Elsbeere - Sorbus torminalis

Familie: Rosaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Garten Laubbaum Baustoff Bienenblume

<b>Elsbeere - <i>Sorbus torminalis</i></b>
Elsbeere - Sorbus torminalis
Bildquelle: Wikipedia User Rosenzweig; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_Weinsberg_20070929_8.jpg


Sorbus: lat. Name des Speierlings, evtl. von lat. sorbere = schlür­fen, kelt. sor = herb, arab. sorbet = ur­sprüngl. ein Getränk aus den Früch­ten des Spei­er­lings (Sorbus domestica); "Vogelbeere", "Eber­esche", "Speierling"
torminalis: gegen Bauchgrimmen

andere Namen: Ruhrbirne, Atlasbaum, Arisbeere, Arlesbeere, Elzbeere, Alzbeere, Schweizer Birnbaum , Wilder Sperberbaum

In Deutschland war die Elsbeere für das Jahr 2011 und in Österreich für 2012 zum Baum des Jahres gewählt worden.

Elsbeere - Sorbus torminalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Franz Xaver">Wikipedia User Franz Xaver</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_2.jpg" target=_blank title="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_2.jpg">http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_2.jpg</a>Elsbeere - Sorbus torminalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User BerndH">Wikipedia User BerndH</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_S._badensis_170911.JPG" target=_blank title="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_S._badensis_170911.JPG">http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sorbus_torminalis_S._badensis_170911.JPG</a>Elsbeere - Sorbus torminalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User J.-H. Janssen">Wikipedia User J.-H. Janssen</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Elsbeere ist ein sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von 15 bis 25 Metern, im Wald manchmal über 30 Meter erreicht. Die Borke ist bei älteren Bäumen häufig asch-grau und kleinschuppig. Man kann die Borke der Elsbeere leicht mit einer Eichenrinde verwechseln.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 7 Zentimetern im Umriss breit bis eiförmig. Der Blattrand ist spitz gelappt und leicht gesägt, die Anzahl der Lappen beträgt drei bis fünf. Die Herbstfärbung der Laubblätter ist weinrot.

Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli. Die Blüten sind weiß und bilden aufrechte, lockere Doldenrispen. Die Früchte sind bei einer Größe von etwa 1,5 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis rundlich, erst olivgrün, später dann braun mit hellen Punkten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.

Bei der Elsbeere handelt es sich um einen mesomorphen, skleromorphen Nanophanerophyten oder Phanerophyten. Eine vegetative Vermehrung erfolgt durch „Wurzelsprosse“. Sie ist ein Tiefwurzler. Manche Elsbeeren-Exemplare werden bis zu einhundert Jahre alt, in seltenen Fällen werden sie auch älter. Die Früchte erfahren eine Verdauungs- und Bearbeitungsausbreitung. Die Fruchtreife beginnt ab Oktober.

Die Elsbeere ist eine Raupen-Futterpflanze für die Pfeileule, die Trapezeule, den Rotbuchen-Gürtelpuppenspanner und den Gelben Weißdornspanner.


Verbreitung/Vorkommen

Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Mittel- und Südeuropa. Weitere Vorkommen sind in Asien und vereinzelt in Nordafrika anzutreffen. Das nördlichste Verbreitungsgebiet in Europa findet man in Dänemark. Die Elsbeere gehört wie auch der Speierling zum mittel- bis südeuropäischen Florenraum.

Die Elsbeere wächst meist an wärmeren Lagen, südlich exponierten Hängen und Kreten. Sie wird als Halblichtbaumart bezeichnet und verträgt in ihrer Jugend eine Beschattung recht gut.

Seit einigen Jahren wird die Elsbeere wieder verstärkt angepflanzt, auch in Norddeutschland und im südlichen Skandinavien.

In Deutschland findet man Elsbeerbestände in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern, im südwestlichen und südöstlichen Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern (hier vor allem im wärmeren Mainfranken), Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Allerdings dominiert die Elsbeere in keiner Waldgesellschaft, sie tritt einzeln oder in Gruppen auf. Die höchste bekannte Elsbeere der Welt mit 35 Metern Höhe steht am Hengstberg östlich Groß Lengden in Süd-Niedersachsen.

Im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden im Rahmen des Projekts Erfassung und Dokumentation genetischer Ressourcen seltener Baumarten in Deutschland in den Jahren von 2010 bis 2013 die Vorkommen von zehn seltenen heimischen Baumarten in den deutschen Wäldern ermittelt. Von der Elsbeere wurden 80.000 Individuen erfasst, vor allem in Südwest- und Mitteldeutschland. Rund die Hälfte der deutschen Elsbeeren wachsen in Franken.

Solitärbäume außerhalb des Waldes sind in Deutschland – im Gegensatz etwa zu Österreich – sehr selten. Es sind nur rund ein Dutzend solcher „Feld-Elsbeeren“ bekannt, darunter diejenige bei Weißenkirchen in Oberbayern und die Elsbeere am Ortsrand von Ripsdorf bei Blankenheim in der Eifel, ebenso das Exemplar innerhalb einer unter Naturschutz stehenden Baumgruppe in Marienrode. In Österreich gibt es einige sehr hohe Bäume in der Nähe von Brand-Laaben und Neulengbach im Wienerwald sowie in Stössing.

Verwendung in der Küche

Die kleinen, apfelartigen Früchte sind essbar, jedoch adstringierend. Erst wenn sie überreif oder gekocht sind, ist das Tannin abgebaut. Überreife Früchte sind bei Vögeln sehr beliebt. Deshalb ist es wichtig, die Früchte rechtzeitig zu ernten. Dies muss von Hand erfolgen, die Früchte sind nicht schüttelbar.

Besonders im Elsass wird aus den Früchten der Elsbeere unter dem französischen Namen Alisier ein im Geschmack dem Schlehenschnaps ähnlicher Schnaps hergestellt. In Österreich nennt er sich neben Elsbeerenbrand auch Adlitzbeerenschnaps (dial. Oadlatzbeerschnaps). Die Ausbeute ist allerdings sehr gering: Für 2 Liter Schnaps benötigt man 100 Liter Maische. In Österreich wird der Elsbeerenbrand mit der Heimat in Niederösterreich auch im Register der Traditionellen Lebensmittel geführt. Der Wiesenwienerwald, eine Region im westlichen Wienerwald, wo die Elsbeere auch zu verschiedenen Produkten wie Marmelade oder Honig verarbeitet oder beigegeben wird, wird touristisch und kulinarisch unter der Marke Wiesenwienerwald Elsbeere vermarktet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Früchte sind bekanntes Mittel gegen die Ruhr.
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Elsbeere - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Die Elsbeere hat durch die rote Herbstfärbung einen hohen Zierwert.

Verwendung als Baustoff

Das Holz der Elsbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. Es ist zerstreutporig, der Kern wird normalerweise nicht farblich abgesetzt. Es arbeitet und wirft sich beim Trocknen sehr, ist zäh und gleichzeitig elastisch. Wegen seiner Ähnlichkeit zur Birne wird Elsbeere zusammen mit anderen Sorbus-Arten (Speierling, Mehlbeere, Vogelbeere) unter der Handelsbezeichnung Schweizer Birnbaum verkauft. „Schweizer Birnbaum“ wurde von vielen (europäischen) Herstellern (u. a. Aristo, Faber-Castell, Albert Nestler Zeichentechnik) für die Herstellung hochwertiger hölzerner Rechenschieber verwendet.

Das Holz erzielt sehr hohe Preise, ist im frischen Zustand hell mit samtiger Oberfläche (Seidenholz) und dunkelt rötlich nach. Das Furnier wird für die Möbelschreinerei verwendet. Das Holz findet weiterhin Anwendung im Holzblasinstrumentenbau.

Sonstiges

Theologen des Kirchlichen Forschungsheims in der Lutherstadt Wittenberg kürten 1999 als ihren Beitrag zum damaligen „Lutherin-Jahr“ die Elsbeere zum „Lutherin-Baum“. Sie hatten herausgefunden, dass Frau Luther besonders gern Elsbeeren aß und Luther in einem Brief seinen Freund Johannes Agricola darum gebeten hatte, ihm für seine Frau die von ihr heißbegehrten Früchte aus Eisleben mitzubringen. Als Pendant zur berühmten Luthereiche in Wittenberg pflanzten sie vor ihrem Institut eine Elsbeere als „Lutherin-Baum“ und machten unter anderem mit einem zweisprachigen Schild darauf aufmerksam. Dem Beispiel folgend pflanzte 2001 auch die Umweltgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Unna-Lünern zu ihrer Luthereiche einen „Lutherin-Baum“.

Am 19. März 2011 pflanzte der Verein Trinkwasserwald e. V. in Kooperation mit der Deutschen Bank bei Idstein-Eschenhahn im Taunus (Hessen) einen „Tropfen“ aus 300 Elsbeeren. Mit der Aktion sollte auf den Weltwassertag am 22. März aufmerksam gemacht werden.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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