Krautfinder Krautfinder — Pflanzen bestimmen Jetzt bei Google Play

Sommer-Adonisröschen

Adonis aestivalis L.

Das Sommer-Adonisröschen wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 (bis 100) Zentimetern. Es wird eine Pfahlwurzel gebildet. Die an der Basis spärlich flaumig behaarten Stängel sind verzweigt oder unverzweigt.

Die wechselständig am Stängel angeordneten, oft in seinem oberen Bereich konzentrierten Laubblätter sind lang gestielt bis mehr oder weniger ungestielt. Die Blattspreite besitzt eine Länge von etwa 3,5 Zentimetern bei den untersten Laubblättern, bis zu 6 Zentimetern bei den obersten Laubblättern und ist zwei- bis dreifach fiederschnittig. Die Blattoberfläche ist auf beiden Seiten kahl oder auf der Blattunterseite spärlich flaumig behaart. Bei den obersten Laubblättern sind die Blattspreiten einfach und linealisch bis lanzettlich-linealisch mit einer Breite von 0,4 bis 0,8 Millimeter.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Blüten stehen endständig und einzeln. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 1,5 bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch. Die an die Kronblätter angedrückt stehenden fünf Kelchblätter sind häutig, schmal rhombisch bis schmal eiförmig oder breit verkehrt-eiförmig und besitzen zwei Drittel der Länge der Kronblätter. Die sechs bis acht mehr oder weniger aufrechten, mehr oder weniger flachen Kronblätter besitzen eine Länge von 10 bis 17 Millimeter. Die Farbe der Kronblätter ist sehr variabel: von leuchtend purpurrot bis zinnoberrot oder selten orangefarben bis auch blassgelb, an ihrer Basis oft mit dunklem bis schwarzem Fleck. Es sind etwa 30 Staubblätter mit anfangs purpurfarben-schwarzen, später olivgrünen Staubbeuteln, vorhanden. Die 30 bis 40 freien Fruchtblätter sind schmal eiförmig.

Die lang gestielte, 20 bis 30 mm lange 7 bis 10 Millimeter breite, zylindrische Sammelnussfrucht überragt deutlich die Laubblätter und enthält dicht gedrängt 30 bis 40 Nüsschen. Die kahlen Nüsschen sind 4 bis 6 Millimeter lang, eiförmig und besitzen einen aufrechten 1,5 bis 2 Millimeter langen Schnabel.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.

Das Sommer-Adonisröschen ist ein sommerannueller Therophyt. Selbstbestäubung ist erfolgreich.

Erste Anzeichen einer Vergiftung ähnlich einer Fingerhut- Vergiftung: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen.
Dann Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Delirium und Halluzinationen.

Protoanemonin ist in geringer Menge vorhanden. Es wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme in höheren Dosen beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilSamen, Blüte, Blatt oder Stängel
GiftstoffeStrophanthine, Protoanemonin, Herzglykoside (Cardenolide), Digitalisglykoside

Erste Symptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Magen-Darmstörungen

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Halluzinationen, Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Hörstörungen, Krämpfe, erhöhter Harndrang, Müdigkeit, Gelbgrünsehen, Kammerflimmern, Kammerflattern, psychotische Zustände, Extrasystolen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser

Standort

Meist siedelt diese kalkliebende Art an Ackerrändern. Es besiedelt Getreidefelder, seltener Hackfruchtkulturen und Ödland. Es steigt in Mitteleuropa bis in Höhenlagen etwa 1000 Metern. Das Sommer-Adonisröschen gedeiht am besten auf nährstoffreichen, kalkhaltigen, flachgründigen, sommerwarmen, meist trockenen, meist steinigen Lehm-, Löss- oder Tonböden. Seine Wurzeln können bis zu 80 Zentimeter tief in die Erde reichen.

Verbreitung & Vorkommen

Das Sommer-Adonisröschen ist von West-, über Mittel- sowie Süd- bis Osteuropa, in Nordafrika, von Kleinasien bis Mittelasien und im nordwestlichen Himalaja weitverbreitet. Es ist ein gemäßigt-kontinentales bis ost-submediterranes Florenelement.

Durch Herbizidanwendung und intensive Bearbeitung der Äcker ist es in Mitteleuropa stark zurückgegangen und sehr selten geworden; es tritt dort kaum noch in größeren Beständen auf, sondern meist einzeln und unbeständig. In Gebieten mit Kalkgestein kommt es noch zerstreut vor. In Deutschland tritt das Sommer-Adonisröschen seit der mittleren Bronzezeit als Getreide„unkraut“ auf und war früher häufig. In Deutschland kommt Adonis aestivalis nur noch im mittleren Gebiet zerstreut bis verbreitet vor, darüber hinaus ist es sehr selten oder fehlt ganz. In Österreich und der Schweiz ist es selten und gebietsweise stark gefährdet.

Inhaltsstoffe

Wie auch die übrigen Vertreter der Gattung ist Adonis aestivalis giftig, insbesondere durch seinen Gehalt an bis zu 30 herzwirksamen Glykosiden (Cardenolide), wobei Adonitoxin und Cymarin die Hauptglykoside darstellen.
Der Wirkstoffgehalt ist während der Blütezeit am höchsten.

Desweiteren geringe Mengen an Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol), ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedlicher Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es ist wirksam gegenüber Pilzen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.

Aus derselben Gattung (Adonis)

Alle Pflanzen der Gattung Adonis

Aus derselben Familie (Hahnenfußgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Hahnenfußgewächse