Der Färber-Ginster (Genista tinctoria) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).Färber-Ginster wird 20 bis 60 cm groß und wächst aufrecht oder aufsteigend und buschig verzweigt. Die Pflanze verfügt über eine kräftige, bis zu einem Meter lange Pfahlwurzel. Die Zweige sind grün, tief gefurcht, angedrückt behaart oder kahl. Die Stängel sind immer dornenlos. Die wintergrünen Laubblätter sind einfach und ganzrandig; sie werden 45 (50) mm lang und 10 mm breit.Die gelben Blüten stehen in endständigen 3 bis 6 cm langen, reichblütigen Trauben. Die 8-16 mm lange Krone ist kahl, während der Kelch kahl bis behaart ist. Blütezeit ist von Mai bis August. Die Hülsenfrüchte sind kahl. Insgesamt ist die Art sehr variabel.
Bereits die Römer verwendeten den Färber-Ginster zum Färben von Leinen und Wolle. Eine bedeutende Rolle spielte er auch in England. Als Farbstofflieferant werden Zweige, Blätter und Blüten verwendet. Sie enthalten die gelben Farbstoffe Genistein und Luteolin. Die Ernte erfolgt meist vor der Blüte. Die Farbe ist lichtecht. Die Färbung erfolgt auf vorgebeizter Wolle. Durch Beizen mit Alaun wird die Wolle zitronengelb, durch Nachbehandlung mit Eisen(II)-sulfat dunkelbraun, mit Kupfersulfat olivgrün.[2] Durch eine Überfärbung von Färberwaid stellte man in England das "Kendalgrün" her. Die Malfarbe "Schüttgelb" wurde durch anrühren mit Alaun und Schlämmkreide hergestellt.
Verwendung in der Heilkunde
Die Pflanze wird in der Volksmedizin als Diuretikum angewandt, es wirkt auch verdauungsfördernd.
Homöopathie
In der Homöopathie findet der verwandte Besenginster Anwendung.
Die gesamte Pflanze ist durch Chinolizidinalkaloide giftig.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Alkaloide |
Folgesymptome
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhter Puls (Tachykardie), Blutdruckerhöhung (Hypertonie), erhöhter Harndrang, Kreislaufkollaps
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, viel warmen Tee trinken, Himbeersaft trinken
Standort
Der Färber-Ginster wächst auf trockenen Wiesen, Heiden und in lichten Eichen- und Kiefern-Wäldern und Trockenwälder. Vom Flachland steigt er bis etwa 1800 m NN. Er zeigt Grundfeuchte an und wächst auf Kalk- und Urgestein, bevorzugt aber kalkarmen, lehmigen Boden.
Verbreitung & Vorkommen
Dieser Strauch kommt im Großteil von Europa vor, fehlt jedoch in Irland, Skandinavien sowie im Großteil der Iberischen Halbinsel und Griechenlands. Im Osten reicht das Areal bis zum Ural. In den Alpen fehlt er fast ganz. In Österreich fehlt er in Vorarlberg, in Tirol ist er ausgestorben. Er kommt in ganz Deutschland und auch in der Schweiz vor.
Inhaltsstoffe
Das Kraut enthält vor allem N-Methylcitisin, Spartein, Anagyrin und Cytisin (insgesamt 0,08 bis 0,14 %). Die Blüten und Samen enthalten vor allem Cytisin (bis 0,25 %). Daneben Lupanin, Isospartein.
Aus derselben Gattung (Genista)
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