Die Waldgerste ist ein in kleinen Horsten wachsendes, grünes Gras, das eine Höhe von 60 bis 120 cm erreicht und keine Ausläufer bildet. Die unteren Blattscheiden sind dicht mit abstehenden Haaren besetzt, die Unterseite der Blattspreiten ist glänzend. Es werden große, halmumfassende Öhrchen gebildet.
Es besitzt einen gerstenähnlichen Blütenstand, der stets aufrecht gerichtet ist. Die Deckspelzen sind bis 2,5 cm lang und begrannt.
Standort
Sie wächst auf frischen, oft kalkhaltigen und nährstoffreichen Lehm- und Tonböden. Sie ist eine Charakterart des Hordelymo-Fagetum (Fagion-Verband), kommt aber selten auch in Gesellschaften des Verbands Carpinion vor.
Verbreitung & Vorkommen
Die Art ist in Europa verbreitet. Sie kommt in Höhenlagen bis 1500 m vor und ist meist in Laubwäldern zu finden, vor allem in Kalk-Buchenwäldern, aber auch an Säumen und Schlägen. Außerhalb Europas kommt die Waldgerste in Nordwestafrika, in der Türkei und im Kaukasus vor. In den Allgäuer Alpen steigt die Waldgerste in Bayern am Söllereck bis zu 1400 Metern Meereshöhe auf.
Als typisches, schattenverträgliches Waldgras finden sich von der Waldgerste meist nur kleinere Gruppen zusammen. Werden aber im Plenterhieb oder Femehieb, d. h. bei Einstammnutzung oder bei gruppenweiser Entnahme hiebreifer Bäume Flächen freigelegt, gelangt die Waldgerste in den vollen Lichtgenuss. Dann können sich ihre Bestände derart verdichten, dass eine Naturverjüngung der Gehölze auf der entsprechenden Fläche erschwert ist.
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