Eibe - Taxus baccata

Familie: Taxáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Garten Giftpflanze Heckenpflanze Nadelbaum winterhart immergrün Baustoff Beerenpflanze Alpenpflanze verwildernde Zierpflanze

<b>Eibe - <i>Taxus baccata</i></b>
Eibe - Taxus baccata
Bildquelle: Wikipedia User Roberta F.; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Taxus: gr. taxon = Bogen (Verwendung des Holzes), lat. Pflanzenname der "Ei­be"
baccatus: mit Perlen ("Beeren") besetzt (Früch­te)

andere Namen: Gemeine Eibe, Eibe

In Deutschland steht die Eibe auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und war im Jahre 1994 Baum des Jahres.

Einer der letzten zusammenhängenden Bestände der Europäischen Eibe in Deutschland befindet sich bei Paterzell.


Eibe - Taxus baccata; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Eibe - Taxus baccata; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2009">Bönisch 2009</a> - <b>All rights reserved</b>Eibe - Taxus baccata; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Selso">Wikipedia User Selso</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Eibe - Taxus baccata; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Ies">Wikipedia User Ies</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) ist die einzige europäische Art in der Pflanzengattung der Eiben (Taxus) und gleichzeitig die älteste und schattenverträglichste Baumart Europas (Hageneder, S. 17 und S. 32). Während sie in der Forstwirtschaft heute keine Bedeutung mehr haben, werden die schnittverträglichen Eiben seit der Renaissance häufig in der Gartengestaltung genutzt. Sie wird heute vor allem als Hecke angepflanzt.Die immergrüne, langsam wachsende und harzlose Eibe wächst baum- oder strauchförmig und wird in Mitteleuropa nur in Ausnahmefällen höher als 15 Meter. Eiben sind in der Regel zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten befinden sich an unterschiedlichen Bäumen. Bis auf den bei Reife durch Karotinoide lebhaft rot gefärbten Samenmantel oder Arillus, der becherartig den Samen umgibt, sind alle Pflanzenteile der Europäischen Eibe stark giftig. In allen europäischen Ländern gehört die Europäische Eibe, die ein sehr hohes Alter erreichen kann, zu den geschützten Baumarten.


Standort

Die Eibe ist standortvage, d. h. sie gedeiht auf frischen bis feuchten, wechselfeuchten und sehr trockenen, sowie auf sauren und basischen, nährstoffreichen Standorten und kommt oft auf frischem, humosem oder sandigem Lehm vor, sie gedeiht jedoch ebenso auf wechselfeuchten und sogar sandigen Standorten. Ihren Wasserbedarf vermag sie aber auch aus nassen oder moorigen Sonderstandorten in generell niederschlagsärmeren Gebieten zu decken.
Herangewachsene Eiben vertragen dagegen auch volle Sonne. Während Europäische Eiben in Wäldern mit einem völlig geschlossenen, immergrünen Kronendach, wie es für einen reinen Fichtenbestand typisch ist, nicht gedeihen, reichen ihnen noch fünf Prozent der Lichtmenge des Freilandes, um erfolgreich Blüten und Samen zu bilden. Am besten gedeihen sie in lichten Mischwaldbeständen, vor allem in Eichen-, Buchen-, Tannen- und Edellaubholzmischwäldern, aber nur wenn der Wildbestand so niedrig ist, dass nachwachsende Jungpflanzen nicht sofort verbissen werden.

Verbreitung/Vorkommen

Das Vorkommen von Taxus baccata L. beschränkt sich nicht auf Europa, ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Azoren, dem Atlasgebirge in Nordwestafrika über Europa, Kleinasien bis in den Kaukasus und den Nordiran. Im Norden verläuft die Verbreitungsgrenze von den Britischen Inseln über Norwegen bis nach Schweden und Finnland. Die östliche Verbreitung reicht von Lettland, entlang der russisch-polnischen Grenze, bis zu den östlichen Karpaten und endet im Norden der Türkei. Im Süden verläuft die Verbreitungsgrenze südlich von Spanien, über Teile Marokkos und Algeriens, bis zur Südtürkei und von dort bis ins Landesinnere des Nordirans.

In Europa ist das Verbreitungsgebiet nicht zusammenhängend, sondern zerfällt in mehrere Teilareale und ist stark zerrissen. Oft kommt die Eibe nur noch in kleinen Beständen oder als Einzelbaum vor. Die Ursache dieser Disjunktion (Zerrissenheit) ist mit großer Wahrscheinlichkeit die anthropogene Übernutzung der Eibenbestände in früherer Zeit.

Natürliche Eibenvorkommen existieren vor allem in Nordportugal, Spanien, der Bretagne und der Normandie im Norden Frankreichs, auf den Britischen Inseln, im südlichen Skandinavien, im Baltikum, den Karpaten, auf der nördlichen Balkanhalbinsel, in Nord- und Mittelitalien, Korsika und Sardinien. Sie fehlt dagegen unter anderem in Dänemark, im nördlichen Belgien und Holland sowie entlang der unteren und mittleren Elbe und Saale. Sie fehlt auch im Landesinneren von Polen, während sie in der Küstenregion der Ostsee vorkommt.

Das Verbreitungsgebiet der Europäischen Eibe wird wesentlich durch ihre geringe Frosthärte bestimmt. Ihre Nordgrenze verläuft bei 62 Grad 30 Minuten N in Norwegen und 61 Grad N in Schweden etwa auf der Januar-Isotherme von ?5 Grad Celsius. Sie gedeiht vor allem dort, wo sich das Klima durch milde Winter, kühle Sommer, viel Regen und eine hohe Luftfeuchtigkeit auszeichnet. In den Bayerischen Alpen kommt sie bis in eine Höhe von 1350 m vor, im Wallis bis in eine Höhe von 1600 m.

Giftigkeit

Die toxischen Verbindungen werden beim Menschen und anderen Säugetieren rasch im Verdauungstrakt aufgenommen. Vergiftungserscheinungen können beim Menschen bereits dreißig Minuten nach der Einnahme auftreten. Die toxischen Verbindungen wirken dabei schädigend auf die Verdauungsorgane, Nervensystem und Leber sowie die Herzmuskulatur. Zu den Symptomen einer Vergiftung zählt eine Beschleunigung des Pulses, Erweiterung der Pupillen, Erbrechen, Schwindel und Kreislaufschwäche, Bewusstlosigkeit. Bereits ein Auszug von 50 bis 100 Gramm Eibennadeln kann für den Menschen tödlich sein. Der Tod tritt durch Atemlähmung und Herzversagen ein. Menschen, die eine solche Vergiftung überleben, tragen in der Regel einen bleibenden Leberschaden davon. Bei der Verarbeitung von Eibenholz kann bereits der Holzstaub beim Menschen Übelkeit verursachen.Pferde, Esel, Rinder sowie Schafe und Ziege reagieren in unterschiedlichem Maße empfindlich auf die in Eiben enthaltenen toxischen Verbindungen. Pferde gelten als besonders gefährdet – bei ihnen soll schon der Verzehr von 100 bis 200 Gramm Eibennadeln zum Tode führen. Bei Rindern treten Vergiftungserscheinungen bei etwa 500 Gramm auf. Gefährdet sind Weidetiere vor allem dann, wenn sie plötzlich größere Mengen aufnehmen. Dagegen scheinen zumindest Rinder, Schafe und Ziegen eine Immunität gegen die toxischen Verbindungen der Europäischen Eibe zu entwickeln, wenn sie daran gewöhnt sind, regelmäßig kleinere Mengen davon zu fressen. Unempfindlich gegenüber den Giften der Eiben sind dagegen Hasen und Kaninchen sowie Rotwild.

Inhaltsstoffe

Holz, Rinde, Nadeln und Samen enthalten toxische Verbindungen, die in ihrer Gesamtheit als Taxine oder Taxan-Derivate (Diterpene) bezeichnet werden. Im Einzelnen lassen sich unter anderem Taxin A, B, C sowie Baccatine und Taxole nachweisen. Der Gehalt an toxischen Verbindungen ist in den unterschiedlichen Baumteilen verschieden hoch und schwankt außerdem in Abhängigkeit der Jahreszeit und individuellem Baum.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In der Medizin spielten Eibenzubereitungen ab dem frühen Mittelalter eine Rolle, Mit ihnen wurden unter anderem Krankheiten wie Epilepsie, Diphtherie und Rheumatismus sowie Hautausschläge und Krätze behandelt. Eibennadelsud wurde auch als Abortivum eingesetzt.. 1964 wurde entdeckt, dass die der Gattung zugehörigen Arten potentiell krebshemmende Stoffe enthalten. Es handelt sich dabei um die Taxane Paclitaxel und Docetaxel, die beide seit den 1990er Jahren in der Krebstherapie zum Einsatz kommen. Paclitaxel kommt eigentlich überwiegend in der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia) vor. Da aber deren Bestand zu gering ist, um die nötige Menge Paclitaxel herzustellen, wird der Arzneistoff durch Partialsynthese aus der europäischen Eibe gewonnen.Neben der Verwendung als Gift- und Heilpflanze wurden Eibenbestandteile sogar als Nahrungspflanze verwendet: Der rote und süßliche Samenmantel, der ungiftig ist, lässt sich zu Marmelade einkochen, sofern die giftigen Samen entfernt werden. Eibenlaub wurde in geringem Maße traditionell den Futterpflanzen des Viehs beigemischt, um so Krankheiten vorzubeugen. In einigen Regionen wie etwa Albanien wird dies bis heute praktiziert.
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Eibe - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Schatten;
Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: basisch; mäßig sauer; mild; neutral; sauer;
Boden Feuchte: feucht; frisch; nass;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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