung der Nachtschatten typische Solanin, welches in allen Teilen einer Kartoffelpflanze in größerer Menge vorkommt. Aus diesem Grunde sollte man Kartoffelschalen und grüne Kartoffeln nicht - besonders nicht in größeren Mengen - für die Ernährung verwenden. Man betrachtet 200 Milligramm pro Kilogramm Knollen als Grenzwert für giftige Kartoffeln.

Kartoffel Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett;
Höhe/Länge von 40cm bis 1m
Blütezeit von Juli bis Oktober
Lebensraum: Äcker, Getreidefelder, Brachen; Gärten und Parks;
Blütenstand: Rispe
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: ganzrandig;
Fleischige Früchte: Beeren
Fruchtfarbe: grün;
Häufigkeit: verbreitet
Lebensdauer: einjährig;
Lichtbedarf: Licht;
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;

Kartoffel Garten / Anbau

Pflanzung von 4 bis 5
Lichtanspruch: Licht;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
Gute Nachbarn: Dill - Kohlrabi - Mais - Meerrettich - - Pfefferminze - Rosenkohl - Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe - Echter Spinat - Tagetes -
Schlechte Nachbarn: Blumenkohl - Erbse - Gurke - Himbeere - Kapuzinerkresse - Riesen Kürbis - Rote Bete - Sonnenblume - Echter Sellerie - Gemüse-Spargel - Tomate - Speisezwiebel -

Dünge den Boden im Herbst mit Mist oder Kompost. Die Kartoffel bevorzugt lockeren Boden ohne Staunässe und verträgt keinen frischen Kompost. Die Knollen werden meist in Reihen (Reihenabstand ca. 60 - 80cm) gelegt (Pflanzenabstand ca. 30 - 40cm). Die Knollen sollten ganz mit Erde bedeckt sein. Ist das Kraut ca. 20cm hoch kann man mit Erde anhäufeln. So lassen sich pro Quadratmeter zwischen 20 und 30kg Kartoffeln ernten.

Für kultivierte Kartoffeln liegen die optimalen Temperaturbedingungen bei einem Tagesmittel zwischen 18 und 20 °C. Um die Knollenbildung zu fördern, ist eine Maximalnachttemperatur von 15 °C erforderlich, für das Knollenwachstum ist eine Bodentemperatur von 15 bis 18 °C optimal. Sinken die Temperaturen unter 10 oder steigen sie über 30 °C, stellt die Pflanze das Wachstum nahezu ein.

Kultivierte Kartoffeln werden in frühe (90 bis 120 Tage), mittlere (120 bis 150 Tage) und späte (150 bis 180 Tage) Sorten unterteilt. Wird bei zu kalten Temperaturen gepflanzt, können sich diese Angaben jedoch noch erhöhen. Zum erfolgreichen Anbau früher Kartoffelsorten ist ein Langtag von 15 bis 17 Stunden erforderlich, spätreifende Sorten erzielen sowohl unter Kurztags- als auch Langtagsbedingungen gute Ernten.

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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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