Gewöhnliche Schneebeere - Symphoricarpos albus

Familie: Caprifoliaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heckenpflanze Garten

<b>Gewöhnliche Schneebeere - <i>Symphoricarpos albus</i></b>
Gewöhnliche Schneebeere - Symphoricarpos albus
Bildquelle: ArtMechanic; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

albus: weiß

andere Namen: Knallerbse, Knallerbsenstrauch, Knackbeere, Eisbeere


Gewöhnliche Schneebeere - Symphoricarpos albus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User JuTa">Wikipedia User JuTa</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Symphoricarpos_albus-Fruchtstand_6462.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Symphoricarpos_albus-Fruchtstand_6462.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Symphoricarpos_albus-Fruchtstand_6462.jpg</a>Gewöhnliche Schneebeere - Symphoricarpos albus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Ies">Wikipedia User Ies</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Symphoricarpos_albus3_ies.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Symphoricarpos_albus3_ies.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Symphoricarpos_albus3_ies.jpg</a>

Die Gewöhnliche Schneebeere ist ein sommergrüner Strauch und wird 0,3 bis 2 m hoch. Er bildet eine größere Anzahl von schlanken, zwei bis 2,5 cm dicken, leicht überhängenden Zweigen. Die Verzweigung erfolgt basiton (an der Basis des Strauchs). Die Pflanzen bilden unterirdische Spross-Ausläufer, die wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche verlaufen und bis 60 cm lang werden. An den Enden wachsen die Schösslinge empor. Neue Ausläufer werden erst gebildet, wenn sich der Schössling etabliert hat. Die Stämme besitzen bis in eine Höhe von 100 cm Adventivwurzeln, die an stehenden Ästen funktionslos sind, bei abgebrochenen, liegenden Ästen jedoch zu einer Bewurzelung und somit zur Etablierung neuer Pflanzen führen. Die Winterknospen haben zwei Paar äußere Knospenschuppen.

Die Rinde von jungen Ästen ist glatt und gelblich-grau, später wird sie dunkler und schuppig. Im Bastparenchym kommen Calciumoxalat-Drusen vor. Das Holz ist ringporig, das Holzparenchym ist unregelmäßig zwischen den Fasern verteilt. Die Fasern selbst besitzen spiralige Wandverdickungen.

Zweige mit Blütenständen.

Die Blätter stehen gegenständig, ihre Stellung erscheint durch eine Drehung der Blattstiele jedoch zweizeilig. Sie haben einen kurzen Blattstiel, sind einfach, ganzrandig und stumpf grün. Die Länge beträgt 4 bis 6 cm, die Blattform ist eiförmig bis rundlich, am Ende sind die Blätter leicht zugespitzt, an der Basis rundlich. Der Blattstiel ist an der Oberseite rinnig, am Grund verdickt. An den jungen Schösslingen haben die Blätter ein anderes Aussehen: hier werden zunächst farblose Niederblätter, dann kleine, ganzrandige, gestielte Laubblätter, in der Mittelregion dann große, gelappte, manchmal auch grob gezähnte Blätter, am Ende des Triebes dann wieder kleine und ganzrandige.

Blüten und Früchte

Der Blütenstand ist eine vielblütige, dichte Ähre. Jeder Blütenstand hat mehrere kleine, dreieckige Vorblätter.

Die Blüten sind radiärsymmetrisch, glockenförmig und fünfzählig. Der Kelch ist schalenförmig und fünfzähnig. Die verwachsenblättrige Krone ist rötlich. Die fünf Staubblätter setzen an der Wand der Krone an und stehen hier in einem Haarkranz. An der Innenseite der Kronröhre befinden sich mehrere gekrümmte Nektarien. Der Fruchtknoten ist unterständig, hat vier Fächer und enthält zwei fertile Samenanlagen. Blütezeit ist Juni bis September.

Die Früchte sind weiß, fast kugelrund, saftig und haben einen Durchmesser von 10 bis 15 mm. Die Frucht ist eine Steinfrucht mit zwei Kernen, wird jedoch manchmal als Beere bezeichnet. Sie reifen zwischen Juli und Oktober, und bleiben bis in den Winter hinein am Strauch. In einer Beere befinden sich zwei Samen, die rund 5 mm lang, elliptisch, leicht zusammengedrückt sind und eine harte Samenschale besitzen. Das Fruchtfleisch ist schwammig.

Chromosomen und Inhaltsstoffe

Zu den Chromosomenzahlen gibt es Angaben über 2n = 36, 54 und 72, was bedeuten würde, dass es tetraploide, hexaploide und octoploide Sippen gibt.

Ökologie

Die Gewöhnliche Schneebeere ist ein winterkahler Strauch. Seine Blätter stehen zwar kreuzgegenständig, jedoch sind ihre Spreiten an waagerechten und herabhängenden Zweigen zu besseren Lichtnutzung waagerecht gestellt.

Die Blüten sind homogame „Glockenblumen mit klebrigem Pollen“. Der Nektar wird von ziemlich großen Papillen auf der Innenseite der Kronröhre reichlich abgesondert. Außerdem ist ein anbohrbares Gewebe vorhanden. Die Blüten werden von kurz- bis mittelrüsseligen Insekten (Bienen, Wespen, Schwebfliegen) besucht. Die Blüten sind eine Bienenweide, aber auch Selbstbestäubung ist möglich. Blütezeit ist Juni bis September.

Die Früchte sind weiße, beerenartige Steinfrüchte mit meist 2 einsamigen Steinkernen. Das Fruchtfleisch ist großzellig und schwammig; seine Weißfärbung kommt durch Totalreflexion des Lichtes an den luftgefüllten Interzellularen zustande. Es findet eine Verdauungsverbreitung u.a. durch Drosseln und Finken statt. Obwohl die Früchte Wintersteher sind, werden sie als Futter nur wenig angenommen.

Die Vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Kriechsprosse, dadurch kann der Strauch schnell dichte Bestände bilden.


Heimat

Nordamerika

Giftigkeit

Über die Giftigkeit der Beeren für den Menschen gibt es in der Literatur unterschiedliche Angaben. Die Giftzentrale der Universität Bonn stuft die Art als giftig ein und gibt als Symptome Brechdurchfall an. Bei kleinen Mengen (drei bis vier Beeren) kommt es meist zu keinen Symptomen, bei größeren Mengen kommen Darmbeschwerden, Fieber und Müdigkeit vor. Es gibt auch Berichte über eine Schädigung der Mund- und Magenschleimhaut

Inhaltsstoffe

Die Beeren enthalten Saponine und einen unbekannten, stark reizend wirkenden Wirkstoff. Daneben enthalten sie auch das Isochinolin-Alkaloid Chelidonin sowie weitere Alkaloide

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Indianer in Washington und Oregon aßen die Früchte frisch oder getrocknet, und nutzten sie als Haarshampoo. Früchte und Blätter wurden zerstoßen auf Wunden aufgetragen. Ein Tee aus der Rinde wurde zur Behandlung von Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten eingesetzt. Aus dem Holz wurden Pfeilschäfte und Pfeifenrohre hergestellt. Heute wird die Art häufig zur Wiederherstellung gestörter Standorte gepflanzt
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Literatur

Bildquellenverzeichnis



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