Kassuben-Wicke - Vicia cassubica

Familie: Schmetterlingsblütler

Kategorie: Gründüngung-Bodenverbesserer  Bienenblume  

Kassuben-Wicke Info

Vicia: lat. vincere = umwinden, überwinden, besiegen (ran­ken­de Wuchs­form); "Wicke"

Die meisten Leguminosen gehen in ihren Wurzelknöllchen eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien (Rhizobium) ein und tragen dadurch zur Fruchtbarkeit des Bodens bei (s. Gründüngung) bzw. sind dadurch in extrem stickstoffarmen Böden z.B. Akazien in der „Wüste“ erst lebensfähig.

Die Kassuben-Wicke ist eine ausdauernde krautige Pflanze mit ästiger, kriechender Grundachse und kurzen, dicken Bodenausläufern. Der Stängel ist meist einzeln, einfach oder ästig, meist aufrecht, seltener niederliegend oder kletternd, 30 bis 60 cm lang, kantig und wie die Laubblätter mehr oder weniger kurz und weich behaart bis verkahlend.

Die wechselständigen Laubblätter sind etwa 5 bis 13 cm lang, paarig gefiedert, mit meist schwachen, einfachen oder ästigen Ranken und 9 bis 11 Paar Fiederblättchen ausgestattet. Die Fiederblättchen sind kurz gestielt, elliptisch bis länglich-lanzettlich, etwa 12 bis 15 mm lang und 5 bis 7 mm breit, meist abgerundet und mit scharf abgesetztem Spitzchen versehen. Sie besitzen zahlreiche, in einem Winkel von etwa 45 Grad abgehende, netzig verbundene Seitennerven, sind trübgrün, beiderseits behaart bis ganz kahl.

Die Nebenblätter sind etwas schmäler als der Stängel, halbpfeil- bis halbspießförmig und meist ganzrandig.

Die traubigen Blütenstände sind etwa 5 bis 8 cm lang, kürzer bis so lang wie die Laubblätter, mehr oder weniger deutlich einseitig und tragen zehn bis zwölf Blüten. Die zygomorphen Blüten sind 9 bis 12 mm lang und sitzen an 2 bis 3 mm langen Stielen. Der Kelch ist glockig, schief gestutzt und besitzt kurze Zähne. Die oberen sind kurz dreieckig, die unteren pfriemlich und höchstens so lang wie die Röhre. Die Kronblätter sind von ähnlicher Form wie bei Vicia cracca. Die Fahne ist rotviolett, dunkler geadert und wenig länger als die weißlichen, vorn bläulichen Flügel und das weißliche, vorn mehr oder weniger violette Schiffchen.

Die Hülsenfrüchte sind deutlich gestielt, etwa 1,5 bis 2,5 cm lang und 6 bis 8 mm breit, eirauten-förmig, flach, kahl, glatt und lebhaft kastanienbraun gefärbt. Sie enthalten ein bis drei Samen.

Die Samen sind eiförmig-kugelig, etwas abgeflacht, etwa 4 mm lang, glatt, gelbbraun bis olivgrün gefärbt und mehr oder weniger heller gefleckt.

Die Samen der Kassuben-Wicke werden vermutlich durch Hühnervögel verbreitet.


Verbreitung/Vorkommen

Die Kassuben-Wicke ist im nördlichen und östlichen Mitteleuropa bis Süd-Skandinavien, Russland, Ukraine, Krim, Kleinasien, Balkan und auf den Apenninen beheimatet. Vicia cassubica ist ein gemäßigt-kontinentales bis submediterranes Florenelement.

Die Kassuben-Wicke zeigt pontische Verbreitung. Es wird vermutet, dass sie aus den Donau- und Sudetenländern ins Oder- Elbe- und Rheingebiet eingewandert ist. Die Vorkommen im östlichen Deutschland und in Südschweden haben jedoch kaum reliktartigen Charakter; hier kommt sie häufiger vor. Die wenigen Vorkommen in Südwestdeutschland (Deidesheim, Wachenheim) sind hingegen vollständig vom Hauptareal isoliert. In Österreich findet man Vicia cassubica zerstreut bis selten, während sie in der Schweiz ganz fehlt.

Die Kassuben-Wicke wächst in trockenen Laub- und Nadelwäldern sowie auf Waldwiesen.

Kassuben-Wicke Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett; rot, rosa oder purpurn;
Höhe/Länge von 30cm bis 60cm
Blütezeit von Juni bis Juli
Lebensraum: (Fett-) Wiesen und Weiden; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: ganzrandig;
Besonderheiten Blatt/Pflanze: Mit Blattranken; Nebenblätter (kleine Seitenblätter am Blattgrund); Stengel rankend;
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m);
Lichtbedarf: Halbschatten;
Nährstoffbedarf: basenreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; neutral;
Bodenfeuchte: trocken; wechseltrocken;

Kassuben-Wicke Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Rosidae - Rosenähnliche
Ordnungsgruppe:
Rosiflorae - Rosenblütige
Ordnung:
Fabales - Hülsenfrüchtler (Leguminosae)
Familie:
Fabaceae
Gattung:
Vicia
Art:
cassubica

Kassuben-Wicke Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; neutral;
Boden Feuchte: trocken; wechseltrocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;
Gemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - PreiselbeereGemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeDr. Koll Gemmoextrakt: Abies pectinata – EdeltanneDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana lutea

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 3 (gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie 3 (gefährdet)





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