Der Wald-Gelbstern ist eine zierliche, ausdauernde krautige Pflanze, die unterirdische Zwiebeln als Überdauerungsorgane ausbildet und daher zu den Zwiebelgeophyten gezählt wird. Seine Zwiebel zeichnet sich durch fleischige Schuppen aus, welche aus einer Verdickung der Blattscheiden entstehen. Er erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 Zentimetern, was in etwa der Höhe seiner Blütenstände entspricht.
Der Wald-Gelbstern bildet ein grundständiges, linealisches Laubblatt, das bis zehn Millimeter breit wird und schwache Kielen zeigt. An der Spitze läuft das Blatt kapuzenartig aus. Unter dem doldenähnlichen Blütenstand werden zwei blattartige, bewimperte Hochblätter ausgebildet, welche erkennbar kürzer als das Grundblatt sind. Ansonsten ist der Stängel kahl.
Der Blütenstand steht meist in wenigblütriger Scheindolde an einem kahlen Blütenstiel und bildet sich zwischen März und Mai aus. Die sechs goldgelben Blütenblätter werden 12-15 mm lang und laufen meist stumpf aus. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig.
Insekten übernehmen die Bestäubung. Die Samen der vielsamigen Kapseln werden über den Wind und auch Ameisen verbreitet (Elaiosom).
Der Waldgelb-Stern zählt zu den Frühblühern. Die zu Ende der letzten Vegetationsperiode in die Zwiebel geleiteten und dort gespeicherten Assimilationsüberschüsse bilden das Reservoir für den zeitigen Austrieb und den Aufbau des Sprosssystems. Die Zwiebel sichert auch die ungeschlechtliche Vermehrung.
Die Pflanze bevorzugt schattige Standorte. Er wächst häufig in Gemeinschaft mit dem Bärlauch. Auch kann man ihn in Gemeinschaft mit dem Gelben Windröschen antreffen.
Standort
Der Wald-Gelbstern kommt in Edellaubwäldern, Auwäldern, Gebüschen, an Bachrändern und in Wiesen vor. Er wächst auf feuchten, nährstoffreichen Mullböden der collinen bis montanen Höhenstufe, besonders über Kalk.
Verbreitung & Vorkommen
Die Art besitzt ein disjunktes europäisch-ostasiatisches Verbreitungsgebiet. In Europa liegt der Verbreitungsschwerpunkt von Ostfrankreich bis zum Ural, von Süd-Norwegen und Süd-Schweden im Norden bis Nord-Italien und dem Balkangebirge im Süden. In Ostasien reicht das Gebiet von Kamtschatka über Sachalin bis zu den Japanischen Inseln.
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