Die Braunrote Stendelwurz ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 80 Zentimetern erreicht. Sie bildet ein kurzes, oft mehrtriebiges Rhizom mit zahlreichen fleischigen Wurzeln.
Die Pflanze blüht von Juni bis August mit aufrechtem, im oberen Teil dicht behaartem, meist purpur überlaufenem Blütenstand. Die zygomorphen Blüten können bisweilen in ihrer Farbe variieren, sind in der Regel aber braunrot oder auberginefarben gefärbt und werden durch Insekten, oft durch Bienen, bestäubt oder sind selbstbestäubend. Sie verströmen besonders bei warmem Wetter intensiven Vanilleduft, weshalb die Pflanze auch als „Strandvanille“ bezeichnet wird. Aus den gebildeten Kapselfrüchten werden die leichten, staubartigen Samen durch Wind verbreitet.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.
Von der Braunroten Stendelwurz sind natürliche Hybriden mit anderen Epipactis-Arten bekannt.
Standort
Man findet die Pflanze in hellen Wäldern, Säumen und an trocken-warmen Standorten, bevorzugt auf basisch bis neutralen, nährstoffarmen, durchlässigen Sand- und Steinböden. Sie gilt aber auch als Pionierart, die gern Brachland, Bahndämme und Halden besiedelt, die sich in einem frühen bis mittleren Sukzessionsstadium mit Gras- und Staudengesellschaften und lichtem Birkenbestand befinden. Die Orchidee besiedelt auch extrem trockene Standorte und kommt selbst auf Sanddünen vor. Die Braunrote Stendelwurz gedeiht am besten auf kalkreichen, aber ausgesprochen stickstoffarmen, trockenen Böden. Sie bevorzugt lichte Gebüsche oder Trockenwälder.
Verbreitung & Vorkommen
Die Vorkommen der Braunroten Stendelwurz sind stets verstreut und reichen im Norden bis an die boreale, im Süden an die meridionale Zone und in Richtung Osten bis Zentralsibirien und zum Kaukasus. In Mitteleuropa fehlt sie im Tiefland mit Ausnahme an den sandigen Küsten. Auch insgesamt ist sie selten, kommt aber an ihren Standorten meist in meist kleineren Trupps oder in sehr lockeren, individuenarmen Beständen vor. Die Braunrote Stendelwurz ist auch in Gebirgslagen anzutreffen, in den südlichen Alpen etwa bis auf Höhenlagen von 2400 Metern. Sie steigt in den Alpen bis in Höhenlagen von etwa 2000 Meter auf. In den Allgäuer Alpen kommt sie im Tiroler Teil zwischen Sabajoch und Nesselwängler Scharte bis zu 1950 m Meereshöhe vor.
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