Vegetative Merkmale
Das Alpen-Steintäschel wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern erreicht. Der aufsteigende bis aufrechte und kahle Stängel ist einfach oder verzweigt. Es wird keine Blattrosette gebildet.
Die wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die einfache, dickliche, bläulich-grün bereifte und ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 20 Millimetern schmal bis breit lanzettlich.
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juli. Die Blüten stehen in einem anfangs dichten, doldentraubigen Blütenstand zusammen; bis zur Fruchtreife streckt sich die
Blütenstandsachse.
Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle und weisen einen Durchmesser von 3 bis 6 Millimeter auf. Die vier eiförmigen Kelchblätter haben einen weißen oder rötlichen, zuweilen undeutlichen Hautrand. Die vier lila- bis rosafarbenen, rötlichen oder weißen Blütenkronblätter sind bei einer Länge von 2 bis 4 Millimetern verkehrt-eiförmig bis spatelig und am oberen Ende gerundet. Die Staubblätter sind paarweise zusammenneigend und an der Innenseite geflügelt.
Der Fruchtstand ist locker traubig. Es gibt zwei Fruchttypen. Auf bogig abstehendem Stiel befinden sich Schötchen bei einer Länge von 5 bis 7 Millimetern und einer Breite von 4 bis 5 Millimetern rundlich und ringsum breit geflügelt und oben ausgerandet sind. Neben normalen Schötchen kommen auf geradem, aufrechtem Stiel bei einer Länge von 3 Millimetern eiförmige mit nur einem Samen vor.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24 oder 48.
Aethionema saxatile subsp. creticum
Ökologie
Beim Alpen-Steintäschel handelt es sich um einen Chamaephyten.
Standort
Das Alpen-Steintäschel braucht feinerdearme, steinige Böden, die kalkhaltig sein sollen. Es besiedelt frische, noch in Bewegung befindliche Gesteinsschutthalden und Gerölle, geht aber auch in Felsspalten.
Verbreitung & Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst Südeuropa und das südliche Mitteleuropa, außerdem Nordafrika und die Türkei. In Mitteleuropa findet man das Alpen-Steintäschel selten am Oberlauf der Isar, in den Nördlichen Kalkalpen vom Ostrand bis Nordtirol; dann erst wieder in Savoyen; in den Südalpen tritt sie besonders zerstreut in deren Ostketten auf. In den Zentralalpen findet man sie selten. Das Alpen-Steintäschel bevorzugt Höhenlagen zwischen 500 und 1800 Metern.
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