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Gewöhnlicher Strandflieder

Limonium vulgare
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Der Gewöhnliche Strandflieder ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Wie für einen Hemikryptophyten typisch liegen die Erneuerungsknospen in Höhe der Erdoberfläche. Die Pflanze wächst aufrecht mit verzweigten Stängeln. Sie besitzt etwas ledrige, ganzrandige, verkehrteiförmige Laubblätter von hellgrüner Farbe, die nach vorne spitz zulaufen. Die Blattlänge beträgt 10 bis 15 Zentimeter, die Breite variiert zwischen 1,5 und 4 Zentimeter. Die Blätter stehen in einer grundständigen Rosette. Als Anpassung an den Standort "Salzwiese" verfügt die Blattepidermis über spezielle auf Salzausscheidung spezialisierte Drüsen, über die durch Durchtrittsporen überflüssige Salze ausgeschieden werden können. Die aktive Salzausscheidung über Absalzdrüsen bewirkt, dass die Salzanreicherung in den Blättern bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet. Die Epidermis des Gewöhnlichen Strandflieders enthält pro cm² Blattoberfläche bis zu 3000 Absalzdrüsen wobei pro Salzdrüse bis zu 0,5 ml Salzlösung in der Stunde nach außen transportiert werden kann. Diese Strategie bedeutet für die Pflanze einen hohen Energieaufwand, da die Ionen aktiv gegen ein osmotisches und elektrisches Gefälle in die Drüsen befördert werden müssen. Salzausscheidung durch Absalzdrüsen wird innerhalb der Fähigkeit der Salzresistenz zu den salzregulierenden Strategien gezählt und in dieser Gruppe den salzeliminierenden Mechanismen zugeordnet.

Die fünfzähligen, zwittrigen Einzelblüten stehen in einseitswendigen, doldenrispig angeordneten Ähren. Jede Einzelblüte wird von einem röhrigen Kelch eingeleitet. Er ist im trockenen Zustand trockenhäutig und dient der reifen Frucht als Ausbreitungsorgan. Die fünf meist blassblau- oder pink-violett, selten weiß gefärbten Kronblätter sind miteinander verwachsen. Fünf Staubblätter gruppieren sich um den oberständigen Fruchtknoten. Der einfächrige Fruchtknoten besteht aus fünf miteinander verwachsenen Fruchtblättern. Er besitzt eine grundständige Samenanlage. Sowohl die Narben als auch der Pollen weisen einen Dimorphismus auf. Die Blütezeit erstreckt sich von August bis September. Der Gewöhnliche Strandflieder wird von Insekten bestäubt. Auch Selbstbestäubung führt gelegentlich zum Fruchtansatz.

Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine kleine, vom Kelch umschlossene Nussfrucht. Im Herbst werden die kleinen Nüsse durch den Wind verbreitet. Der trockenhäutige Kelch der Blüten bildet einen speziellen Saum, der als Flugapparat für die Nussfrucht dienen kann.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.

Derzeit sind seine Bestände durch das Brachfallen und die ausbleibende Überflutung von Salzwiesen und Marschen bedroht. Deshalb wird die Pflanze auch in der Roten Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands als gefährdet eingestuft. Die Art ist zudem durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.

Standort

Der Gewöhnliche Strandflieder ist eine kennzeichnende Pflanzenart der Salzwiesen. Sein Hauptvorkommen besitzt er in Salzpflanzenfluren. Er kann auch in Spalten im Spritzwasserbereich der Küstenschutzbauten vorkommen. Er bevorzugt salzhaltige, sandige, tonige oder schlickige Böden. Er ist die Charakterart der Pflanzengesellschaften der Atlantischen Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae).

Verbreitung & Vorkommen

In Deutschland kommt er nur an den Küsten und den vorgelagerten Inseln der Nord- und Ostseeküste vor (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern).

Die Verbreitung des Gewöhnlichen Strandflieders ist auf die litoralen, meeresnahen Bereiche von Europa beschränkt, wo seine Bestandsentwicklung derzeit konstant ist.

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