Alpen-Haarsimse - Trichophorum alpinum

Familie: Cyperaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Sauergräser

<b>Alpen-Haarsimse - <i>Trichophorum alpinum</i></b>
Alpen-Haarsimse - Trichophorum alpinum
Bildquelle: Wikipedia User Simon Strueux; Bildlizenz: CC0 1.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trichophorum_alpinum_-_2016.jpg


Trichophorum: gr. thrix, trichos = Haar, phorein = tragen; "Haar­gras"
alpinus: alpin

andere Namen: Alpen-Rasenbinse, Alpen-Haarbinse, Alpen-Wollgras

Früher wurde das Wollgras in Notzeiten als Baumwollersatz oder zur Kissenbefüllung benutzt.

Alpen-Haarsimse - Trichophorum alpinum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Römert">Wikipedia User Römert</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Alpen-Rasenbinse ist eine wintergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimetern erreicht. Sie bildet über kurze Ausläufer des Rhizoms dichte Rasen. Die starr aufrechten Stängel sind scharf dreikantig, deutlich gestreift, graugrün und oben an den Kanten rau. Die basalen Blattscheiden sind gelbbraun. Die Scheiden der obersten Stängelblätter sind grün und tragen eine kurze an den Rändern raue, 1 bis 3 Zentimeter lange Blattspreite.

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Die Hüllblätter sind kurz und spelzenähnlich. Der Blütenstand besteht aus einem einzigen endständigen Ährchen. Das Ährchen ist bei einer Länge von 5 bis 7 Millimetern elliptisch und enthält acht bis zwölf Blüten. Die gelbbraunen Spelzen sind eiförmig und stumpf. Die vier bis sechs Blütenhüllfäden (Perigonborsten) sind bis zu 25 Millimeter lang. Sie sind weiß und etwas geschlängelt. Die Blüten enthalten je drei Staubblätter und drei Narben.

Die Karyopse, eine Sonderform der Nussfrucht ist dreikantig, 1 bis 1,5 Millimeter lang und braun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 58.


Standort

Sie besiedelt in Mitteleuropa in Hochmooren Schlenken und die Ränder offener Wasserflächen, ebenso Regen-, Zwischenmoore sowie in Moorwäldern. Die Alpen-Rasenbinse gedeiht am besten auf zeitweise überschwemmten, nassen, basenarmen, schwach sauren Moor- sowie Torfböden. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf nassen, mehr oder minder überschwemmten, sauren bis stark sauren, basenreiche, jedoch meist kalkarmen und sehr stickstoffarmen Böden.

Die Alpen-Rasenbinse wächst bevorzugt in Pflanzengesellschaften der Kleinseggenriede der Sauer- und Basen-Zwischenmoore. Sie ist die Kennart der Klasse der Flach- und Zwischenmoore (Scheuchzerio-Caricetea fuscae) und hat innerhalb dieser ein Schwerpunktvorkommen im Verband der Schlenkengesellschaften (Rhynchosporion albae) sowie im Verband der Braunseggen-Sümpfe (Caricion lasiocarpae) und kommt seltener auch im Verband der Kalkflachmoore und Kalksümpfe (Caricion davallianae) vor.

Verbreitung/Vorkommen

Die Alpen-Rasenbinse ist auf der Nordhalbkugel in Eurasien und Nordamerika weitverbreitet. Die Alpen-Rasenbinse gedeiht zirkumpolar in allen Kontinenten einer Klimazone von der gemäßigten Laubwaldzone bis zur Borealen Nadelwaldzone (Taiga). Sie kommt von der collinen bis in die subalpine Höhenstufe in Höhenlagen von 150 bis etwa 1860 Metern vor. Im mitteleuropäischen Tiefland und in den Mittelgebirgen Mitteleuropas ist sie sehr selten, bzw. sie kommt dort nur vereinzelt, aber meist in kleineren Beständen vor. In den Alpen ist sie selten, und sie wächst dort meist in Höhenlagen von 1000 bis 2000 Metern.

Ihre Arealgröße wird mit 10 Millionen bis 1,5 Milliarden km² angegeben. Ihr Arealanteil in Deutschland beträgt weniger als 10 %. In Bezug auf ihr Gesamtareal stellt ihr Vorkommen in der Bundesrepublik den äußeren Bereich des kontinuierlich besiedelten Gebietes dar (Arealrand). In den Alpen und im Alpenvorland ist die Alpen-Rasenbinse ein Eiszeitrelikt mit abnehmender Tendenz.
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Alpen-Haarsimse - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;

Sonstiges

Bei der Alpen-Rasenbinse handelt es sich um einen Geophyten. Als sogenannte Lichtpflanze wächst sie bei vollem Licht und erträgt nur in Grenzen eine Beschattung.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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