Krautfinder Krautfinder — Pflanzen bestimmen Jetzt bei Google Play

Zottige Wolfsmilch

Euphorbia villosa Waldst. & Kit. ex Willd.
Garten Giftpflanze Giftig ⚠️ 1

Vegetative Merkmale

Die Zottige Wolfsmilch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 80 Zentimetern erreicht. Sie bildet eine Pleiokorm-Wurzel aus. Der Stängelgrund ist mit Schuppenblättern bedeckt. Die Laubblätter sind schmal elliptisch, länglich, länglich-lanzettlich oder länglich-eiförmig und messen 10 bis 20 × 20 bis 70 Millimeter. Die Blattunterseite ist weich behaart. Die Blattspreite ist im oberen Bereich oft schwach gezähnt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Hochblätter sind kahl. Die Kapselfrüchte sind kahl oder nur mit vereinzelten Haaren bedeckt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.

Alle Pflanzenteile sind durch den Milchsaft stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Diterpenester vom Ingenol-Typ, so genannte Cyparissiasfaktoren. Sie wirken stark irritierend auf die Haut und tumorpromovierend.
Bei Hautkontakt können sich schmerzhafte Blasen bilden. Der klebrige Milchsaft sollte auf keinen Fall mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist daraus nur schwer zu entfernen und es drohen gefährliche Bindehaut- und Hornhautentzündungen.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilSaft / Milchsaft
GiftstoffeTriterpene

Symptome bei Hautkontakt

Augenreizung, Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen im Mund, Brennen auf der Haut

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Augenkontakt: Augen mit Spritzflasche ausspülen

Standort

Die Zottige Wolfsmilch kommt im warmgemäßigten Europa in nassen Staudenfluren und Sumpfwiesen vor.

Verbreitung & Vorkommen

Ihr einziges, schon in alten Floren bekanntes Vorkommen in Deutschland liegt beim Passauer Ortsteil Hals. Dieses Vorkommen ist völlig isoliert, die nächsten Fundorte liegen am Neusiedler See und in Schlesien. Im Botanischen Garten München wurde im Regierungsauftrag aus Stecklingen die Pflanze vermehrt und an einigen schwer zugänglichen Stellen im Tal der Ilz wieder angesiedelt.

Inhaltsstoffe

Wie alle Euphorbien besitzt sie einen giftigen Milchsaft. Wie alle Euphorbien besitzt die Pflanze einen giftigen Milchsaft. In der Familie sind Ingenol und Ingenolester verbreitet.
Desweiteren enthält der Milchsaft Harz, Kautschuk, Fette, Eiweiß, Stärke und andere Stoffe. Er dient dem Wundverschluss und Fraßschutz.

Aus derselben Gattung (Euphorbia)

Alle Pflanzen der Gattung Euphorbia

Aus derselben Familie (Wolfsmilchgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Wolfsmilchgewächse