Vegetative Merkmale
Die Sichelblättrige Wolfsmilch ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 8 bis 20 oder 40 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind bläulich-grün. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die Blattspreite ist bei einer Breite von etwa 5 Millimetern lanzettlich, mehr oder weniger sichelförmig mit Stachelspitze. Nebenblätter fehlen stets.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht Juni bis Oktober. Der endständige, scheindoldige Blütenstand besteht aus drei bis fünf Strahlen. Die freien und nicht verwachsenen Hochblätter sind eiförmig bis dreieckig, so lang wie breit und haben einen fein gezähnelten Blattrand; ihr oberes Ende ist zugespitzt oder stachelspitzig mit 0,5 bis 1 Millimetern langer Spitze. Die Nektardrüsen sind mondsichelförmig oder zweihörnig und haben eine gelblich-grüne Gestalt.
Die Kapselfrucht ist glatt und hat keine Flügel. Die Samen sind runzelig oder grubig, im Querschnitt vierkantig.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16 oder 36.
Die Bestäubung erfolgt durch Hautflügler (Diptera).
Alle Pflanzenteile sind durch den Milchsaft stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Diterpenester vom Ingenol-Typ, sogenannte Cyparissiasfaktoren. Sie wirken stark irritierend auf die Haut und tumorpromovierend.
Bei Hautkontakt können sich schmerzhafte Blasen bilden. Der klebrige Milchsaft sollte auf keinen Fall mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist daraus nur schwer zu entfernen und es drohen gefährliche Bindehaut- und Hornhautentzündungen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Saft / Milchsaft |
| Giftstoffe | Triterpene |
Symptome bei Hautkontakt
Augenreizung, Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen im Mund, Brennen auf der Haut
Sofortmaßnahmen
Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken
Standort
Sie wächst auf Getreideäckern und Ruderalstellen auf nährstoffreichen Böden und steigt bis in die submontane Höhenstufe. Pflanzensoziologisch ist sie eine Klassencharakterart der Secalietalia (Segetal-Unkrautgesellschaften).
Verbreitung & Vorkommen
Die Sichelblättrige Wolfsmilch ist in Europa und Westasien verbreitet. Sie ist ein meridionales bis temperates, subozeanisches Florenelement. In Mitteleuropa gilt die Sichelblättrige Wolfsmilch als Archäophyt. In Deutschland ist sie bundesweit vom Aussterben bedroht. In Mecklenburg-Vorpommern und Bayern kommt sie nur unbeständig vor, in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz gilt sie als ausgestorben, in Baden-Württemberg und Hessen als vom Aussterben bedroht, in Thüringen als stark gefährdet. In den anderen Bundesländern kommt sie nicht vor. Sie kommt in Österreich zerstreut vor und ist für Burgenland, Wien, Nieder- und Oberösterreich nachgewiesen, in Steiermark, Kärnten und Salzburg unbeständig. In Südtirol ist sie ausgestorben. In der Schweiz gilt sie als einheimische Pflanze und als bundesweit gefährdet. Im Wallis und den östlichen Zentralalpen ist sie ausgestorben, im Jura als vom Aussterben bedroht, in den übrigen Regionen als stark gefährdet.
Inhaltsstoffe
Wie alle Euphorbien besitzt sie einen giftigen Milchsaft. Wie alle Euphorbien besitzt die Zypressen-Wolfsmilch einen giftigen Milchsaft. Neben dem in der Familie weit verbreiteten Ingenol und Ingenolestern besitzt sie neben Phorbolester und Euphorbon auch Jatrophan-Derivate vom Typ des Esulon A.
Desweiteren enthält der Milchsaft Harz, Kautschuk, Fette, Eiweiß, Stärke und andere Stoffe. Er dient dem Wundverschluss und Fraßschutz.
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