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Rohr-Schwingel

Festuca arundinacea Schreb.

Der Rohrschwingel ist ein ausdauerndes Gras, das dunkelgrüne Horste bildet. Seltener bildet er bis zu zehn Zentimeter lange, unterirdische Ausläufer, die außerhalb der untersten Blattscheiden emporwachsen. Die Halme werden 50 bis 200 (selten 250) Zentimeter hoch. Sie sind kahl, manchmal unter der Rispe rau.

Die Blattscheiden sind bewimpert. Die Ligula ist ein häutiger Saum und ein bis zwei Millimeter lang. Die Blattspreite ist fünf bis zwölf (18) Millimeter breit, (10) 20 bis 70 Zentimeter lang, und flach ausgebreitet. Am Grund hat sie bewimperte Öhrchen. Die Haare der Öhrchen sind einzeln bis zahlreich und rund 0,5 Millimeter lang. Die Spreiten-Oberseite ist rau, die Unterseite glatt oder rau.

Blütenstand

Die Rispe ist zehn bis 30 (50) Zentimeter hoch, locker und aufrecht oder hängt einseitig über. Die Seitenäste stehen an den untersten Knoten zu zweit, der kürzere Ast hat vier bis acht, der längere fünf bis 15 Ährchen. Die Ährchen sind drei- bis zehnblütig und 10 bis 18 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind ungleich, lanzettlich spitz und kahl. Die untere ist einnervig und drei bis sechs Millimeter lang, die obere dreinervig und 4,5 bis 7 Millimeter lang. Die Deckspelzen sind fünfnervig, fünf bis neun Millimeter lang, lanzettlich bis länglich, spitz oder zweispitzig. Sie ist unbegrannt oder mit kurzer Granne, häutig und im oberen Teil rau. Die Vorspelzen sind einnervig und so lang wie die Deckspelzen.

Die Staubbeutel sind drei bis vier Millimeter lang. Blütezeit ist Juni bis August.

Die Karyopsen sind im Umriss lang-elliptisch, und kahl.

Die Chromosomenzahl beträgt meist 2n = 42, die Pflanze ist dann hexaploid. Es gibt auch Sippen mit 2n = 28, 56 und 70.

Standort

Er wächst hauptsächlich in Feuchtwiesen und in Kriech- und Trittrasen, aber auch in Auwäldern, an Ufern und an Wegrändern. Er besiedelt die planare bis obermontane Höhenstufe. In den Alpen steigt er bis rund 1460 Meter. In den Allgäuer Alpen steigt er an der Riedbergstraße in Bayern bis zu 1300 Metern Meereshöhe auf. Pflanzensoziologisch ist er eine Kennart der Assoziationen Potentillo-Festucetum arundinaceae Nordh. 1940 und Dactylo-Festucetum arundinaceae Tx. 1950, das Hauptvorkommen liegt in der Ordnung Molinietalia caeruleae W.Koch 1926.

Der Rohr-Schwingel besiedelt stau- und sickernasse, nährstoff- und basenreiche, neutrale bis mäßig saure Böden, die humos, sandig oder reine Tonböden (Rohauböden) sind. Er bevorzugt Kalkböden. Er zeigt Bodenverdichtung und Sauerstoffarmut im Boden an, ebenso Vernässung. Er ist überflutungsresistent und eine Lichtpflanze.

Verbreitung & Vorkommen

Der Rohr-Schwingel ist in Nordafrika, von Europa bis ins nordwestliche China und dem Himalaja und in Makaronesien heimisch. In etlichen temperaten Gebieten, etwa den USA, wurde er als Nutzpflanze eingeführt.

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