Vegetative Merkmale
Das Felsen-Kugelschötchen wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Es werden Rhizome gebildet. Der relativ lange, sparrig verzweigte Stängel ist im unteren Bereich behaart. Die Laubblätter sind in grundständigen Blattrosetten und am Stängel wechselständig verteilt angeordnet. Die Grundblätter sind verkehrt eiförmig, meist ganzrandig, seltener gezähnt oder fiederspaltig mit einfachen Haaren (Trichome). Die Stängelblätter sind einfach, spatelförmig oder elliptisch, ganzrandigen oder gezähnt.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die relativ kleinen Blüten sind zwittrig und vierzählig. Es sind vier Kelchblätter vorhanden. Die vier freien Kronblätter sind weiß. Der Fruchtknoten ist zweikammerig. Die Staubfäden der längeren der sechs Staubblätter sind gebogen.
Die Fruchtstiele sind abstehend. Die Früchte werden als Schötchen bezeichnet, weil das Verhältnis von Länge und Breite unter 3:1 liegt. Diese kahlen Schötchen sind mit einer Länge von 2 bis 3 Millimetern kugelig (daher der Trivialname Kugelschötchen) oder ellipsoid, mit einer kurzen Spitze. Die Schötchen enthalten vier bis zwölf Samen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Standort
Es gedeiht in den montanen bis subalpinen Höhenstufen auf Kalk und bevorzugt steinige Rasen, Fels und Schutt. Es ist in Mitteleuropa eine Verbandscharakterart des Potentillion caulescentis-Verbands.
Verbreitung & Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet des Felsen-Kugelschötchen ist auf Europa beschränkt. Das Felsen-Kugelschötchen ist in den Kalkketten der Alpen, Pyrenäen, des Jura, Apennin, Karpaten und Balkan verbreitet. In den Allgäuer Alpen steigt es im Tiroler Teil auf dem Grat zwischen Muttekopf und Rotnase in Höhenlagen bis zu 2200 Metern auf.
Aus derselben Familie (Kreuzblütler)
Alle Pflanzen der Familie Kreuzblütler →
Krautfinder — Pflanzen bestimmen