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Flammen-Adonisröschen

Adonis flammea Jacq.

Adonis flammea erreicht 15 bis 50 cm Höhe. Die einfachen oder verzweigten Stängel sind, besonders am Grund, leicht behaart (beim Sommer-Adonisröschen hingegen meist kahl). Die endständigen, einzelstehenden Blüten sind scharlach- bis blutrot und besitzen 5 bis 8 Kronblätter, an der Basis gelegentlich mit dunklem Fleck. Die Kelchblätter weisen – anders als beim Sommer-Adonisröschen – anliegende Behaarung auf. Der Fruchtstand besteht aus locker stehenden Nüsschen mit schwarzem Schnabel (beim Sommer-Adonisröschen ist der Schnabel grün).

Erste Anzeichen einer Vergiftung ähnlich einer Fingerhut- Vergiftung: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen.
Dann Hemmung der AV-Überleitung (Erregungsleitungssystem des Herzens, Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Delirium und Halluzinationen.

Protoanemonin wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme in höheren Dosen beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, erniedrigter Puls bis zu 20/min und zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze
Giftigstes PflanzenteilSamen, Blüte, Blatt oder Stängel
GiftstoffeGlykoside (Glycoside), Protoanemonin, Herzglykoside (Cardenolide)

Erste Symptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Magen-Darmstörungen

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Halluzinationen, Verwirrtheit, Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Hörstörungen, Krämpfe, verlangsamter Puls (Bradykardie), erhöhter Harndrang, Müdigkeit, Gelbgrünsehen, Kammerflattern, psychotische Zustände, Extrasystolen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis)

Standort

Das Flammen-Adonisröschen ist wärmeliebend und bevorzugt trockenwarme Kalkstein- und Kalklehmböden (Kalkzeiger). Die Art ist wahrscheinlich während der Jungsteinzeit nach Deutschland gelangt (Archäophyt). Zu finden ist diese – früher häufige – Pflanze infolge intensivierter Anbaumethoden heute nurmehr sehr zerstreut in Getreidefeldern, noch seltener auf Hackfruchtäckern.

Verbreitung & Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Flammen-Adonisröschens erstreckt sich zwischen Südeuropa und Westasien. Seine Nordgrenze liegt etwa beim 51. Breitengrad, im Westen erreicht es Frankreich und Nordspanien, im Süden Sizilien, Ägypten und Kleinasien, und im Osten den Kaukasus und Nordpersien.

Inhaltsstoffe

Wie auch die übrigen Vertreter der Gattung ist Adonis flammea giftig, insbesondere durch seinen Gehalt an herzwirksamen Glykosiden (Cardenolide)
Herzwirksame Glykoside vom Cardenolidtyp wie Adonitoxin, Strophanthine. Der Wirkstoffgehalt ist während der Blütezeit am höchsten.
Auch Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol, ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedlicher Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Es ist wirksam gegenüber Pilzen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.

Aus derselben Gattung (Adonis)

Alle Pflanzen der Gattung Adonis

Aus derselben Familie (Hahnenfußgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Hahnenfußgewächse